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Sprachlernmechanismen bei mehrsprachigen Kindern

English title Language learning mechanisms in multilingual children
Applicant Skoruppa Katrin
Number 158363
Funding scheme Marie Heim-Voegtlin grants
Research institution Englisches Seminar Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline German and English languages and literature
Start/End 01.10.2015 - 31.07.2016
Approved amount 85'092.00
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All Disciplines (4)

Discipline
German and English languages and literature
Psychology
Other languages and literature
Applied linguistics

Keywords (5)

First language acquisition; Childhood diglossia; Childhood bilingualism; Developmental language disorders; Artificial language learning

Lay Summary (German)

Lead
Sprachlernspiele für ein- und mehrsprachige Kinder:Ein neues Instrument zur Diagnose von Sprachentwicklungsstörungen?Mithilfe von kurzen, kindgerechten Computerspielen, in denen Kindergartenkinder mit Fantasiewesen erfundene „Kunstsprachen“ lernen, möchte die vorliegende Studie klären:-ob mehrsprachig aufwachsende Kinder (Deutsch und Französisch) gegenüber einsprachig aufwachsenden Kindern einen Vorteil bei Erwerb neuer Sprachen haben;-ob solch ein Vorteil auch bei mehrdialektal aufwachsenden Kindern (Schweizerdeutsch und Hoch-/Standarddeutsch) nachzuweisen ist;-ob der Einsatz von Kunstsprachspielen zur Diagnose von Sprachentwicklungsstörungen bei mehrsprachigen Kindern sinnvoll ist.
Lay summary

Aktuelle Forschung zeigt, dass mehrsprachigen Erwachsenen das Lernen neuer Sprachen leichter fällt als einsprachigen Erwachsenen. Die vorliegende Studie will diesen Erwerbsvorteil auch im Kindergartenalter nachweisen und untersuchen, ob das frühe Erlernen verschiedener Dialekte (Schweizerdeutsch und Hoch-/Standarddeutsch) ähnliche Auswirkungen auf den Erwerb weiterer Sprachen hat wie das frühe Erlernen verschiedener Sprachen (Deutsch und Französisch).

 

Dazu sollen im Dreiländereck rund um Basel Kindergartenkinder mit verschiedenen Sprachhintergründen eingeladen werden, an kurzen, kindgerechten Sprachlernspielen teilzunehmen. Um den Einfluss bereits erlernten Sprachwissens auszuschalten, werden die Kinder die Grundlagen einer selbst konstruierten „Kunstsprache“ in Computerspielen lernen. Gemeinsam mit freundlichen animierten Ausserirdischen, die in dieser Sprache natürlich kommunizieren, lernen sie einen Fantasieplaneten und seine Lebensformen kennen. Dabei wird ausgewertet, ob die mehrsprachigen bzw. „mehrdialektalen“ Kinder die Sprache schneller und präziser lernen als die einsprachigen/ „eindialektalen“ Kinder.

 

Anhand einer Stichprobe sprachgestörter Kinder soll zudem erprobt werden, ob solche Sprachlernspiele zur Diagnose von „spezifischen Sprachentwicklungsstörungen“ bei mehrsprachigen Kindern sinnvoll sein können. Solche Lernstörungen, die allein die Sprache betreffen, treten bei 5-10% der Kindergartenkinder auf. Sie sind jedoch bei mehrsprachigen Kindern schwer festzustellen, da deren Sprachstand individuell sehr unterschiedlich ist und stark von Kontaktdauer und –umfang mit den Sprachen abhängt. Kunstsprachspiele bieten sich hier als Lösung an, da sie nicht auf vorhandenes Sprachwissen, sondern direkt auf die Sprachlernmechanismen abzielen.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.05.2015

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Abstract

Recent studies have found that bilingual adults outperform monolingual adults when learning new languages, even in brief computerised artificial language learning tasks. This project proposes to adapt such tasks to investigate language learning mechanisms in bilingual preschool children, in order to answer important theoretical questions about the nature of bilingual cognition and to explore potential practical applications as a clinical tool to detect language impairments. The first part will examine whether diglossic children learning Standard German and Swiss German, two quite distinct dialects of the same language, show the same language learning advantage as bilingual children exposed to two languages (here, German and French). It will also explore whether this advantage depends on the language exposure pattern (crib bilingualism vs. later bilingualism; one dominant language vs. balanced bilingualism) and on the linguistic domain (e.g. learning new nouns vs. new verbs vs. new grammar rules). For this part, a large sample of bilingual children and monolingual controls will be recruited in preschools in the three-country-region around Basel and participate in short, child-friendly language learning games.The second part will assess whether these games are suitable to detect Specific Language Impairment (SLI, a genetic condition requiring specialist speech therapy affecting 7-8% of preschoolers) in bilingual children, regardless of their language exposure patterns. Currently, identification of language disorders in bilinguals is problematic, since the errors typically developing bilinguals make early on resemble those of monolingual SLI children. However, monolingual children with SLI show very poor performance on artificial language learning tasks. Thus, this project will evaluate whether such tasks can be used to distinguish language impairment from lack of exposure in a small test sample of German-French bilinguals with and without previously documented language disorders.
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