Project

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Kürzungen im Althochdeutschen

English title Abbreviations in Old High German
Applicant Glaser Elvira
Number 162536
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Linguistische Abteilung Deutsches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline German and English languages and literature
Start/End 01.02.2016 - 31.03.2018
Approved amount 154'714.00
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Keywords (7)

glossing; Old High German; historical graphemics; abbreviation; dry point glosses; historical Linguistics; paleography

Lay Summary (German)

Lead
In den althochdeutschen Quellen, welche die frühesten Zeugnisse der deutschen Sprache darstellen, tauchen unvollständig geschriebene Wörter auf. Was auf den ersten Blick wie eigenartige Abkürzungen aussieht, erweist sich bei näherer Betrachtung als vielgestaltiges und funktional komplexes Phänomen.
Lay summary

Kürzungen im Althochdeutschen - Abréviations dans l’ancien haut-allemand - Abbreviation in Old High German

Ziele des Forschungsprojekts:
Bei dem beschriebenen Projekt handelt es sich um eine Verlängerungsphase des gleichnamigen Projekts, dessen Forschungsgegenstand Kürzungen im Althochdeutschen, ein noch wenig erforschter Sonderbereich in der althochdeutschen Schriftlichkeit, bilden. Kürzungen tauchen im Althochdeutschen vor allem in Glossen auf und zerfallen in ganz unterschiedliche Ausformungen, die von lateinischen Verfahren über eigenständige Formen bis zu an heutige erinnernde reichen. Das Forschungsprojekt verfolgt eine umfassende dokumentarische Aufarbeitung der Belegslage, wozu eine Datenbank erstellt wird, sowie eine schriftsystematische und funktionale Gesamtdarstellung der Varianten. Im Rahmen eines Dissertationsprojekts wird das Phänomen der Verwendung von Kürzungszeichen für die Volkssprache behandelt. In den ersten beiden Projektjahren wurden die althochdeutschen Belege dokumentarisch erfasst und das jeweilige Kürzungsverfahren untersucht. Als Ergebnis der Handschriftenuntersuchungen ist die Anzahl der Belege dabei unerwartet stark angewachsen und mit ihr auch die Komplexität und Widerständigkeit des Materials. Dies hat eine Verlängerung des Projekts bedingt.

 Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

 Die Erforschung der Kürzungen im Althochdeutschen stellt ein Desiderat der historischen germanistischen Sprachwissenschaft dar. Das Projekt führt die erste Spezialuntersuchung an einem Material durch, das für bisher ungelöste Fragen der Althochdeutschforschung einen noch ungenutzten Zugang bietet. Es leistet zudem einen Beitrag zum systematischen und historischen Verständnis der Kurzschreibungen, eines Phänomens, das in der heutigen Gesellschaft dank neuer Medien (Chat / SMS) besonders rege Verwendung und Beachtung findet.

 Keywords:  historical writing, abbreviation, glosses, scratched glosses, historical graphemics, Old High German, historical linguistics

Direct link to Lay Summary Last update: 04.11.2015

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Kürzungen in althochdeutschen Sachglossaren. Typologie der bezeichneten Kürzungsverfahren in der Volkssprache.
Wittberger-Markwardt Vreni (2018), Kürzungen in althochdeutschen Sachglossaren. Typologie der bezeichneten Kürzungsverfahren in der Volkssprache., in Sammelband zum Interdisziplinären Nachwuchskolloquium: Handschriften als Quellen der Sprach- und Kul, BambergUniversity of Bamberg Press, Bamberg.
Glossen aus einem einzigen Buchstaben
Nievergelt Andreas (2017), Glossen aus einem einzigen Buchstaben, in Teeuwen Mariken & van Renswoude Irene (ed.), Brepols, Turnhout, 285-304.
Nachträge zu den althochdeutschen und altsächischen Glossen (2015/2016)
Nievergelt Andreas (2017), Nachträge zu den althochdeutschen und altsächischen Glossen (2015/2016), in Sprachwissenschaft, (2), 121-176.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Dr. Oliver Ernst / Universität Augsburg Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Dr. Frank Cinato, HTL, Paris France (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Prof. em. Dr. Rolf Bergmann, Prof. Dr. Stefanie Stricker, Universität Bamberg Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure
Dr. Cornel Dora, Stiftsbibliothek St. Gallen Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Dr. Brigitte Bulitta / Sächs. Akademie der Wissenschaften zu Leipzig Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Symposium in Honour of Helmut Gneuss, 3.-4. November 2017 Talk given at a conference The Old English Dry-Point Tradition 04.11.2017 Ludwig-Maximilians-Universität München, Germany Nievergelt Andreas;
Gastvortrag Individual talk Scratched and abbreviated glosses - Questions regarding medieval glossing practices 19.10.2017 Göteborg, Sweden Nievergelt Andreas;
14. International Conference on the History of the Language Sciences, ICHoLS XIV Talk given at a conference Les gloses grammaticales à la pointe sèche 31.08.2017 Université Sorbonne Nouvelle, Paris, France Nievergelt Andreas;
International exploratory workshop on Medieval Glossaries Talk given at a conference Abbreviations in Old High German glossaries 05.06.2017 Stiftsbibliothek St. Gallen, Switzerland Wittberger-Markwardt Vreni;
10. Jenaer Mai-Kolloquium 2017 Talk given at a conference Die grammatischen althochdeutschen Glossen 19.05.2017 Universität Jena, Germany Nievergelt Andreas;
Jahrestagung der Gesellschaft für germanistische Sprachgeschichte (GGSG) Talk given at a conference Funktionalität markierter Kürzungen in althochdeutschen Sachglossaren 23.09.2016 Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Germany Wittberger-Markwardt Vreni;


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
140361 Kürzungen im Althochdeutschen 01.02.2013 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Das Projekt hat die systematische Erfassung, Untersuchung und Darstellung aller Belege zum Ziel, die das Phänomen der Kürzung im Althochdeutschen überliefern. Die Arbeiten beinhalten die Aufarbeitung der Quellenlage und die Analyse der im Althochdeutschen auftretenden Kürzungsverfahren und -funktionen. Das Projekt schliesst eine wichtige Lücke in der Erforschung der althochdeutschen Schriftlichkeit und versteht sich als Beitrag zur historischen Graphematik. Da die Sichtung des Materials zum einen zu einer deutlichen Vermehrung der Daten geführt hat und zum anderen mit unvorhergesehenen Problemen aufgrund der Mängel in den Editionen behaftet war, war für den Abschluss der Arbeiten, die erstmalig die Abkürzungspraxis des Althochdeutschen darstellen sollen, eine Verlängerung nötig.
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