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School Improvement Capacity for Academic Learning. Eine mehrebenenanalytische Prozess- und Wirkungsanalyse in Primarschulen in unterschiedlichen kantonalen Governance-Systemen

English title School Improvement Capacity for Academic Learning. A multilevel process and impact analysis in primary schools dependent on varying educational governance-systems
Applicant Maag Merki Katharina
Number 175872
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Erziehungswissenschaft Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Education and learning sciences, subject-specific education
Start/End 01.09.2018 - 31.08.2022
Approved amount 929'277.00
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Keywords (9)

School improvement; School effectiveness; Learning Organisation; Educational Governance; Development of competences and motivation in math ; Longitudinal design; Social network analysis; Multilevel analysis; Time sampling

Lay Summary (German)

Lead
School Improvement Capacity for Academic Learning’ (SIC-AL) ist die Fähigkeit der Schule, auf schulinter-ne und schulexterne Gegebenheiten und Herausforderungen kompetent zu reagieren und das schulische Lernangebot zielgerichtet weiterzuentwickeln, so dass das Lernen der Schüler/innen verbessert und alle Schü-ler/innen erfolgreich die Lernziele erreichen können. Allerdings zeigen sich bedeutsame Forschungslücken. Insbesondere ist unklar, durch welche Merkmale, Handlungen und Prozesse sich Schulen mit einer hohen Schulentwicklungskapazität von Schulen mit einer geringen Schulentwicklungskapazität unterscheiden und inwiefern diese für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler entscheidend sind.
Lay summary

Inhalt und Ziele des Forschungsprojektes

Das Forschungsprojekt verfolgt das Ziel, die Bedeutung der Schulentwicklungskapazität von Primarschulen in der Deutschschweiz für die Motivations- und Kompetenzentwicklung von Primarschüler/innen zu untersuchen. Dabei interessiert nicht nur, welche Bedeutung die SIC-AL für alle Schüler/innen hat, sondern auch, ob die SIC-AL für einzelne Gruppen von Schüler/innen eine besondere Relevanz aufweist, so beispielsweise für leistungsstarke oder leistungsschwache Schüler/innen oder Lernende aus einem bildungsnahen oder bildungsfernen Elternhaus. Darüber hinaus steht die Frage im Fokus, ob die SIC-AL durch unterschiedliche Steuerungssysteme in den einzelnen Kantonen beeinflusst wird.

Untersucht werden die Forschungsfragen in 75 Primarschulen aus unterschiedlichen Kantonen der Deutschschweiz, deren Bildungssysteme sich deutlich voneinander unterscheiden. In jeder Primarschule werden die Schulleitung, alle Lehr- und Fachpersonen sowie alle Schüler/innen der 7. Jahrgangsklassen (ca. 11jährig) mehrmals befragt. Ein innovativer Forschungszugang - neben Befragungen der Lehr- und Fachpersonen und Schulleitungen werden soziale Netzwerkanalysen, time-sampling-Verfahren und qualitative Gruppendiskussionen durchgeführt - ermöglicht erstmalig, differenzierte Informationen zu den Prozessen und Aktivitäten innerhalb der Schulen zu gewinnen und sie hinsichtlich ihrer Bedeutung für das Lernen der Schüler/innen zu untersuchen.

Wissenschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung

Für ein effektives Bildungssystem ist es absolut zentral zu verstehen, wie Schulen erfolgreich ihre Schülerinnen und Schüler fördern können und was Schulen erfolgreich macht. Leider fehlen bislang wichtige Erkenntnisse darüber, durch welche Merkmale, Prozesse oder Aktivitäten sich erfolgreiche Schulens von weniger erfolgreichen unterscheiden und welchen Einfluss dabei bildungspolitischen Vorgaben haben. Damit ist das Projekt nicht nur aus einer wissenschaftlichen Perspektive relevant, sondern auch für die Frage der Steuerung von Bildungssystemen.

Direct link to Lay Summary Last update: 19.10.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
150133 Kontextsensitive Schulentwicklung. Eine fallvergleichende Studie zu adaptiv-kompensatorischen Handlungsstrategien von Primarschulen 01.02.2014 Project funding (Div. I-III)
156696 Selbstreguliertes Lernen und Maturaarbeit (SelMa) - Eine Prozess- und Wirkungsanalyse 01.02.2015 Project funding (Div. I-III)

Abstract

School Improvement Capacity for academic learning’ (SIC-AL) ist die Fähigkeit der Schule als Organisation und ihrer Akteure, auf schulinterne individuelle und kollektive (z.B. Kompetenzen der Lehrpersonen, schulinterne Strukturen, schulische Problemlagen) sowie schulexterne Gegebenheiten und Herausforderung (z.B. Governance-Systeme, soziale Lage) kompetent zu reagieren und das schulische und unterrichtliche Angebot systematisch und zielgerichtet in Abhängigkeiten dieser Herausforderungen weiterzuentwickeln, damit das Lernen der Schüler/innen verbessert und in der Folge alle Schüler/innen erfolgreich die Lernziele erreichen können. Erste empirische Befunde bestätigen den positiven Zusammenhang zwischen der Schulentwicklungskapazität und den Leistungen der Schüler/innen. Allerdings lassen sich bedeutsame Forschungsdesiderata feststellen. So besteht keine konsensfähige Definition, was unter Schulentwicklungskapazität verstanden wird, die bestehenden theoretischen Modelle benennen zwar einzelne Dimensionen der Schulentwicklungskapazität, identifizieren allerdings nicht die Beziehungen zwischen diesen Dimensionen. Es fehlt eine empirisch fundierte theoretische Modellierung und empirische Validierung der Modelle, da aus methodischer Perspektive meist einzig Selbsteinschätzungen der Akteure berücksichtigt werden, aber keine Performanz nahen Informationen zu den konkreten Handlungen und Orientierungen der Akteure. Es fehlen Studien, die die SIC-AL der Schulen vertiefend, unter Berücksichtigung schulinterner Prozesse und Strukturen sowie unter Berücksichtigung der Mehrebenenstruktur des Bildungswesens untersucht und diese in Beziehung zum Lernen der Schüler/innen gesetzt haben. Zudem wurden bislang bedeutsame Mediatoren in der Analyse des Zusammenhangs zwischen SIC-AL und dem Lernen der Schüler/innen, insbesondere die Unterrichtsqualität, ausser Acht gelassen, wobei ebenfalls unklar ist, inwiefern allfällige Zusammenhänge zwischen SIC-AL und den Lernleistungen der Schüler/innen für alle Schüler/innen gelten oder differenziell Effekte, so beispielsweise in Abhängigkeit des familiären Bildungshintergrund oder des Leistungsniveau bestehen. Ausgehend von diesen Forschungsdesiderata werden in dieser Studie drei Forschungsfragen bearbeitet: •FF1: Inwiefern zeigen sich systematische Unterschiede zwischen Primarschulen hinsichtlich ihrer SIC-AL und inwiefern können diese durch schulexterne Faktoren und schulinterne Faktoren erklärt werden?•FF 2: Inwiefern beeinflusst die SIC-AL die Motivationen und Kompetenzen in Mathematik sowie die Motivations- und Kompetenzentwicklung in Mathematik? •FF3: Inwiefern ergeben sich differenzielle Effekte von SIC-AL auf die Motivationen und Kompetenzen der Schüler/innen in Mathematik bzw. deren Entwicklung in Abhängigkeit des familiären Bildungshin-tergrunds und des Leistungsniveaus der Schüler/innen?Theoretisch wird Bezug genommen auf Giddens‘ Strukturationstheorie, mehrebenenanalytische Schuleffek-tivitäts- und Schulentwicklungstheorien sowie auf theoretische Ansätze der Rekontextualisierung (Fend) und des sensemaking (Weick). Untersucht werden die Forschungsfragen in 75 Primarschulen aus unterschiedlichen Kantonen der Deutschschweiz, die sich aufgrund des föderalistischen Bildungssystems in der Schweiz in Bezug auf das Vorhandensein von schulexternen und -internen Monitoringinstrumenten deutlich unterscheiden. In jeder Primarschule werden die Schulleitung, alle Lehr- und Fachpersonen (n = ca. 1500) sowie alle 7. Jahrgangsklassen (gemäss HarmoS) (ca. 11jährig) (total n = 1800 SuS) mehrmals befragt. Neben standardisierten Befragungen der Lehr- und Fachpersonen und Schulleitungen werden soziale Netzwerkanalysen und time-sampling Verfahren durchgeführt, um Performanz nahe Informationen zu den Prozessen und Akti-vitäten innerhalb der Schulen zu gewinnen. Auf der Basis der quantitativen Erhebungen werden in ausgewählten Schulen Gruppendiskussionen durchgeführt und qualitativ ausgewertet. Über eine Triangulation der Ergebnisse findet eine Integration aller Ergebnisse statt. Die geplante Studie ist aufgrund des komplexen Erhebungsdesigns und der innovativen Methoden in der Lage, den Forschungsstand zum theoretischen Verständnis der SIC-AL im Mehrebenensystem sowie zu ihrer Bedeutung für das Lernen und die Leistungen der Schüler/innen substanziell zu erweitern.
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