Project

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"A family-borne disease". Schizophrenie und Familie als Forschungszusammenhang, 1948-1983

English title 'A family-borne disease' - A history of the interrelation between family and schizophrenia, 1948-1983
Applicant Lienhard Marina Lucia
Number 171325
Funding scheme Marie Heim-Voegtlin grants
Research institution Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.04.2017 - 30.06.2019
Approved amount 78'538.00
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Keywords (17)

schizophrenia; schizophrenogenic mother; anti-psychiatry; history of psychiatry; history of science; history of knowledge; gender history; GB; USA; cold war; 1968; postwar period; family; psychoanalysis; family therapy; social psychiatry; neuroscience

Lay Summary (German)

Lead
In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg erforschten verschiedene Forschungsgruppen in den USA und Grossbritannien den Zusammenhang zwischen den Familien, in denen Patienten mit der Diagnose “Schizophrenie” aufgewachsen waren, und dem Ausbruch der Krankheit. “Schizophrenie” war für sie nicht etwas, was spontan in einem einzelnen Menschen entsteht, sondern etwas was durch eine ungesunde Beziehung zur Mutter, eine schlechte Diskussionskultur in der Familie oder sogar durch eine repressive Gesellschaft hervorgebracht wird.
Lay summary

Ziel des Projekts ist es, den Aufstieg und Niedergang der Theorien nachzuzeichnen, in welchen die Familie für die Entstehung der Schizophrenie (mit-)veranzwortlich gemacht wird. Welche gesellschaftlichen Entwicklungen weckten das Interesse an solchen Forschungsfragen? Weshalb verlor diese Forschung in den späten siebziger Jahren an Ansehen? Das Projekt möchte zeigen, wie psychiatrische Forschung mit Kultur, Politik, anderen Wissenschaften und klinischer Praxis verwoben ist.

Das Projekt leistet einerseits einen Beitrag zur Sozial- und Kulturgeschichte der Psychiatrie und andererseits zu einer Wissensgeschichte der Schizophrenie. Ebenso kann in die Geschlechter- und Familiengeschichte eingeordnet werden, da  der Fokus der Untersuchung auf den impliziten Vorstellungen von Geschlecht und Familie liegt, der in den Schizophrenietheorien zum Ausdruck kommt.

Direct link to Lay Summary Last update: 27.03.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Yves Hänggi Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Lisa Malich Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Ursina Klauser Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Das Wissen vom Kind in Psychologie, Psychiatrie und Psychoanalyse im 20. Jahrhundert Talk given at a conference Vom mal de mère zur folie en famille. Schizophrenie und die Mutter–Kind-Beziehung, 1930er bis 1950er Jahre 23.02.2018 Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Switzerland Lienhard Marina Lucia;
Retraite des Lehrstuhls Caroline Arni Talk given at a conference Heterosexual Nightmares 12.06.2017 La Ferrière, Switzerland Lienhard Marina Lucia;
Werkstattgespräche Talk given at a conference Die Schizophrenogene Mutter 02.05.2017 Zürich, Switzerland Lienhard Marina Lucia;


Self-organised

Title Date Place
Das Wissen vom Kind in Psychologie, Psychiatrie und Psychoanalyse im 20. Jahrhundert 23.02.2018 Forschungsstelle für Sozial und Wirtschaftsgeschichte, Switzerland

Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
› Schizophrenie‹ aus interdisziplinärer Perspektive« Weiterbildung am PZM Psychiatriezentrum Münsingen Talk 17.05.2017 Münsingen AG, Switzerland Lienhard Marina Lucia;


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
143804 "Schizophrenie": Rezeption, Bedeutungswandel und Kritik eines Begriffes im 20. Jahrhundert. Ein interdisziplinäres Projekt. 01.01.2013 Interdisciplinary projects

Abstract

Nach dem Zweiten Weltkrieg rückte besonders in der angelsächsischen Schizophrenieforschung die Familie der Diagnostizierten ins Zentrum des Interesses. Schizophrenie wurde nicht mehr nur auf Individuen bezogen, sondern auch auf Familienkonstellationen und ab Mitte der sechziger Jahre gar auf Gesellschaftsformen. Das Forschungsprojekt untersucht den Aufstieg und Niedergang von wissenschaftlichen Theorien über den Ursprung der Schizophrenie, welche der Familie als soziale Einheit eine aktive Rolle zuschreiben. Dabei stehen drei Aspekte im Vordergrund: Erstens soll aufgezeigt werden, wie sich das Krankheitsbild der Schizophrenie von der Nachkriegszeit bis anfangs achtziger Jahre gewandelt hat, und unter welchen sozialen, kulturellen und historischen Entstehungs- und Möglichkeitsbedingungen dieser Wandel stattgefunden hat. Zweitens wird danach gefragt, welche Vorstellungen von Familie und Gesellschaft in diesen Krankheitsbildern transportiert, verhandelt oder abgelehnt wurden. Drittens soll - gleichsam in einer übergeordneten Perspektive - das wandelnde Selbstverständnis der Psychiatrie in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts beleuchtet und in grössere gesellschaftspolitische und wissenschaftliche Entwicklungen eingeordnet werden. Dazu werden wissenschafts- und geschlechtergeschichtliche Ansätze verwendet.
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