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Kulturelle Identität und erfundene Traditionen unter den Bedingungen von Migration: Schweizer Auswanderung nach Brasilien 1888-1979

English title Cultural Identity and Invented Traditions under the Conditions of Migration: Swiss Emigration to Brasil 1888-1979
Applicant Kaspar Magda
Number 178514
Funding scheme Doc.CH (until 2020)
Research institution Historisches Institut Universität Bern
Institution of higher education University of Neuchatel - NE
Main discipline Swiss history
Start/End 01.03.2018 - 28.02.2022
Approved amount 258'445.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Swiss history
General history (without pre-and early history)

Keywords (3)

Auswanderungsforschung; Migrationsgeschichte; Schweizer Geschichte

Lay Summary (German)

Lead
Das Projekt untersucht die schweizerischen Auswanderung nach Brasilien im Zeitraum von 1888 bis 1979 und die damit zusammenhängenden Versuche der Bewahrung einer ‚Schweizer’ Kultur in Brasilien bis in die jüngste Vergangenheit.
Lay summary
Das Projekt fragt nach den durch die Emigration entstandenen sozialen und kulturellen Verflechtungen zwischen Brasilien und der Schweiz und interessiert sich aus einer transnationalen Perspektive für die Natur der Bindungen, die zwischen dem Herkunftsland Schweiz und dem Zielland Brasilien entstehen. Gefragt wird zum einen nach der Rolle von Migrantinnen und Migranten für Bewahrung oder Aufgabe von kulturellen Traditionen in der Fremde. Zum anderen fragt das Projekt nach der Bedeutung von kulturellen Traditionen für die Entwicklung eines kollektiven Selbstverständnisses von Menschen in der Emigration. Wie beziehen sie sich auf ihr Herkunfts-, wie auf ihr Ankunftsland und wie auf die transnationalen Netzwerke, die durch Migration entstehen? Welches sind die Formen, Praktiken und Symbole der migrantischen Vergemeinschaftung und wo ergeben sich Begegnungszonen mit der Ankunftsgesellschaft?
Untersucht werden die drei noch bestehenden Schweizer Kolonien in Brasilien: Dona Francisca, Helvetia und Nova Friburgo. Fokussiert werden erstens,  kulturelle Ausdrucksformen von Identitätsbildung (Symbole und Praktiken); zweitens, die Träger (Individuen, Institutionen und Netzwerke) dauerhafter transnationaler Bezüge und, drittens, die Handlungen, durch die grenzüberschreitende Rückbezüge auf die Schweiz hergestellt werden. Im Zentrum steht die Annahme, dass Schweizer Akteure in Brasilien Verbindungen zu der Schweiz aufrecht erhielten und dabei Symbole, Praktiken, Trägervereine und Netzwerke schufen, um diese Verbindungen zu untermauern.

Direct link to Lay Summary Last update: 26.02.2018

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Rezension zu: Althaus, Andrea. Vom Glück in der Schweiz? Weibliche Arbeitsmigration aus Deutschland und Österreich (1920-1965)
Kaspar Magda (2018), Rezension zu: Althaus, Andrea. Vom Glück in der Schweiz? Weibliche Arbeitsmigration aus Deutschland und Österreich (1920-1965), in H-Soz-Kult, 1.
Rezension zu: Simon Geissbühler, Daniel Ryf. Der einarmige Auswanderer: Eine Spurensuche vom Emmental nach Argentinien
KasparMagda (2018), Rezension zu: Simon Geissbühler, Daniel Ryf. Der einarmige Auswanderer: Eine Spurensuche vom Emmental nach Argentinien, in Berner Zeitschrift für Geschichte, 80/3, 53-55.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Grenzüberschreitungen: Migrantinnen und Migranten als Akteure im 20. Jahrhundert Talk given at a conference Identität, Erinnerung, Gedenken: Schweizer Auswanderung nach Brasilien 01.03.2018 Bern, Switzerland Kaspar Magda;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: print media, online media Pesquisadora suíça consulta arquivos da Fundação Dom João VI para tese de doutorado A Voz da Serra, Nova Friburgo International 2019

Abstract

Das Projekt befasst sich mit Prozessen und Formen von Identitätsbildung und Traditionsbewahrung unter den Bedingungen der Migration am Beispiel der Schweizer Emigration nach Brasilien im Zeitraum von 1888 bis 1979. Gestützt auf einen Identitätsbegriff der cultural studies (Stuart Hall), das von Eric Hobsbawm und Terence Ranger erstmals aufgebrachte Konzept der ‚erfundenen Traditionen’ und den Begriff der imagined communities (Benedict Anderson) sowie auf neuere migrationstheoretische Konzepte zum transnationalism (Roger Waldinger/Nancy Green) untersucht das Projekt, erstens, kulturelle Ausdrucksformen von Identitätsbildung (Symbole und Praktiken); zweitens, die Träger (Individuen, Institutionen und Netzwerke) dauerhafter transnationaler Bezüge und, drittens, die Handlungen, durch die grenzüberschreitende Rückbezüge auf die Schweiz hergestellt werden.Verstanden als Beitrag zu einer Verflechtungsgeschichte der Schweiz geht das Projekt über die bisherige Forschung zur „Schweiz anderswo“ hinaus. Es erweitert die weitgehend auf regional- und familiengeschichtlichen Ansätzen basierende Schweizer Auswanderungsgeschichte um neuere methodische und theoretische Ansätze der historischen Migrationsforschung und geht über die Perspektive des Transnationalismus hinaus. Die Un-tersuchung fokussiert drei so genannte Schweizer Kolonien in Brasilien, die im Zeitraum von 1819 bis 1854 gegründet wurden und bis heute bestehen.
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