Project

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Modellierung morphosyntaktischer Raumbildung im Schweizerdeutschen (SynMod+)

English title Modelling morphosyntactic area formation in Swiss German
Applicant Glaser Elvira
Number 162760
Funding scheme Interdisciplinary projects
Research institution Linguistische Abteilung Deutsches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline German and English languages and literature
Start/End 01.02.2016 - 30.04.2017
Approved amount 145'425.00
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All Disciplines (2)

Discipline
German and English languages and literature
Other disciplines of Environmental Sciences

Keywords (7)

syntax; dialectometry; geolinguistics; Geographic Information Science; Swiss German; spatial statistics; dialectology

Lay Summary (German)

Lead
Das Projekt bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Dialektologie und Geographie, insbesondere im Bereich der Geographischen Informationswissenschaft (GIScience). Im Zentrum steht dabei die Frage: Wie lässt sich sprachliche Variation räumlich darstellen und quantitativ modellieren? Dazu werden anhand der Daten des Syntaktischen Atlas der Deutschen Schweiz (SADS) in zwei Unterprojekten - einem sprachwissenschaftlichen und einem geographischen - verschiedene Fragen der morphosyntaktischen Raumbildung untersucht.
Lay summary

Ein besonderes Charakteristikum der Daten des SADS, das Eingang in nahezu alle Analysen des Vorgängerprojekts SynMod fand und auch in der aktuellen Verlängerungsphase SynMod+ berücksichtigt werden soll, ergibt sich aus der Tatsache, dass an jedem Erhebungsort mehrere Gewährspersonen befragt wurden. Die daraus resultierende mehrfache Variabilität der Daten (d.h. nicht nur zwischen Orten, sondern auch innerhalb einzelner Ortschaften) ermöglicht die Analyse von Variation in einer Detailliertheit, wie sie aufgrund der Datenlage 'traditioneller' Dialektatlanten nicht möglich ist.

Im sprachwissenschaftlichen Teilprojekt sollen verschiedene syntaktische Variablen mittels statistischer Verfahren auf der Grundlage ihrer geographischen Distributionen gruppiert werden. Die einzelnen Gruppierungen syntaktischer Merkmale sollen detailliert analysiert und auf die Frage hin untersucht werden, ob es grammatische Kerngebiete gibt, die durch ein besonders stabiles gemeinsames Auftreten verschiedener Merkmale charakterisiert sind, und wo Übergangszonen liegen. In theoretischer Hinsicht sind von der geplanten Analyse neue Impulse hinsichtlich des Zusammenhangs von sprachlicher Variation und grammatischer Modellierung zu erwarten.

Der Schwerpunkt des geographischen Teilprojekts liegt auf der Analyse von Grenzen individueller Syntaxphänomene und deren Vergleich mit geographischen Phänomenen wie politischen, konfessionellen, kulturellen oder topographischen Grenzen. Im Zentrum steht dabei sowohl die Analyse der Homogenität der durch verschiedene Arten von Grenzen gebildeten Areale als auch die Korrespondenz sprachlicher und aussersprachlicher Grenzen, für deren Untersuchung verschiedene Verfahren wie u.a. Overlap Statistics oder Liniendichte-Berechnungen eingesetzt werden sollen.

Direct link to Lay Summary Last update: 02.11.2015

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
A quantitative approach to Swiss German - Dialectometric analyses and comparisons of linguistic levels
Scherrer Yves, Stoeckle Philipp (2016), A quantitative approach to Swiss German - Dialectometric analyses and comparisons of linguistic levels, in Dialectologia et Geolinguistica, 24, 92-125.
Modeling transitions between syntactic variants in the dialect continuum
Jeszenszky Péter, Weibel Robert (2016), Modeling transitions between syntactic variants in the dialect continuum, in AGILE Conference 2016, Helsinki. The 19th International Conference on Geographic Information Science, HelsinkiAGILE online, Helsinki.
Exploring global and local patterns in the correlation of geographic distances and morphosyntactic variation in Swiss German
Jeszenszky Péter, Stöckle Philipp, Glaser Elvira, Weibel Robert, Exploring global and local patterns in the correlation of geographic distances and morphosyntactic variation in Swiss German, in Journal of Linguistic Geography.
Zur Syntax von afa (‚anfangen‘) im Schweizerdeutschen - Kookkurrenzen, Variation und Wandel
Stoeckle Philipp, Zur Syntax von afa (‚anfangen‘) im Schweizerdeutschen - Kookkurrenzen, Variation und Wandel, in Speyer Augustin (ed.), Steiner, Stuttgart.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Dr. Yves Scherrer, Universität Genf Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Prof. Dr. Alfred Lameli, Marburg Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Universitärer Forschungsschwerpunkt Sprache und Raum Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Research Infrastructure
Prof. Dr. Guido Seiler, München Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Exchange of personnel

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Spatial Boundaries and Transitions in Language and Interaction: Perspectives from Linguistics and Geography Talk given at a conference Analysing the Effects of Geographic Factors on Syntax Variation in Individual and Aggregate Phenomena of Swiss German 27.04.2017 Monte Verità, Switzerland Weibel Robert; Jeszenszky Péter; Glaser Elvira; Stöckle Philipp;
13. Bayerisch-österreichische Dialektologentagung Talk given at a conference Schweizerdeutsche Dialekte quantitativ - Dialektometrische Analysen und Vergleich linguistischer Ebenen 29.09.2016 Erlangen, Germany Stöckle Philipp;
Borderland Linguistics Conference Talk given at a conference Comparing Models of Transitions Between Syntactic Variants in the Dialect Continuum 27.06.2016 Bristol, Great Britain and Northern Ireland Jeszenszky Péter;
AGILE (Association of Geographic Information Laboratories for Europe) conference Talk given at a conference Modeling transitions between syntactic variants in the dialect continuum 16.06.2016 Helsinki, Finland Jeszenszky Péter; Weibel Robert;
Sociolinguistics Symposium 21 Talk given at a conference Detecting change in Swiss German morphosyntax 15.06.2016 Murcia, Spain Stöckle Philipp;


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
140716 Modellierung morphosyntaktischer Raumbildung im Schweizerdeutschen (SynMod) 01.02.2013 Interdisciplinary projects
57121 Dialektsyntax des Schweizerdeutschen. 01.01.2000 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Wie das aktuelle Projekt SynMod soll sich auch das beantragte Fortsetzungsprojekt SynMod+ an der Schnittstelle zwischen Dialektologie und Geographie, insbesondere im Bereich der Geographischen Informationswissenschaft (GIScience) bewegen. Im Zentrum unserer Forschung steht die Frage: Wie lässt sich sprachliche Variation räumlich darstellen und quantitativ modellieren? Dazu werden anhand der Daten des Syntaktischen Atlas der Deutschen Schweiz (SADS) verschiedene Fragen der morphosyntaktischen Raumbildung untersucht. Das Projekt ist in zwei Unterprojekte A und B organisiert, die jeweils eigenständige Ziele verfolgen, jedoch in verschiedener Weise miteinander verzahnt sind.A) Mehrdimensionale Variation im Schweizerdeutschen / Kookkurrenzen in der VerbverdoppelungBisherige Arbeiten: Einen Schwerpunkt der Arbeiten von Philipp Stöckle in der ersten Projektphase bildete die Untersuchung morphosyntaktischer Variation auf der geographischen, inter- und intra-individuellen Ebene, wobei einerseits eine Gliederung des Untersuchungsgebiets in variationsreiche und -arme Regionen erfolgte, andererseits die unterschiedliche Variabilität der verschiedenen Phänomene aufgezeigt werden konnte. Der aktuelle Schwerpunkt bis zum Ende der ersten Finanzierungsphase liegt auf der Untersuchung der Verbverdoppelung und verwandter Phänomene im Schweizerdeutschen, deren strukturelle und diachrone Zusammenhänge mittels Kookkurrenzanalysen untersucht werden. Geplante Arbeiten im Folgeprojekt: 1) Kookkurrenzen in der schweizerdeutschen Morphosyntax; 2) Abschluss der durch die Kooperationen generierten Publikationen.B) Quantitative Modellierung geographischer Einflüsse auf die Raumbildung im SchweizerdeutschenBisherige Arbeiten: Doktorand Péter Jeszenszky widmete sich in den ersten18 Monaten der Analyse der Korrelation zwischen syntaktischer Variation und verschiedenen geographischen Distanzen und konnte zeigen, dass eine räumlich differenzierte Analyse der herkömmlichen globalen Korrelationsanalyse überlegen ist. Aktuell und bis Ende der ersten Finanzierungsphase liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung und Evaluation von quantitativen Verfahren zur Analyse von Gradienten und Grenzen zwischen Spracharealen, die entweder durch Varianten individueller Sprachphänomene gebildet werden oder durch aggregierte Variation mehrerer Phänomene.Geplante Arbeiten im Folgeprojekt: 1) Verfahren zur Analyse der Korrespondenz von sprachlichen Grenzen mit geographischen Grenzen; 2) Abschluss von Publikationen und Niederschrift der Dissertation.
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