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ECMO zwischen Indikation und Futility: Faktorieller Survey zur Messung von Normen und Werturteilen bei Entscheidung zur Extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO)

English title ECMO between indication and futility: Factorial survey to measure norms and values with regard to decisions on extracorporal membrane oxygenation (ECMO)
Applicant Krones Tanja
Number 169277
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Sociology
Start/End 01.01.2017 - 31.12.2019
Approved amount 462'945.00
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All Disciplines (4)

Discipline
Sociology
Philosophy
Surgery
Internal Medicine

Keywords (6)

Systematisches Review; ECMO; Klinische Ethik; Medizinische Entscheidungsfindung; Faktorieller Survey; Medical Futility

Lay Summary (German)

Lead
Die Diskussionen um Machbares, Nützliches und Sinnvolles an den Grenzen des Lebens stellen ein zentrales Feld der medizinethischen Debatte dar. Die Frage, wann eine lebensverlängernde Behandlung klar keinen Nutzen mehr hat und eine bestmögliche palliative Therapie allein den Vorrang haben sollte, ist allerdings oft schwierig zu beantworten. Am Beispiel eines der neuesten lebensverlängernden intensivmedizinischen Verfahren, der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO), leistet das Projekt einen Beitrag zu dieser Debatte.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Die ECMO ist eines der neuesten lebensverlängernden intensivmedizinischen Verfahren für sehr schwer kranke Patienten. Die ECMO erlaubt, bei sehr schlechter/ausgefallener Lungen- und/oder Herzfunktion diese Organe für eine gewisse Zeit zu überbrücken und den Patienten auf der Intensivstation zu stabilisieren. Die Zahlen von Patienten an der ECMO steigen in den letzten Jahren rapide an, ebenso werden die Indikationen für ECMOs zunehmend erweitert, ohne dass für alle Indikationen eine klare Evidenz vorliegt. In vielen Fällen sterben Patienten trotz wochenlanger ECMO. Die Patienten sind unter der ECMO nicht notwendig sediert, d.h. manche erleben die Situation zeitweilig bei vollem Bewusstsein.

Die Ziele des Projekts bestehen darin, die Normen, Werturteile und Handlungsabsichten der mit der ECMO betrauten Berufsgruppen (Intensivmediziner, Herz-/Thoraxchirurgen, Kardiologen und Kardiotechniker) bezüglich der Kriterien, einen Patienten (nicht) an die ECMO zu nehmen, oder die ECMO abzubrechen und auf eine palliative Therapie umzustellen, über ein Experiment zu ermitteln. Die über das Experiment ermittelten Faktoren werden den gemäss Literatur tatsächlich evidenten Befunden zu Nutzen, Schaden und Anwendbarkeit gegenübergestellt.

 Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Das Projekt leistet einen Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte über die Aussichtslosigkeit medizinischer Massnahmen am Beispiel der ECMO Therapie. Darüber hinaus wird ein Beitrag zur ethischen Debatte über derzeitige medizinethische Konzepte von medizinischer Aussichtslosigkeit weiter vorangetrieben und ggf. neue ethische Fragestellungen, zum Beispiel in Bezug auf die Allokation knapper Ressourcen identifiziert. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts lassen sich in den klinischen Alltag von ECMO Anwendern, etwa in Form von Guidelines, integrieren.

Direct link to Lay Summary Last update: 16.12.2016

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité Berlin Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Universität Göttingen Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
International Association of Bioethics World conference Poster Key factors in decision-making for Extracorporeal life support. Ethical implications, abstract submitted 2019 and accepted 04.12.2019 Philadelphia, United States of America Brandi Giovanna; Hagenbuch Niels; Budilivschi Ana; Krones Tanja; Drewniak Daniel; Steiger Peter; Bühler Philipp Karl;


Self-organised

Title Date Place
Einladung zum Workshop "ECMO zwischen Indikation und Futility: Faktorieller Survey zur Messung von Verhaltensabsichten, Normen und Werturteilen bei Entscheidung zur Extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO)" 10.11.2017 Zurich, Switzerland

Abstract

Die Diskussionen um Machbares, Nützliches und Sinnvolles an den Grenzen des Lebens stellen ein zentrales Feld der medizinethischen Debatte dar. Hierbei geht es meist um die Frage, wann eine lebensverlängernde Behandlung klar keinen Nutzen mehr hat und eine bestmögliche palliative Therapie allein den Vorrang haben sollte. Diese Grenze zu bestimmen ist allerdings alles andere als trivial. Die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) ist eines der neuesten lebensverlängernden intensivmedizinischen Verfahren für sehr schwer kranke Patienten. Die ECMO erlaubt, bei sehr schlechter/ausgefallener Lungen- und/oder Herzfunktion, den Patienten für eine gewisse Zeit auf der Intensivstation zu stabilisieren. Was früher eine „futility“-Situation war ist nun eine mögliche Indikation für eine ECMO. Manche Patienten liegen wochenlang an der ECMO, teils bewusst, mit vermutlich sehr geringer Lebensqualität, viele sterben dennoch. Die Ziele des Projekts bestehen darin, die Normen und Werturteile der mit der ECMO betrauten Berufsguppen (Intensivmediziner, Herz-/Thoraxchirurgen, Kardiologen und Kardiotechniker) bezüglich der Kriterien, einen Patienten (nicht) an die ECMO zu nehmen, oder die ECMO abzubrechen und auf eine palliative Therapie umzustellen, mittels eines faktoriellen Surveys zu ermitteln. Die experimentell ermittelten Faktoren werden den gemäss Literatur tatsächlich evidenten Befunden zu Nutzen, Schaden und Anwendbarkeit gegenübergestellt. Aus den empirischen Befunden werden ethische Implikationen und Empfehlungen für den klinischen Alltag abgeleitet.
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