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Herausfordernde Verhaltensweisen von Erwachsenen mit kognitiven Beeinträchtigungen in Institutionen des Behindertenbereichs in der Schweiz

English title Challenging behaviour of adults with intellectual disabilities in institutional settings in Switzerland
Applicant Büschi Eva
Number 175843
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut Integration und Partizipation Hochschule für Soziale Arbeit Fachhochschule Nordwestschweiz
Institution of higher education University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland (without UTE) - FHNW
Main discipline Social work
Start/End 01.01.2018 - 31.12.2020
Approved amount 372'667.00
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Keywords (14)

Beeinträchtigung; Sachbeschädigung; Aggression; Herausfordernd; kognitiv; challenging behaviour; disability; aggression; Selbstverletzung; Verhaltensweise; Behinderung; Gewalt; Heim; Verhaltensauffälligkeit

Lay Summary (German)

Lead
Herausfordernde Verhaltensweisen wie Selbst-, Fremdaggressionen und Sachbechädigungen sind in Institutionen für Erwachsene mit kognitiven Beeinträchtigungen in der Schweiz ein aktuelles Thema. Diese Verhaltensweisen sind nie nur als Ausdruck der Herausforderung einer Klientin oder eines Klienten, sondern vielmehr systemökologisch zu betrachten. Neben der Person, die solche Verhaltensweisen zeigt, gilt es auch deren Umfeld zu berücksichtigen, um agogisch adäquat damit umzugehen.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Mit dem Forschungsprojekt HEVE sollen erstmals Daten zu herausfordernden Verhaltensweisen in den Institutionen des Behindertenbereichs der Schweiz gewonnen werden. Es bietet die Gelegenheit, eine Datenbasis zu dieser Thematik zu schaffen. Die in zwei quantitativen Teilen des Projekts erhobenen Daten ermöglichen repräsentative Angaben zur Häufigkeit und Ausgestaltung von herausfordernden Verhaltensweisen sowie zu deren Entstehung, Umgang und Folgen. In zwei qualitativen Teilen des Projekts werden diese Daten um die Perspektive der Betroffenen, ihrer Begleitpersonen und Angehörigen ergänzt.

 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Förderliche und hinderliche Faktoren im Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen werden somit erfasst, was die Entwicklung eines empirisch fundierten systemökologischen Best-Practices-Modells ermöglicht.

 

Key Words

Beeinträchtigung, Sachbeschädigung, Aggression, herausfordernd, kognitiv, challenging behaviour, disability, aggression, Verhaltensweise, Behinderung, Gewalt, Heim, Verhaltensauffälligkeiten

 

10.11.2017

Direct link to Lay Summary Last update: 15.11.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner

Abstract

Im Forschungsprojekt werden herausfordernde Verhaltensweisen von Erwachsenen mit kognitiven Beeinträchtigungen, die in Institutionen des Behindertenbereichs in der Schweiz leben, fokussiert - eine für die Praxis und Wissenschaft sehr aktuelle und relevante Thematik. Das Spektrum von herausfordernden Verhaltensweisen ist breit und umfasst u.a. Selbst-, Fremdaggressionen und Sachbeschädigungen. Fest steht jedoch, dass diese Verhaltensweisen nicht nur Ausdruck der Herausforderung der betroffenen Personen selbst sind, sondern auch alle anderen involvierten Personen im Umgang damit herausgefordert sind. Bisher existieren zu dieser Thematik in der Schweiz kaum Forschungsergebnisse. So lautet die übergeordnete Forschungsfrage: Wie wird mit herausfordernden Verhaltensweisen von Erwachsenen mit kognitiven Beeinträchtigungen in Institutionen des Behindertenbereichs in der Schweiz umgegangen?Das Forschungsprojekt ist in fünf Projektphasen gegliedert: 1.Phase: Eine nationale Vollerhebung (schriftlicher standardisierter Fragebogen) in allen Institutionen für Erwachsene mit kognitiven Beeinträchtigungen in der Schweiz liefert erstmals repräsentative Angaben zur Häufigkeit (Anzahl Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen) und den Formen von herausfordernden Verhaltensweisen. 2.Phase: Eine teilstandardisierte Erhebung (schriftlicher Fragebogen) an Bezugspersonen (geschichtete Stichprobe aus Institutionen der Phase 1) liefert repräsentative Daten zur Entstehung von herausfordernden Verhaltensweisen, zum institutionellen Umgang damit und daraus entstehenden Folgen (für Klientel, Begleitpersonen sowie Institution). 3.Phase: 20 Interviews bzw. Videoanalysen mit Erwachsenen, die kognitiv beeinträchtigt sind und herausfordernde Verhaltensweisen zeigen, erfassen die Perspektive der Betroffenen (aus Daten der Phase 1 werden 20 outliers ausgewählt - je zehn mit positivem und problematischem Umgang bezüglich herausfordernden Verhaltensweisen). 4.Phase: 20 Gruppendiskussionen mit allen in der Begleitung involvierten Personen (interdisziplinäre Teams zu den 20 Personen aus Phase 3) ermöglichen eine systemökologische Analyse des spezifischen Umgangs mit herausfordernden Verhaltensweisen. So werden unter Berücksichtigung der verschiedenen Systemebenen (Mikro-, Meso-, Exosysteme) förderliche und hinderliche Faktoren für eine erfolgreiche Passung zwischen Individuum und Umwelt herausgearbeitet. Zudem werden 20 Einzelinterviews mit einem Elternteil bzw. engsten Angehörigen geführt, um auch deren Perspektive zu erfassen.5.Phase: Die Datenauswertung und Ergebnistriangulation ergeben repräsentative Resultate zu Häufigkeit, Formen, Entstehung, Umgang mit und Folgen von herausfordernden Verhaltensweisen in Institutionen des Behindertenbereichs. Zudem wird (aus den qualitativen Teilen der Studie) ein systemökologisches Best-Practices-Modell abgeleitet, das förderliche und hinderliche Faktoren bezüglich des Umgangs mit herausfordernden Verhaltensweisen enthält und die Perspektiven der Klientel, der Begleitpersonen (interdisziplinäre Teams) und der Angehörigen umfasst. Das Projekt zeichnet sich durch seine Anwendungsorientierung und Relevanz für die Praxis und Wissenschaft aus. Die Forschenden, ein Team aus den Hochschulen für Soziale Arbeit an der FHNW und HSLU sowie der Universität Zürich, intendieren mit dem Mixed-Methods-Forschungsdesign eine multimodale Herangehensweise an diese komplexe Thematik und zielen auf eine fundierte Analyse der aktuellen Situation in Institutionen in der Schweiz.
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