Project

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The “Grammar” of Stationary Education in Context - Continuity and Change by the Example of the Landerziehungsheim Albisbrunn in the 20th Century

English title "Grammatik" der stationären Erziehung im Kontext - Kontinuität und Wandel am Beispiel des Landerziehungsheims Albisbrunn im 20. Jahrhundert
Applicant Criblez Lucien
Number 177436
Funding scheme NRP 76 Welfare and coercion
Research institution Institut für Erziehungswissenschaft Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Education and learning sciences, subject-specific education
Start/End 01.09.2018 - 31.08.2022
Approved amount 692'622.00
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All Disciplines (3)

Discipline
Education and learning sciences, subject-specific education
Swiss history
Social work

Keywords (9)

homes for children and adolescents; educational reform; youth welfare; special education; curative education; education; social work; child and adolescent psychiatry; child guidance office

Lay Summary (German)

Lead
Das Projekt untersucht Kontinuität und Wandel der stationären (heilpädagogischen) Erziehung im 20. Jahrhundert am Beispiel des Landererziehungsheims Albisbrunn (LA) im Kanton Zürich. Die Schwerpunkte der Analysen liegen auf der Veränderung von Heimpraxis, Organisation/Konzepten und Kontexten.
Lay summary

Inhalt und Ziele

Die Analysen folgen einem Mehrebenenmodell: Auf der Mikroebene stehen pädagogische und diagnostische Praktiken im Vordergrund. Diese werden auf der Grundlage von „Zöglings”dossiers und anderen relevanten Archivdokumenten analysiert. Auf der Mesoebene interessieren uns Organisationsformen (Aufsicht, Leitung …) sowie pädagogische Konzepte und „Programme“ (Gruppe, Schule, Berufsbildung, Therapie, Arbeit …). Auf der Makroebene zielt das Projekt auf Erklärungen von Kontinuität und Wandel aus der Perspektive sich verändernder Beziehungen der stationären Erziehung zu ihrem Umfeld: Im Vordergrund steht hier die Analyse sich wandelnder institutioneller, diskursiver, ideeller, personeller und disziplinär-wissenschaftlicher Netzwerke.

Das Projekt stützt sich auf Governance- sowie neoinstitutionalistische Ansätze. Es geht davon aus, dass zwei kritische Wendepunkte („critical junctures”) für das LA von zentraler Bedeutung waren: Die grundlegenden Veränderung in der Fürsorgepolitik und im sozial- und sonderpädagogischen Diskurs führten in den 1920er-Jahren zur Gründung, externe Ereignisse (Heimkampagne; Veränderungen in Professionalitätserwartungen und institutionellem Umfeld …) in den 1970er-/1980er-Jahren zur Neupositionierung des LA.

Ziel ist die Analyse, Beschreibung und Erklärung von Kontinuität und Wandel in Heimpraxis und -konzeption vor dem Hintergrund sich verändernder Kontexte. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Heimorganisation und pädagogische Konzepte massgeblich durch das Umfeld beeinflusst und verändert werden, gleichzeitig die Herausforderungen im pädagogischen Heimalltag aber relativ konstant bleiben. Kontinuität und Wandel sollen als „Grammatik” der stationären Erziehung theoretisch gefasst werden.

 

Bedeutung

Neue Erkenntnisse werden für den bisher kaum wissenschaftlich bearbeiteten Bereich der stationären heilpädagogischen Erziehung erwartet, aber auch zum Zusammenhang von Heimpraktiken und Ausbildung des Personals. Besondere Bedeutung kommt den sich ändernden Kontexten als Erklärungsfaktoren von Veränderung und Kontinuität in Heimpraxis und –konzeption zu. Die angestrebten Erklärungsmodelle und die „Grammatik stationärer Erziehung” sollen insbesondere in Ausbildungszusammenhängen Verwendung finden können.

Direct link to Lay Summary Last update: 06.09.2018

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Matrosen, Schifferfrauen und Seemannstöchter. Pädagogisierung vor den Toren des Basler Schifferkinderheims (1940–1980).
DeplazesDaniel (2020), Matrosen, Schifferfrauen und Seemannstöchter. Pädagogisierung vor den Toren des Basler Schifferkinderheims (1940–1980)., in Grube Norbert, Boser Lukas, De Vincenti Andrea, Hofmann Michéle (ed.), Bibliothek am Guisanplatz (BiG), Bern, 187-221.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Michaela Raiser, University of Innsbruck Austria (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
other projects of the NRP 76: Welfare and Coercion Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Unabhängige Expertenkommission Administrative Versorgung Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Vorlesung ‚Allgemeine Pädagogik‘, Pädagogische Hochschule Schwyz Individual talk Wer ist (a)normal? Vorstellungen von kindlicher „(A)Normalität“ im Kontext von Wissenschaft und pädagogischer Praxis im 19. und 20. Jahrhundert 07.04.2020 Goldau, Switzerland Hofmann Michèle;
Denkvermögen, Intelligenz und Begabung im 19. und 20. Jahrhundert Talk given at a conference Ein schwacher Geist in einem schwachen Körper? Kategorisierung geistig „anormaler“ Kinder im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert in der Schweiz 04.03.2020 Köln, Germany Hofmann Michèle;
History of Education Society Annual Conference (University College London Talk given at a conference A Burning Toy Factory: Practices of Inmates in a Swiss Asylum for Boys (1960–1980). 08.11.2019 London, Great Britain and Northern Ireland Deplazes Daniel;
History of Education (UK) Annual Conference 2019 Talk given at a conference „Ab/normal“ Child Development in the Context of Science and Education around 1900 08.11.2019 London, Great Britain and Northern Ireland Hofmann Michèle;
Inklusion als Chiffre? Bildungshistorische Analyse und Reflektionen (DGfE-Sektion Historische Bildungsforschung) Talk given at a conference Einleitung – Separative schulische Einrichtungen für „anormale“ Kinder 30.09.2019 Bielefeld, Germany Hofmann Michèle;
Inklusion als Chiffre? Bildungshistorische Analyse und Reflektionen (DGfE-Sektion Historische Bildungsforschung) Talk given at a conference Heilpädagogik versus Pädagogik: Zur Perpetuierung der Separation durch Wissenschaftsorganisation 30.09.2019 Bielefeld, Germany Criblez Lucien;
Symposium «Historische Semantik – Integration und Inklusion» Talk given at a conference «Integration und Demokratisierung» 30.09.2019 Bielefeld, Germany Bühler Patrick;
DGFE Sektionstagung Historische Bildungsforschung Talk given at a conference Heimkritik und Integration. Die Bedeutung der Integrationsdebatte der Sechziger- und Siebziger-Jahre für die Selbstbeschreibungen eines Zürcher Heims. 29.09.2019 Bielefeld, Germany Deplazes Daniel; Bühler Patrick; Criblez Lucien;
ISCHE (International Standing Conference for the History of Education) 41: Spaces and Places of Education Talk given at a conference Who’s normal and who’s not? Allocating children to special classes in Switzerland around 1900 16.07.2019 Porto, Portugal Hofmann Michèle;
Heim- und Fürsorgegeschichte, Geschichte von Exklusion/Inklusion, Dis/ability History Talk given at a conference Ausschluss des „Anormalen“ – oder: Die Etablierung der Schweizer Primarschule als Regelschule 23.05.2019 Zürich, Switzerland Hofmann Michèle;
Kolloquium «Heim- und Fürsorgegeschichte, Geschichte von Exklusion/Inklusion, Dis/ability History» Talk given at a conference „Grammatik“ des Heimalltags. Zur Bedeutung der Heimleitung einer Erziehungsinstitution (1924–1990). 23.05.2019 Zürich, Switzerland Wendland Max; Deplazes Daniel;
Vorlesung ‚Kindheit zwischen Idealismus und Prekarität (Theorie und Geschichte der Erziehung)‘ Talk given at a conference Vorstellungen von kindlicher „A/Normalität“ im 19. und 20. Jahrhundert 22.05.2019 Zürich, Switzerland Hofmann Michèle;
Ringvorlesung, PH Schwyz Talk given at a conference Vorlesung «Die Entstehung eines pädagogischen ‹Gesundheitssystems› – Inklusion/Exklusion in der Schule 1890–1940» 01.04.2019 Schwyz, Switzerland Bühler Patrick;
Kindheitsgeschichte(n) – Grenzen mit- und überdenken Talk given at a conference Abgrenzung von Kindheit, Jugend und Erwachsenheit im Zusammenhang mit „Geistesschwäche“ im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert 25.01.2019 Hildesheim, Germany Hofmann Michèle;
Vortrag am Graduate and Postgraduate Workshop mit Prof. Dr. William J. Reese Talk given at a conference Moronic, imbecile, stupid – categorizing intellectually disabled children in the 19th and early 20th centuries in Switzerland 06.12.2018 Zürich, Switzerland Hofmann Michèle;
Forschungstag 2018 der Pädagogischen Hochschule FHNW: Schule vermessen – vermessene Schule Talk given at a conference Sie hätten das Risiko „in den zwischenmenschlichen Beziehungen handicapierte Menschen zu werden“: Psychologische Vermessung der Basler Schifferkinder in den 1960er und 1970er Jahren. 30.11.2018 Basel, Switzerland Deplazes Daniel;
Kolloquium Prof. Dr. Elisabeth Moser Opitz, Lehrstuhl Sonderpädagogik Bildung und Integration (SBI) Individual talk Heim für „schwererziehbare“ Knaben, Ausbildungsstätte und Ort spezifischer Praktiken – das Landerziehungsheim Albisbrunn 14.11.2018 Zürich, Switzerland Hofmann Michèle;
Kolloquium Prof. Dr. Elisabeth Moser Opitz, Lehrstuhl Sonderpädagogik Bildung und Integration (SBI) Talk given at a conference Heim für „schwererziehbare“ Knaben, Ausbildungsstätte und Ort spezifischer Praktiken – das Landerziehungsheim Albisbrunn. 14.11.2018 Zürich, Switzerland Hofmann Michèle; Deplazes Daniel; Wendland Max;


Self-organised

Title Date Place
Heim- und Fürsorgegeschichte, Geschichte von Exklusion/Inklusion, Dis/ability History 23.05.2019 Zürich, Switzerland

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
159340 «Wer ist normal?» Pädagogik und Psychopathologie 1890-1940 01.09.2015 Project funding (Div. I-III)
170407 Bildung in Zahlen 01.01.2017 Research Infrastructure

Abstract

The question of continuity and change within stationary (special) education in the 20th century in its context is at the centre of this project. The project is defined mainly by module 5 of NFP 76. As an model case, the Landerziehungsheim Albisbrunn (LA), founded in 1924 in the canton of Zurich, will be examined. The analysis assumes a multi-level perspective: Stationary education can be examined on three levels basically, whereas their interdependencies are of interest analytically as well.Practices: On the micro level, the home’s pedagogic and diagnostic practices are paramount. The practices will be reconstructed based on the analysis of a selection of approx. 3000 dossiers of “pupils,” but also of other relevant archive documents.Organisation, concepts, “programmes”: On the meso level, forms of organisations and pedagogical conceptions are crucial. This level is about institutional changes (organisation, supervision, leadership, etc.), but also about changing pedagogical concepts and “programmes” (groups, school, therapy, work, vocational training, etc.).Contexts: On the macro level, the project aims at answering questions on continuity and, most of all, change from the stationary education’s perspective of a relationship undergoing changes in the face of its contexts. The analysis of (changing) institutional, discursive, ideational, personal, normative, and disciplinary networks is paramount here.Admittedly, the change of stationary education within the LA will be examined in the proposed project, but always in its context. The assumption that practices, institutional organisation, and pedagogical concepts are significantly co-defined by their contexts forms the basis for this kind of project design. In regard to a context-sensible and situated analysis of continuity and change in stationary education, Albisbrunn represents an ideal research field because of its institutional entanglement and its excellent source material.In addition, the project incorporates elements of governance approaches (multi-level perspective, window of opportunity) and relies on concepts of the historical and actor-centric institutionalism (path dependency, critical juncture, coordination of actions of actors in networks, change in the constellation of actors). The project assumes that two critical junctures are of central importance for the history of the LA: The establishment of the LA can be regarded as the first juncture, which can be explained against the background of important changes in the areas of child services, special education, welfare, child and youth psychiatry, and educational guidance/psychiatry in the 1910s and 1920s. With the implemented institutional conception, a “path” had been established, that was used until the 1960s. The 1970s and 1980s can be regarded as the second juncture, since mainly external events (asylum campaign, altered expectations regarding professionalism, changes in the institutional contexts of the LA) were responsible for using a different path. The LA has clearly been positioned as a socio-pedagogical institution from then on.Furthermore, the project also assumes that the institutional conceptions, the pedagogical concepts, as well as the different contexts have undergone significant changes, but that the pedagogical challenges in the daily routines of stationary education have remained relatively consistent in the LA in the course of the 20th century. The goal is, on the one hand, to explain the changes in the LA with the help of external impulses, and, on the other hand, to identify and develop analytical elements of the “grammar” of stationary education. This “grammar” should help to explain the relative consistency of the institutional challenges on a daily basis, despite ever changing concepts and recurring reforms.
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