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Erschwerte Inanspruchnahme suchtpräventiver Angebote durch sozioökonomisch benachteiligte Eltern und Familien mit (prä-)adoleszenten Kindern: Eine qualitative Untersuchung zum Phänomen „Identification of Candidacy“ in der deutschsprachigen Schweiz

English title Hindered Usage of Drug Prevention Services by Socio-economically Deprived Parents and Families with (Pre-)adolescent Children: A Qualitative Study about the Phenomenon “Identification of Candidacy” in the German Speaking Part of Switzerland
Applicant Pfister Andreas
Number 169162
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Soziale Arbeit Institut für soziokulturelle Entwicklung Hochschule Luzern
Institution of higher education Lucerne University of Applied Sciences and Arts - HSLU
Main discipline Social work
Start/End 01.03.2017 - 29.02.2020
Approved amount 333'048.00
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Keywords (10)

Services; Hard-to-reach; Family; Health Inequalities; Concept of Candidacy; Parents; Prevention; Health Promotion; Substance Use; Socioeconomically Disadvantaged

Lay Summary (German)

Lead
Die qualitative Studie geht den Gründen nach, die den Zugang sozioökonomisch benachteiligter Familien mit (prä-)adoleszenten Kindern zu suchtpräventiven Angeboten und Massnahmen in der deutschsprachigen Schweiz erschweren. Die Forschungsergebnisse sollen Ansatzpunkte für eine Verbesserung der suchtpräventiven Versorgung dieser Gruppen liefern.
Lay summary

Hintergründe und Ziele

Einige suchtpräventive Angebote, strukturelle und verhaltensorientierte Massnahmen zur Vorbeugung problematischen Verhaltens und Konsums psychoaktiver Substanzen bei Kindern und Jugendlichen, richten sich gezielt an Familien. Mit dem Ansatz der familienbezogenen Suchtprävention sollen insbesondere auch sozial schlechter gestellte, sogenannt sozioökonomisch benachteiligte Familien erreicht werden. Eltern/-teile und Kinder in diesen Familien sind aufgrund prekärer Lebensbedingungen besonderen Belastungen ausgesetzt. Zudem werden diese Familien mit einem hohen Bedarf an Prävention und Gesundheitsförderung immer noch schlecht erreicht. Einige Barrieren, die den Zugang zur suchtpräventiven Versorgung erschweren, sind bekannt (finanzielle Deprivation, Sprache usw.). Das Zusammenwirken dieser Barrieren und das Zustandekommen von „schwerer Erreichbarkeit“ aus der Perspektive der betroffenen Familien und ihrer Lebenswelt sind jedoch weitgehend unerforscht. Das Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es denn auch, zu rekonstruieren, welche Konstellationen und (Lebens-)Umstände bei sozioökonomisch benachteiligten Eltern und ihren (prä-)adoleszenten Kindern in der deutschsprachigen Schweiz zu einer erschwerten Inanspruchnahme suchtpräventiver Angebote und Projekte führen. Im Rahmen der qualitativen Untersuchung werden 36 problemzentrierte Interviews mit Eltern/-teilen und ihren Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren geführt.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Das Projekt stellt die erste wissenschaftliche Untersuchung zu dieser Problemstellung in der Schweiz dar. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, die suchtpräventive Versorgung soziökonomisch benachteiligter Familien in der Schweiz zu instruieren und zu verbessern.

Direct link to Lay Summary Last update: 24.02.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Qualitative Forschung mit dem „Concept of Candidacy“Erschwerte Inanspruchnahme suchtpräventiver Angebote besser verstehen
Pfister Andreas (2018), Qualitative Forschung mit dem „Concept of Candidacy“Erschwerte Inanspruchnahme suchtpräventiver Angebote besser verstehen, in SUCHT, 64(3), 149-155.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Prof. Dr. Daniel Gredig/ Hochschule für Soziale Arbeit FHNW Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Mhairi Mackenzie/University of Glasgow Great Britain and Northern Ireland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Prof. Dr. Catrin Heite/Universität Zürich - Lehrstuhl Sozialpädagogik Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Prof. Dr. Christian Janßen/Hochschule für angewandte Wissenschaften München Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Die Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich (Stellenverbund) Switzerland (Europe)
- Industry/business/other use-inspired collaboration

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
9th European Conference for Social Work Research (Special Interest Group Session "Social Work & Health") Talk given at a conference Hindered participation in addiction prevention services. Researching the case of socio-economically deprived families with (pre-)adolescent children in German-speaking Switzerland 10.04.2019 Leuven, Belgium Pfister Andreas; Wyss Sabrina; Koschmieder Nikola;
9th European Conference for Social Work Research 2019 Poster "Reaching the hard-to-reach" – Success factors for including families living in poor socio-economic circumstances in qualitative studies 10.04.2019 Leuven, Belgium Wyss Sabrina; Koschmieder Nikola; Pfister Andreas;
Armut und Gesundheit 2019 – Der Public Health-Kongress in Deutschland Poster Erreichbarkeit sozioökonomisch benachteiligter Familien – «Reaching the hard-to-reach» 14.03.2019 Berlin, Germany Pfister Andreas; Koschmieder Nikola; Wyss Sabrina;
Participate! Interdisciplinary participatory approaches in spatial planning & development Talk given at a conference Hindered participation in addiction prevention services. Researching the case of socio-economically deprived families with (pre-)adolescent children in German-speaking Switzerland 24.09.2018 Chicago, United States of America Pfister Andreas; Koschmieder Nikola; Wyss Sabrina;
Unspoken, Unseen, Unheard of. Unexplored Realities in Qualitative Research Talk given at a conference Talking with kids about substance use. Managing worries in an interview 07.09.2018 St. Gallen, Switzerland Pfister Andreas; Koschmieder Nikola; Wyss Sabrina;
3. Nationale Tagung “Gesundheit & Armut” Talk given at a conference Erschwerter Zugang sozioökonomisch benachteiligter Familien zu suchtpräventiven Angeboten – Forschungsdesign und erste Felderfahrungen 22.06.2018 Bern, Switzerland Wyss Sabrina; Koschmieder Nikola; Pfister Andreas;
8th European Conference for Social Work Research Talk given at a conference Researching unequal access to social and health services – the utility of the “concept of candidacy” for social work research (Symposium, together with Mhairi Mackenzie) 20.04.2018 Edinburgh, Great Britain and Northern Ireland Pfister Andreas; Koschmieder Nikola; Wyss Sabrina;
8th European Conference for Social Work Research Talk given at a conference To identify as a candidate for addiction prevention. Researching the case of socio-economically deprived families with (pre-)adolescent children in German-speaking Switzerland 20.04.2018 Edinburgh, Great Britain and Northern Ireland Koschmieder Nikola; Wyss Sabrina; Pfister Andreas;
Kolloquium Erziehungswissenschaft (Sozialpädagogik) an der Universität Zürich Individual talk Erschwerte Inanspruchnahme suchtpräventiver Angebote durch sozioökonomisch benachteiligte Eltern und Familien mit (prä-)adoleszenten Kindern – Präsentation des Forschungsprojekts. 20.09.2017 Zürich, Switzerland Wyss Sabrina; Koschmieder Nikola; Pfister Andreas;


Knowledge transfer events

Abstract

Ausgangslage und Ziele der Untersuchung:Die späte Kindheit und frühe Adoleszenz gilt als wichtiges Fenster für die Suchtprävention. Familienbezogene Suchtprävention ist dabei ein vielversprechender Ansatz. Auch bei diesem Ansatz zeigt sich aber, dass sozioökonomisch benachteiligte Eltern und ihre Kinder nur schlecht erreicht werden. Über die genauen Umstände und Hintergründe erschwerter Inanspruchnahme suchtpräventiver Leistungen durch diese im Kontext von Sucht besonders vulnerable Gruppe liegt in der Schweiz jedoch keine empirische Studie vor. Auch international fehlen Studien, die mit einem verstehenden Zugriff diese Dynamik rekonstruieren könnten. Ein systematischer Review über den Zugang vulnerabler Gruppen zum Gesundheitswesen brachte 2005/2006 das „Concept of Candidacy“ hervor. Individuen oder Gruppen müssen sich überhaupt erst als legitime Kandidatinnen und Kandidaten für bestimmte Dienstleistungen („Services“) erkennen, damit es zu einer Interaktionssequenz mit Professionellen des Gesundheitswesens kommt, wie das erste Stadium von „Candidacy“ deutlich macht. Das „Concept of Candidacy“ bietet, genutzt als „Sensitizing Concept“, ideale Anschlusspunkte, um das Phänomen der erschwerten Inanspruchnahme suchtpräventiver Leistungen ausgehend von der Lebenswelt sozioökonomisch benachteiligter Eltern und ihrer (prä-)adoleszenten Kinder in der Schweiz erstmals zu erforschen. Ziel dieser Untersuchung ist es, zu rekonstruieren, welche Konstellationen und (Lebens-)Umstände bei sozioökonomisch benachteiligten Eltern und ihren (prä-)adoleszenten Kindern in der deutschsprachigen Schweiz zu einer erschwerten Inanspruchnahme suchtpräventiver Angebote und Projekte führen. Dabei gilt das Interesse dem ersten Stadium von „Candidacy“, der „Identification of Candidacy“. Es soll rekonstruiert werden, wie der Prozess der „Identification of Candidacy“ bei sozioökonomisch benachteiligten Eltern und ihren (prä-)adoleszenten Kindern in ihrer jeweiligen Lebenswelt von statten geht.Fragestellung:Wie werden sozioökonomisch benachteiligte Eltern und ihre (prä-)adoleszenten Kinder in der deutschsprachigen Schweiz zu Kandidatinnen und Kandidaten von Suchtprävention („Identification of Candidacy“)? Vor dem Hintergrund welcher Konstellationen und (Lebens-)Umstände kommen diese Eltern und Kinder zum Schluss, dass für sie suchtpräventive Informationen, Unterstützungsangebote und/oder Kontakte zu (Fach-)Personen in Frage kommen oder nicht? Methode und Stichprobe:Die Datenerhebung erfolgt mittels Problemzentrierter Interviews. Sozioökonomisch benachteiligte Eltern und ihre (prä-)adoleszenten Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren, die in der deutschsprachigen Schweiz wohnhaft sind, werden befragt (total 36 Interviews). Die Auswahl der Interviewpartner/innen erfolgt nach den Grundsätzen des theoretischen Samplings. Die verbalen Daten werden nach der Grounded Theory mittels Theoretischem Kodieren ausgewertet.Bedeutung des Projekts:Das Projekt stellt die erste wissenschaftliche Untersuchung zu dieser Problemstellung in der Schweiz dar. Im internationalen Forschungsdiskurs ist sie eine der ersten Studien, die die Hintergründe erschwerter Inanspruchnahme suchtpräventiver Angebote und Projekte durch soziökonomisch benachteiligte Familien mittels qualitativer Methoden erforscht. Anschlusspunkte für eine evidenzbasierte Ausrichtung familienbezogener Suchtprävention in der Schweiz würden dadurch geschaffen. Die suchtpräventive Versorgung sozioökonomisch benachteiligter Familien könnte verbessert werden.
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