Projekt

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Arbeiten im schweizerischen Justizvollzug: Eine regelmässige Befragung des Personals, der Gefangenen und der Anstalten

Titel Englisch Working in the Swiss Prison System: A Longitudinal Study of Prison Staff, Inmates and Prisons
Gesuchsteller/in Hostettler Ueli
Nummer 169495
Förderungsinstrument Projektförderung (Abt. I-III)
Forschungseinrichtung Institut für Strafrecht und Kriminologie Universität Bern
Hochschule Universität Bern - BE
Hauptdisziplin Soziologie
Beginn/Ende 01.11.2016 - 31.10.2019
Bewilligter Betrag 348'215.00
Alle Daten anzeigen

Alle Disziplinen (2)

Disziplin
Soziologie
Rechtswissenschaften

Keywords (16)

Working life; Schweiz; Prison System; Arbeitsbeziehungen; Human Relations Management; Prison Staff; Switzerland; Attitudes; Staff-Prisoner-Relationship; Umfrage; Prison Culture; Arbeitseinstellungen; Arbeitsmarkt; Längsschnittstudie; Arbeitsverhalten; Justizvollzug

Lay Summary (Deutsch)

Lead
2012 hat die Forschungsgruppe die erste Befragung des Personals im Strafvollzug durchgeführt. Deren Wiederholung erlaubt neu längsschnittliche Analysen (Veränderung, Ursachen, Trends) und den Einbezug des sozialen Klimas in den Anstalten durch Gefangene und die DirektorInnen. So wird die Wissensgrundlage zum Justizvollzug erweitert und Handlungswissen für dessen Entwicklung generiert.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Bauten, Sicherheitstechnik, Regeln und Arbeitsabläufe sind wichtige Elemente, aber erst durch die Arbeit des Personals und die Interaktion mit Gefangenen im Arbeitsalltag werden die Leistungen im Hinblick auf die Resozialisierung, Rückfallminderung und Sicherheit erbracht.

Zentrale Frage ist, welche Rolle das Arbeitsklima beim Personal, dessen Wohlbefinden und die Interaktion zwischen Personal und Gefangenen für das soziale Klima und das Wohlbefinden und Verhalten der Gefangenen spielt. Umgekehrt wird gefragt, wie das soziale Klima in den Anstalten, das Arbeitsklima bei den Angestellten und die Beziehung zu Gefangenen das Wohlbefinden und den Arbeitsalltag des Personals beeinflussen. Die Untersuchung geht davon, dass das soziale Klima diese wechselseitige Beeinflussung von Personal und Gefangenen vermittelt (Mediationseffekt) und dass die Rahmenbedingungen und Unterschiede der Institutionen sowie äusserer Einflüsse zu berücksichtigen sind.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Die Studie ermöglicht einen signifikanten Beitrag zur internationalen Forschung und erweitert die Wissensgrundlagen für die Beurteilung, Steuerung und Entwicklung des Schweizer Justizvollzugs. Sozialpolitisch betrachtet, wird dazu beigetragen, die politische Auseinandersetzung zum Justizvollzug, der Rolle der Mitarbeitenden sowie Sicherheit und Kriminalität auf systematische Grundlagen abzustützen.

Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 03.11.2016

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Wissenschaftliche Veranstaltungen

Aktiver Beitrag

Titel Art des Beitrags Titel des Artikels oder Beitrages Datum Ort Beteiligte Personen
17th Annual Conference of the European Society of Criminology, EuroCRIM17 Vortrag im Rahmen einer Tagung Working in the Swiss Prison System: A Longitudinal Study of Prison Staff, Inmates and Prisons 13.09.2017 Cardiff, Wales, Grossbritannien und Nordirland Schenker Nino; Isenhardt Anna; Hostettler Ueli;
Konferenz der Schweizer Gefängnisärzte (KSG) Vortrag im Rahmen einer Tagung Das Gefängnis als Forschungsfeld 21.01.2017 Bellinzona, Schweiz Hostettler Ueli;


Verbundene Projekte

Nummer Titel Start Förderungsinstrument
143207 Sicherheit im Freiheitsentzug - Die Bedeutung institutioneller Merkmale und individueller Eigenschaften von Insassen und Angestellten für die Sicherheit in Einrichtungen des Schweizer Freiheitsentzugs 01.02.2013 Projektförderung (Abt. I-III)
130375 Sicherheit - Alltag des Strafvollzugspersonals: Eine Studie zu Dispositiven, Praxis, Diskursen und Einstellungen im geschlossenen Strafvollzug der Schweiz 01.09.2010 Projektförderung (Abt. I-III)

Abstract

Die beantragten Mittel ermöglichen den Ausbau der Forschung im Schweizer Justizvollzug. Charakteristische Bauten, Sicherheitstechnik, Regeln und Arbeitsabläufe sind wichtige Elemente des Systems. Aber erst durch die Arbeit des Personals und die Interaktion mit Gefangenen im Arbeitsalltag werden die Vollzugsleistungen im Hinblick auf die Resozialisierung und die Verminderung der Rückfälligkeit erbracht. Trotz seiner zentralen Rolle fand das Personal in der Forschung kaum Beachtung. Die von der Forschungsgruppe des Antragstellers 2012 durchgeführte Befragung ermöglichte die erste gesamtschweizerische Sicht der Arbeitsbeziehungen, Arbeitseinstellungen, Arbeitsverhalten und institutionellen Rahmenbedingungen für das Personal im Justizvollzug.Das Projekt soll diese Erhebung in eine regelmässige Befragung (Längsschnitt) überführen und um eine Befragung der Gefangenen und Anstaltsleitungen erweitern. So wird das Potenzial und die Investition der ersten Befragung erweitert und ein auswertungstechnischer und inhaltlicher Mehrwert hinsichtlich der bisherigen Befunde und wissenschaftlichen Grundlagen geschaffen, weil neu auch Veränderungen, Trends, Kohorteneffekte und Kausalitäten beschrieben und analysiert werden können.Damit kann ein signifikanter Beitrag zur internationalen Forschung geleistet werden und die Wissensgrundlagen für die Beurteilung, Steuerung und Entwicklung des Schweizer Justizvollzugs wird auch für EntscheidungsträgerInnen und Anspruchsgruppen ausgebaut. Sozialpolitisch betrachtet, wird dazu beigetragen, politische Diskussionen zum Justizvollzug, der Rolle der Mitarbeitenden sowie Sicherheit und Kriminalität auf Fakten abzustützen.
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