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Musik und Migration: Interaktionssphären, Veränderungsprozesse und transkulturelle Verflechtung in der Musikregion Basel

English title Music and Migration: Interactional Spheres, Processes of Change, and Transcultural Entanglement in the Basel Music-Region
Applicant Kunkel Michael
Number 163164
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Forschung und Entwicklung Hochschule für Musik Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Institution of higher education University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland (without UTE) - FHNW
Main discipline Music, Theatre
Start/End 01.05.2016 - 31.10.2019
Approved amount 580'259.00
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All Disciplines (3)

Discipline
Music, Theatre
Sociology
Educational science and Pedagogy

Keywords (5)

Music Pedagogy; Migration; Music Education Research; Music; Transculturality

Lay Summary (German)

Lead
„War for Talents“, „Battle for Brain Power“: Martialische Begriffe markieren einen Teil des öffentlichen Diskurses zu hochqualifizierter Migration (HQM) im Wirtschaftsbereich. Nicht nur hieran lässt sich ablesen, dass Mobilitätsphänomenen aus unterschiedlichen Perspektiven eine existenzielle Dimension zugeschrieben wird. Im Musikbereich drohe etwa eine urbane „Musikwüste“, wenn ausländische MusikerInnen ausgewiesen würden. In dieser Metaphorik werden wirtschaftliche und kulturelle Grundfunktionen eng an eine (über)lebensnotwendige hochqualifizierte Migration in der Schweiz gekoppelt. Und dennoch ist dieser Bereich in Bezug auf hochqualifizierte Migration im Musikbereich (HQMM) bislang noch kaum erforscht, obwohl dieses Feld durch eine „hyper mobility“ gekennzeichnet ist: Die Hochschule für Musik Basel weist einen AusländerInnenanteil von 70 Prozent auf; in keinem anderen Sektor findet sich eine derart hohe Rate.
Lay summary

Basel bietet die Chance, eine gesellschaftspolitisch brisante Thematik eingehend zu untersuchen. Leitend sind die Fragen: Wie stellt sich die Situation der involvierten AkteurInnen dar und wie interagieren sie? Welche Veränderungsprozesse lassen sich beobachten? Welche transkulturellen Verflechtungen des hiesigen Musikschaffens zeigen sich angesichts der hochgradigen Internationalisierung? Musikhochschulen befinden sich einerseits im Spannungsfeld von Tradition und Innovation und sind gleichzeitig ein Magnet für hochqualifizierte Studierende aus aller Welt. Sie bieten ein einzigartiges Forschungsfeld, um gesellschaftlichen Wandel empirisch zu beschreiben: Das Projekt fragt daher nach Interaktionssphären, Veränderungsprozessen und transkulturellen Verflechtungen aus der Perspektive ausländischer Musikstudierender und HochschulabgängerInnen, der Institutionen und Organisationen im Musikbereich und der VertreterInnen aus Verwaltung und Politik, Wirtschaft, Medien und Forschung. Es schliesst eine Forschungslücke, indem Erkenntnisse über Migrationsbiographien von MusikerInnen relational zu Strukturen der Musiklandschaft sowie zu Erfahrungen von hochqualifizierten MigrantInnen am Kultur- und Wirtschaftsstandort Basel generell analysiert werden. Ausbildungsstätten von MusikerInnen sind Interaktionsräume musikalischer Praxen, die Kanonisierungsprozessen einer Mehrheitskultur unterworfen sind. Sie sind aber auch Biotope dynamischer Entgrenzung. Forschungsleitend ist ein mehrdimensionales theoretisches Approach-Pattern, das auf einem dynamischen Verständnis von Musik, Migration, transkulturellem Austausch- und gesellschaftlichen Strukturierungsprozessen basiert. Es dient der theoretischen Sensibilisierung in einem offenen Analyserahmen gemäss dem Ansatz der konstruktivistisch inspirierten Grounded Theory-Methodologie (KGTM). Die Studie leistet einen innovativen, handlungsleitenden Beitrag zu einem besseren Verständnis transnationaler Bedingtheit kultureller Praxis. 

Direct link to Lay Summary Last update: 08.10.2015

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
142020 NCCR On the Move: The Migration-Mobility Nexus (phase I) 01.06.2014 National Centres of Competence in Research (NCCRs)
132258 Globale Nischen - Musik in einer transnationalen Welt 01.12.2010 DORE project funding

Abstract

Die Situation des Musiklebens in Basel liesse sich als ein „Labor der Globalisierung“ beschreiben: Sämtliche Musikinstitutionen weisen einen hohen Anteil an internationalen AkteurInnen bzw. MigrantInnen auf, so auch die Hochschule für Musik/FHNW. Dass Mobilität und hochqualifizierte Migration im Musikbereich eine enorm wichtige Rolle spielen, ist somit offensichtlich. Im Gegensatz zu anderen Bereichen (v.a. der Wirtschaft) sind transnationale Verflechtungen im musikalischen Bereich bislang allerdings kaum untersucht worden. Dies leistet nun das Projekt Musik & Migration in interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen der Forschungsabteilung der Hochschule für Musik/FHNW und dem Seminar für Soziologie der Universität Basel, wobei weitere Stakeholders etwa aus der Kulturanthropologe der Universität Basel auch als Kooperationspartner einbezogen werden. Der Fokus liegt auf dem Fallbeispiel des Musiksoziotops Basel. Die zu gewinnenden Erkenntnisse besitzen handlungsleitende Funktion in Bezug auf AkteurInnen in der musikalischen Praxis und Lehre sowie in der Bildungs- und Kulturpolitik.
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