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Wirksamkeit sozialpädagogischer Familienbegleitung im Kontext des Kindesschutzes: Eine quasiexperimentelle Felduntersuchung mit natürlichen Gruppen

English title Efficacy of socio-educational family interventions in child protection cases: A natural field experiment
Applicant Lätsch David
Number 175986
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Soziale Arbeit ZHAW
Institution of higher education Zurich University of Applied Sciences - ZHAW
Main discipline Social work
Start/End 01.04.2018 - 31.03.2022
Approved amount 377'371.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Social work
Psychology

Keywords (11)

family intervention; family preservation; home-based intervention; intensive family support; child protection; children and youth services; efficacy; controlled trial; intervention; treatment; social work

Lay Summary (German)

Lead
Die sozialpädagogische Familienbegleitung ist eine Form der professionellen Unterstützung von Familien, die auf externe Hilfen angewiesen sind, um den Kindern positive Bedingungen der Entwicklung zu ermöglichen. Das Projekt untersucht, ob und wie Familienbegleitungen tatsächlich wirksam sind.
Lay summary

Inhalt und Ziele

Im zivilrechtlichen Kindesschutz werden sozialpädagogische Familienbegleitungen oft zu dem Zweck eingesetzt, Eltern in ihren Erziehungskompetenzen zu stärken – und damit zu verhindern, dass die Kinder fremdplatziert werden müssen. Die Frage, ob und wie Familienbegleitungen diese und andere Wirkungen tatsächlich erreichen, ist bisher kaum untersucht worden. Das Projekt setzt hier an. Erforscht wird, welche Belastungen und Ressource die Familien zu Beginn der Familienbegleitung aufweisen, wie sich diese Belastungen und Ressourcen über die Dauer der Intervention entwickeln und welche Merkmale der Familien, des Umfelds und der Intervention die Wirkungen beeinflussen. Zu diesem Zweck werden Fälle, in denen eine Familienbegleitung eingesetzt wird, mit solchen verglichen, in denen keine Familienbegleitung zum Einsatz kommt. Zur Erweiterung der Befunde werden zusätzlich Fokusgruppen mit den an der Studie beteiligten Fachpersonen und Familien durchgeführt.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Die Öffentlichkeit hat ein Interesse daran, dass Institutionen des Kindesschutzes auf solider fachlicher Grundlage darüber entscheiden können, ob eine Familie der professionellen Unterstützung bedarf – und wenn ja, welche Form der Unterstützung geeignet ist. Die Erkenntnisse der Studie sollen Fachpersonen dabei helfen, einschätzen zu können, in welchen Fällen eine sozialpädagogische Familienbegleitung sinnvoll ist. Zweitens tragen sie zur methodischen Weiterentwicklung der Familienbegleitungen bei. Drittens schliesslich wird das Projekt vielfältige Vergleiche mit internationalen Ergebnissen zur Wirksamkeit von Interventionen in der Kinder- und Jugendhilfe erlauben.

Direct link to Lay Summary Last update: 20.07.2018

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
169445 The impact of standardized tools on child protection assessment 01.03.2017 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Der Begriff der sozialpädagogischen Familienbegleitung (SPF) bezeichnet eine besondere Form der professionellen Unterstützung von Familien, die sich mit vielfältigen Belastungen und Problemen konfrontiert sehen und deswegen auf externe Hilfen angewiesen sind, um den Kindern in der Familie positive Bedingungen des Aufwachsens und der Entwicklung zu bieten. Im Kontext des zivilrechtlichen Kindesschutzes werden sozialpädagogische Familienbegleitungen oft zu dem Zweck eingesetzt, Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung und ihren Erziehungskompetenzen zu stärken und damit dem schwerwiegenderen Eingriff der Fremdplatzierung vorzubeugen. Trotz dieser bedeutsamen Funktion für die Praxis ist die sozialpädagogische Familienbegleitung in ihren Wirkungen, ihren Wirkungsbedingungen und ihren Wirkfaktoren bisher empirisch kaum beleuchtet worden. Die Studie setzt hier an. Sie untersucht in den zentralen Fragestellungen, welche Belastungen und Ressourcen die Familien zu Beginn der Familienbegleitungen aufweisen, wie sich diese Belastungen und Ressourcen über die Dauer der Intervention entwickeln und welche Merkmale der Familien, des sozialen Umfelds, der Fachpersonen und des Unterstützungsprozesses die Wirkungen beeinflussen. Zu diesem Zweck wird ein quasiexperimentelles Forschungsdesign mit Kontrollgruppe eingerichtet. Die Kontrollgruppe wird dabei einerseits aus Fällen gewonnen, in denen die Einrichtung einer Familienbegleitung an äusseren Umständen (z. B. wegen fehlender Finanzierung) scheitert, obwohl sie fachlich angezeigt erscheint. Andererseits werden auch Fälle aus Regionen berücksichtigt, in denen überhaupt keine Familienbegleitungen eingesetzt werden. Zur Validierung der quantitativen Befunde werden diese zusätzlich in ein mixed-methods sequential explanatory design eingebettet, das Fokusgruppen mit den am Projekt beteiligten Fachpersonen vorsieht. Die Erkenntnisse der Studie sollen Fachpersonen des Kindesschutzes dabei helfen, auf fachlicher Grundlage zu entscheiden, in welchen Fällen sozialpädagogische Familienbegleitungen angezeigt oder nicht angezeigt sind. Zweitens sollen sie die methodische Weiterentwicklung der sozialpädagogischen Familienbegleitung unterstützen. Drittens schliesslich versprechen sie einen substantiellen Beitrag zur internationalen Wirkungsforschung in der Kinder- und Jugendhilfe.
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