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Umstrittene Rechtgläubigkeit. Kritische Edition von Theodorets Haereticarum fabularum compendium mit ausführlicher Einleitung

English title Disputed Orthodoxy: Critical Edition of Theodoret's of Cyrus Haereticarum fabularum compendium with an extensive introduction
Applicant Bergjan Silke-Petra
Number 175968
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Theologisches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Ecclesiastical history
Start/End 01.10.2017 - 31.03.2019
Approved amount 144'423.00
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Keywords (6)

Theodoret von Cyrus; Christologischer Streit; Häresie und Orthodoxie; Haereticarum fabularum compendium; Antiochenische Theologie; Antiochia

Lay Summary (German)

Lead
Das vorliegende Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, einen bislang nur in Form eines korrigierten Nachdrucks einer Humanistenedition des 16. Jahrhunderts zugänglichen Text des Theodoret v. Cyrus der wissenschaftlichen Öffentlichkeit erstmals in einer kritisch-philologischen Maßstäben genügenden Form verfügbar zu machen.
Lay summary

Neben seinem Kontrahenten Kyrill von Alexandrien muß Theodoret innerhalb der christologischen Streitigkeiten des fünften Jahrhunderts sicherlich als einer der wichtigsten theologischen Köpfe gelten. Dennoch sind gerade seine späteren Werke, wie das hier untersuchte Haereticarum fabularum compendium, bislang weder kritisch ediert noch wirklich umfassend analysiert worden, und dies obwohl besagtes Kompendium nicht nur einen Überblick über die bis zur Mitte des fünften Jahrhunderts von der Großkirche verurteilten häretischen Gruppen, sondern im letzten Buch auch eine Zusammenfassung all dessen bietet, was für Theodoret die zentralen Inhalte orthodox-christlichen Glaubens und Lebens darstellt. Nachdem die zum Abschluß des vierten Buches vorgenommene überraschend scharfe Distanzierung von Theodorets langjährigen Weggefährten Nestorius durch die bereits geleistete Editionsarbeit als nachträgliche Interpolation erwiesen werden konnte, ergeben sich neue Perspektiven für die Einordnung des Textes. Eine intensivere historische Analyse im Zuge des Abschlusses der Edition wird also sicherlich neues Licht auf die spätere Entwicklung Theodorets und der „antiochenischen“ Fraktion insgesamt werfen können, welche gerade für das Verständnis der nachchalkedonischen kirchenpolitischen Verwerfungen bis hin zur Herausbildung der orientalischen Nationalkirchen kyrillisch-monophysitischer und nestorianisch-dyophysitischer Prägung von herausragender Bedeutung sein dürfte.

Direct link to Lay Summary Last update: 13.10.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Theologie und lithurgische Praxis. Abendmahlserklärungen im Rahmen antiochenischer Soteriologie
BergjanSilke-Petra (2019), Theologie und lithurgische Praxis. Abendmahlserklärungen im Rahmen antiochenischer Soteriologie, in Zimmermann Christiane, Du Toit David S., Gerber Christine (ed.), Brill, Leiden, 598-615.
§ 135. Diodor von Tarsos
Bergjan Silke-Petra (2018), § 135. Diodor von Tarsos, in Horn Christoph, Riedweg Christoph, Wyrwa Dietmar (ed.), Schwabe, Basel, 1597-1605.
§ 136. Theodor von Mopsuestia
Bergjan Silke-Petra, Wyrwa Dietmar (2018), § 136. Theodor von Mopsuestia, in Riedweg Christoph, Wyrwa Dietmar, Horn Christoph (ed.), Schwabe, Basel, 1605-1613.
§ 138. Theodoret von Kyrrhos
BergjanSilke-Petra, WyrwaDietmar (2018), § 138. Theodoret von Kyrrhos, in Wyrwa Dietmar, Riedweg Christoph, Horn Christoph (ed.), Schwabe, Basel, 1620-1633.
Antioch II. The Many Faces of Antioch: Intellectual Exchange and Religious Diversity, CE 350–450
Elm Susanna, Bergjan Silke-Petra (ed.) (2018), Antioch II. The Many Faces of Antioch: Intellectual Exchange and Religious Diversity, CE 350–450, Mohr Siebeck, Tübingen, Deutschland.
Apollinaris of Laodicea
Bergjan Silke-Petra (2018), Apollinaris of Laodicea, Brill, Leiden.
Konkurrenz unter den Nizänern. Die Christen Antiochiens im 4. Jahrhundert
Bergjan Silke-Petra (2018), Konkurrenz unter den Nizänern. Die Christen Antiochiens im 4. Jahrhundert, in Elm Susanna, Bergjan Silke-Petra (ed.), Mohr Siebeck, Tübingen, Deutschland, 383-420.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Einladung Universität St. Andrews, Schottland Individual talk God in a Temple - an Antiochian Metapher: Reading Joh 2,21 in the time of Temple Destruction 30.11.2018 St. Andrews, Great Britain and Northern Ireland Bergjan Silke-Petra;
Einladung Universität St. Andrews, Schottland Individual talk Discussion Paper: Theologie und liturgische Praxis. Abendmahlserklärungen im Rahmen antiochenischer Soteriologie 29.11.2018 St. Andrews, Great Britain and Northern Ireland Bergjan Silke-Petra;
Groupe Suisse d'Etudes Patristiques Individual talk "Gott wohnt im Tempel" - eine antiochenische Metapher in Zeiten der Tempelzerstörung 04.05.2018 Universität Fribourg, Switzerland Bergjan Silke-Petra;


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
156591 Umstrittene Rechtgläubigkeit. Kritische Edition von Theodorets Haereticarum fabularum compendium mit ausführlicher Einleitung 01.10.2014 Project funding (Div. I-III)
162973 Theologie, Philosophie und Alltagsleben der ostsyrischen Christen am Vorabend der klassisch-islamischen Zeit: Letzter Band der Gesamtausgabe der Werke von Patriarch Timotheos I. (kritische Edition und Übersetzung der Briefe 1-29 und Fragmente) 01.02.2016 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Das Ziel des Projekts besteht in der kritischen Edition und historischen Einordnung des haeresiographisch-theologischen Alterswerks des Theodoret von Cyrus, neben Cyrill von Alexandrien wohl des wichtigsten griechischen Theologen des fünften Jahrhunderts. Dieses bislang als „Haereticarum fabularum compendium“ betitelte Werk liefert in seinen ersten vier Büchern die bedeutendste Zusammenstellung häresiographischer Berichte der nachnizänischen Epoche nach Epiphanius von Salamis. Im anschliessenden, sehr umfangreichen fünften Buch findet sich zudem eine der wenigen aus altkirchlicher Zeit überhaupt erhaltenen umfassenden theologischen Gesamtdarstellungen aller relevant erscheinenden Themen der christlichen Dogmatik und Ethik aus „antiochenischer“ Perspektive. Die kritische Edition dieses Textes mit ausführlicher historischer Einleitung, Quellen- und Similienapparat ist also ein klares Forschungsdesiderat.Die Arbeit ist weit vorangeschritten, so dass es im Antrag um Mittel zur Fertigstellung der Edition geht.Während der bisherigen primär philologischen Arbeit an Theodorets Kompendium ergaben sich zwei grundlegende Probleme, die die Textkonstitution in dem insgesamt recht gut und übersichtlich überlieferten Werk fundamental erschweren. Bezüglich der ersten vier, im eigentlichen Sinne häresiographischen Bücher zeigte sich dort, wo sich Theodorets Quellen direkt ermitteln liessen, nicht nur eine inhaltliche, sondern immer wieder auch sehr grosse sprachliche Abhängigkeit Theodorets von seinen Gewährsleuten. Dies hatte zufolge, dass die philologische Textkonstitution von der historischen Quellenkritik nicht sinnvoll getrennt werden konnte und daher in weitaus intensiverem Masse als ursprünglich geplant Quellen und Parallelen recherchiert werden mussten. Die Ergebnisse dieser Forschung können in einem herkömmlichen Similienapparat jedoch bereits aus räumlichen Gründen nur sehr inadäquat dargestellt werden, so dass die Edition um einen Anhang mit ausführlicheren „notes complémentaires“ erweitert werden muss, um die hauptsächlich auf quellenkritischer Basis getroffenen Textentscheidungen hinreichend zu begründen, sowie die Quellenbenutzung Theodorets am konkreten Beispiel näher zu erläutern.Hinsichtlich des quantitativ fast die Hälfte des gesamten Werkes ausmachenden fünften Buches ergibt sich ein analoges Problem. Hier belegt Theodoret die elementaren Punkte seiner Theologie durch umfangreiche Sammlungen biblischer dicta probantia, so dass der Text zu etwa 35 Prozent aus Bibelzitaten besteht. Zudem greift Theodoret in der theologischen Einbindung des biblischen Materials ständig auf seine eigenen Kommentare zurück. Der biblische Text im fünften Buch des Haereticarum fabularum compendium unterscheidet sich von anderen Zeugnissen der LXX erheblich. Dies macht für die Textkonstitution einen durchgehenden Vergleich mit dem Bibeltext in den Kommentaren Theodorets notwendig, um sekundäre Angleichungen und Kontaminationen zu erkennen und auszuschalten. Da die Kommentare mit wenigen Ausnahmen bisher nicht kritisch ediert wurden, ist für diese Arbeit wiederum die Einsicht in weitere Handschriften unerlässlich.
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