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Der Medienwandel zum Tonfilm und die Kino-Öffentlichkeit in der Schweiz, 1927-1934

Applicant Berry Jessica
Number 175402
Funding scheme Doc.CH
Research institution Seminar für Filmwissenschaft Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Theatre and Cinema
Start/End 01.09.2017 - 31.08.2021
Approved amount 283'533.00
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Keywords (9)

Medienwandel; Kinoöffentlichkeit; Stummfilm; Tonfilm; Diskursgeschichte; Wahrnehmungsdispositv; Transnationalität; Filmdiskurse; Filmgeschichte

Lay Summary (German)

Lead
Die Etablierung des Tonfilms begann international schrittweise ab 1927 und setzte in Westeuropa 1929/30 auf breiter Front ein. Um 1934 ist der Prozess im wesentlichen abgeschlossen. Die Schweiz ist hinsichtlich dieses Umbruchs aufgrund der verschiedenen Landessprachen ein besonders interessanter Fall, da die Multilingualität zusätzliche Herausforderungen an die für den Tonfilm relevante Sprachlichkeit stellt.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Mit Medienumbrüchen geht meist die Restrukturierung der Öffentlichkeit einher. Für dieses Projekt gilt es, die Entwicklung der schweizerischen Kino-Öffentlichkeit im Zeichen des neuen Tonfilms historiographisch zu untersuchen. Das bedeutet, die Neugestaltung von Vertriebs- und Kinonetzen, von Kommunikationswegen und Aufführungspraktiken zu ermitteln.

Das Projekt beschäftigt sich auch besonders mit den Inhalten der damaligen Diskurse, die Debatten und Kontroversen über den Tonfilm – über die neue Filmästhetik und das Sprachenproblem. Wie reagierte das Publikum  und wie die Intellektuellen? Welche Topoi bestimmten den Diskurs.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts

Die Forschungslinie zur Kinoöffentlichkeit hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten international etabliert. Das Projekt ist zudem nicht nur von historiografischem Interesse für das kulturelle Gedächtnis der Schweiz, es besitzt auch insofern Aktualität, als es eine Studie zu einem Medienwechsel darstellt, der viele Bezüge zu anderen Medienumbrüchen – beispielsweise dem Medienwechsel hin zum digitalen Zeitalter – aufweist. In Hinsicht auf solche Zusammenhänge möchte das Dissertationsprojekt zu einem historischen Bewusstsein beitragen,  welches auch das  Verständnis heutiger Prozesse schärft.

Direct link to Lay Summary Last update: 28.08.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Abstract

Das geplante filmwissenschaftliche Dissertationsprojekt soll sich der kultur- und filmhistorischen Untersuchung eines Medienwandels in einem spezifischen nationalen/kulturellen Raum (mit seiner transnationalen Verflechtung) widmen. Es handelt sich um die Etablierung des Tonfilms, die sich weltweit schrittweise ab 1927/29 vollzog und um 1934 im Wesentlichen abgeschlossen ist. Erforscht werden soll dieser Prozess im multilingualen Raum der Schweiz, der besondere Herausforderungen an die für den Tonfilm relevante Sprachlichkeit stellt. Mit Medienumbrüchen geht meist die Restrukturierung der Öffentlichkeit einher, in diesem Fall der Kinoöffentlichkeit der Schweiz im Untersuchungszeitraum. Deren Restrukturierung im Zuge der Durch-setzung des Tonfilms vollzog sich auf Grundlage der Neugestaltung von Vertriebs- und Kinonetzen, von Dispositiv und Aufführungspraktiken und von Kommunikationswegen (hier vor allem Presse), und sie äussert sich in den Debatten jener Zeit zum Kino, teils auch in der zeitgenössischen Filmkritik. Die wissenschaftliche Sichtung und Erschliessung solcher Faktoren soll die qualitative Analyse von Entwicklungen und Wandlungen der Kinoöffentlichkeit untersetzen. Dabei wird Fragen nach Besonderheiten der Entwicklungen in einem mehrsprachigen nationalen Raum stets besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Dies geht über den besonders bedeutsamen Aspekt der Entwicklung von Praktiken des Sprachtransfers noch hinaus; es schliesst auch Fragen nach Entwicklungsbesonderheiten in den Sprachregionen ein und fordert die Reflexion des Verhältnisses von transnationalen Trends, die sich mit dem Tonfilm verbinden, und nationalen sowie regionalen Eigentümlichkeiten ein.Hauptziel ist es, mit einem medienkulturhistorischen Interesse die historiografische Erschliessung wesentlicher Züge des Tonfilm-Medienwandels in der Schweiz zu erschliessen und in Hinsicht auf deren Bedeutung für Umbrüche in der mehrsprachigen schweizerischen Kinoöffentlichkeit zu untersuchen. Damit wird einerseits einem Desiderat der filmhistorischen Forschung zur Schweiz begegnet und andererseits mit dem Konzept der Kinoöffentlichkeit ein innovativer Forschungsansatz verfolgt, der sich in den letzten Jahren in der internationalen Forschungslandschaft etabliert hat. Mit einer Perspektive, die dabei das Verhältnis von transnationalen und nationalen Momenten akzentuiert und dabei Aspekte eines mehrsprachigen Raumes betrachtet, möchte die Arbeit zugleich aktuellen Erkenntnisbedürfnissen in besonderer Weise gerecht werden.
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