Project

Back to overview

Visuelle Kommunikation in partizipatorischen Stadtplanungsprozessen

English title Visual Communication in Participatory Processes of Urban Planning
Applicant Renner Michael
Number 176459
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut Visuelle Kommunikation Hochschule für Gestaltung und Kunst Fachhochschule Nordwestschweiz
Institution of higher education University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland (without UTE) - FHNW
Main discipline Arts
Start/End 01.03.2018 - 28.02.2021
Approved amount 720'630.00
Show all

All Disciplines (2)

Discipline
Arts
Ethnology

Keywords (4)

Stadtplanung; Kulturanthropologie; Visuelle Kommunikation; Partizipative Verfahren

Lay Summary (German)

Lead
Seit den 1970er Jahren bemühen sich westliche Demokratien zunehmend darum, die Bevölkerung auch jenseits von Wahlen und Abstimmungen in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Insbesondere im Bereich von Stadtplanung und -entwicklung wurden Verfahren erprobt und erforscht, die eine möglichst breite Partizipation unterschiedlicher Bevölkerungsschichten gewährleisten sollen. In einer interdisziplinären Kooperation von praxisgeleiteter Designforschung und Kulturanthropologie will das Projekt dem Medium Bild besondere Aufmerksamkeit widmen und eine differenzierte Betrachtung der Rolle von Bildern in sozialen Aushandlungsprozessen unter Einbeziehung kultureller, sozialer und disziplinärer Diversität vornehmen.
Lay summary

Ziel von partizipativen Verfahren im Kontext der Stadtplanung ist es, die Nachhaltigkeit von Entscheidungen im Sinne demokratischer Legitimität zu steigern. Was in der politischen Umsetzung wie in der begleitenden Forschung jedoch meist unbeachtet bleibt, sind die verschiedenen Medien der Kommunikation und insbesondere die Rolle von Bildern. Diese Vernachlässigung erstaunt angesichts dessen, dass kaum eine Diskussion über die Gestaltung des Stadtraums ohne Visualisierungen auskommt und die verbreiteten Renderings nicht selten Skepsis oder Protest hervorriefen. Damit wurden partizipatorische Aushandlungsprozesse im Sinne demokratischer Legitimität behindert anstatt gefördert. An dieser Stelle setzt das geplante Projekt an. In einer interdisziplinären Kooperation von praxisgeleiteter Designforschung und Kulturanthropologie will das Projekt dem Medium Bild besondere Aufmerksamkeit widmen und eine differenzierte Betrachtung der Rolle von Bildern in sozialen Aushandlungsprozessen unter Einbeziehung kultureller, sozialer und disziplinärer Diversität vornehmen. Dieses Vorhaben erscheint umso wichtiger, wo die Sprache der politischen Auseinandersetzung aufgrund des Gegenstands (Eingriffe in den vertrauten Stadtraum) oder der Fähigkeiten der Akteure (Sprachkompetenzen, Fremdsprachigkeit, soziale und kulturelle Heterogenität) an ihre Grenzen stösst. Das gemeinsame Forschungsfeld wird durch die Mitwirkungsverfahren im Zusammenhang mit der Umgestaltung des ehemaligen Industriegebietes Basel-Nord (siehe Stadtteilrichtplan 2018 für die Areale Klybeck, Kleinhüningen, Hafen) gerahmt. 
 

 

 

Direct link to Lay Summary Last update: 28.02.2018

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
136756 Campus + Neue Bildstrategien für die Dokumentation von städtebaulichen Veränderungsprozessen 01.08.2012 DORE project funding

Abstract

Seit den 1970er Jahren bemühen sich westliche Demokratien zunehmend darum, die Bevölkerung auch jenseits von Wahlen und Abstimmungen in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Insbesondere im Bereich von Stadtplanung und -entwicklung wurden Verfahren erprobt und erforscht, die eine möglichst breite Partizipation unterschiedlicher Bevölkerungsschichten gewährleisten sollen. Ziel dieser Bemühungen ist es, die Nachhaltigkeit von Entscheidungen im Sinne demokratischer Legitimität zu steigern.Was in der politischen Umsetzung wie in der begleitenden Forschung jedoch meist unbeachtet bleibt, sind die verschiedenen Medien der Kommunikation und insbesondere die Rolle von Bildern in partizipatorischen Stadtplanungsprozessen. Diese Vernachlässigung erstaunt angesichts dessen, dass kaum eine Diskussion über die Gestaltung des Stadtraums ohne Visualisierungen auskommt und die verbreiteten Renderings nicht selten Skepsis oder Protest hervorriefen. Damit wurden partizipatorische Aushandlungsprozesse im Sinne demokratischer Legitimität behindert anstatt gefördert. An dieser Stelle setzt das geplante Projekt an. In einer interdisziplinären Kooperation von praxisgeleiteter Designforschung und Kulturanthropologie will das Projekt dem Medium Bild besondere Aufmerksamkeit widmen und eine differenzierte Betrachtung der Rolle von Bildern in sozialen Aushandlungsprozessen unter Einbeziehung kultureller, sozialer und disziplinärer Diversität vornehmen. Dieses Vorhaben erscheint umso wichtiger, wo die Sprache der politischen Auseinandersetzung aufgrund des Gegenstands (Eingriffe in den vertrauten Stadtraum) oder der Fähigkeiten der Akteure (Sprachkompetenzen, Fremdsprachigkeit, soziale und kulturelle Heterogenität) an ihre Grenzen stösst. Das gemeinsame Forschungsfeld wird durch die Mitwirkungsverfahren im Zusammenhang mit der Umgestaltung des ehemaligen Industriegebietes Basel-Nord (siehe Stadtteilrichtplan 2018 für die Areale Klybeck, Kleinhüningen, Hafen) gerahmt. Die am Projekt beteiligten Designer/innen entwerfen einerseits Darstellungen, welche Resultate eines Transformationsprozesses visualisieren. Diese werden in den formellen Partizipationsverfahren eingebracht und ihre Rezeption wird mit anthropologischen Methoden darauf hin untersucht, in wie fern die Bildgestaltung Aushandlungsprozesse fördert oder eher verhindert. Andererseits werden, unter Einbeziehung der involvierten Akteur/innen, Bildfindungsprozesse mit modifizierbaren Bildelementen in informellen Partizipationsprozessen durchgeführt. Sowohl die gemeinsame Entwicklung von Bildern innerhalb von Veranstaltungen als auch die Präsentation von fertigen Visualisierungen mit unterschiedlicher Interpretationsoffenheit, werden mit einer ethnographischen Beobachtung verbunden, um Funktionen von und Umgangsweisen mit Bildern in öffentlichen Foren und kleineren Arbeitsgruppen so präzise zu erfassen. Die am Projekt beteiligen Designer/innen bringen Erfahrung mit der Visualisierung von städtebaulichen Planungsprozessen in das Projekt ein und generieren Bildvarianten zu den konkreten Verfahren. Die am Projekt beteiligte Kulturanthropologin wird das Vorgehen begleiten und untersuchen, welche Bilder die sozialen Aushandlungen wie verändern. Die ethnographische Betrachtung wird die Beobachtung nonverbaler Kommunikation ebenso einschliessen wie die kommunikative Rolle von Artefakten, die im sozialen Aushandlungsprozess zur gemeinsamen Bezugnahme zur Verfügung stehen. Eine solche interdisziplinäre Zusammenarbeit macht es möglich, sowohl die visuellen Faktoren als auch die situative Wirkung der Bilder zu verstehen. Das darüber gewonnene Wissen kann durch iteratives Vorgehen, das zwischen Bildgenese, Rezeptionsphase und deren ethnografischen Beobachtung pendelt, wiederum in den Gestaltungsprozess einflies-sen und damit vertieft werden. Ziel des Projekts ist es, Formen und Settings visueller Darstellungen zu untersu-chen und mit den Beteiligten solche zu entwickeln, die Mitwirkung im Sinne demokratischer Legitimität explizit fördern. Aus der praktischen Erfahrung des Projektes werden somit generalisierbare Beispiele hervorgehen, auf die in anderen zukünftigen partizipativen Stadtplanungsverfahren Bezug genommen werden kann.
-