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Online-Edition der Rezensionen und Briefe Albrecht von Hallers: Expertise und Kommunikation in der entstehenden Scientific Community

English title Online-edition of Albrecht von Haller's book reviews and letters: expertise and communiction in the emerging scientific community
Applicant Albrecht von Haller-Stiftung c/o Burgerbibliothek Dr. Christophe von Werdt, Präsident
Contact person Steinke Hubert
Number 157963
Funding scheme Editionen
Research institution Institut für Medizingeschichte Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.01.2018 - 31.12.2020
Approved amount 1'151'538.00
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Keywords (6)

book reviews; republic of letters; Albrecht von Haller; science communication; expertise; scientific community

Lay Summary (German)

Lead
Im Projekt werden mehrere Tausend Briefe und Buchbesprechungen des Berner Universalgelehrten Albrecht von Haller (1708-1777) auf einer neuen Internetplattform ediert. Diese Online-Edition ermöglicht neue Forschungen zur Entstehung der modernen Wissensgesellschaft.
Lay summary
Der Berner Arzt, Botaniker, Dichter und Physiologe Albrecht von Haller (1708–1777) war als herausragender Gelehrter eine europäische Figur. Das Projekt zielt aber nicht nur auf Hallers singuläre Bedeutung, sondern ebenso auf seine paradigmatische Gestalt, die sich dank ihrer vielfältigen Aktivitäten und dem grossen Korpus an überliefertem Material hervorragend eignet, um zentrale Themen, Praktiken und Dynamiken in der Gelehrten- und Aufklärungswelt des 18. Jahrhunderts zu analysieren. Mit der Edition wird ein wichtiges Quellenkorpus greifbar, das vor allem für die aktuell prosperierenden Forschungsfelder rund um die Praktiken des Wissens, die Gelehrten-Netzwerke, die Herausbildung wissenschaftlicher Disziplinen in der entstehenden Scientific community sowie die Transfer- und Verflechtungsgeschichte im 18. Jahrhundert anregend sein dürfte. 
Im geplanten Projektzeitraum von sechs Jahren ist zum einen die Gesamtedition der Rezensionen Hallers (darunter allein 9'000 im führenden deutschsprachigen Rezensionsorgan Göttingische Gelehrten Anzeigen erschienene) als eines zentralen, aber noch weitgehend unbekannten Teils seines Œuvres beabsichtigt. Zum anderen soll eine begründete Auswahl von inhaltlich damit zusammenhängenden rund 7’000 Briefen ediert werden, dies als Zwischenetappe zur längerfristig angestrebten Gesamtedition von Hallers Korrespondenz, die insgesamt über 17'000 Briefe umfasst. Auf dieser umfassenden empirischen Grundlage können die beiden komplementären Ebenen der privaten Kommunikation (Briefe) und des öffentlichen Diskurses (Rezensionen) systematisch miteinander in verknüpft werden. 
Direct link to Lay Summary Last update: 23.11.2017

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
59346 Albrecht von Haller (1708-1777) und die Gelehrtenrepublik des 18. Jahrhunderts - Fortsetzung. 01.04.2000 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Das Forschungsinteresse an Albrecht von Haller (1708-1777) hat sich in den letzten 25 Jahren intensiviert und ausgeweitet. Wesentliche Impulse gingen von der umfangreichen Haller-Forschungsdatenbank aus, die seit Anfang der 1990er-Jahre aufgebaut und in mehreren Kooperationen mit inhaltlich verwandten SNF-Projekten zu einer Verbunddatenbank erweitert wurde. Die darin enthaltenen, untereinander verknüpften Daten zu 40'000 Publikationen, 22'000 Akteuren, 20'000 Briefen, 3'000 Pflanzenarten, 2'500 Orten, 1'000 Versammlungen und 800 Institutionen werden zur Zeit im von der Burgergemeinde zusammen mit der Albrecht von Haller-Stiftung und der Universität Bern finanzierten Umbauprojekt Haller Online (Kreditvolumen 1.18 Mio CHF) in eine TEI-konforme XML-Datenstruktur überführt und online zugänglich gemacht. Diese entstehende Editions- und Forschungsplattform ist Vorstufe und Grundlage des beantragten Projekts, wird doch damit eine Editionsumgebung zur Verfügung stehen, welche die über Jahrzehnte systematisch erarbeiteten und homogenisierten Metadaten einfach referenzierbar bereitstellt, was die Editionsarbeit erheblich erleichtern wird. Im geplanten Projektzeitraum von sechs Jahren ist zum einen die Gesamtedition der Rezensionen Hallers (darunter allein 9'000 im führenden deutschsprachigen Rezensionsorgan Göttingische Gelehrten Anzeigen erschienene) als eines zentralen, aber noch weitgehend unbekannten Teils seines Œuvres beabsichtigt. Zum anderen soll eine begründete Auswahl von inhaltlich damit zusammenhängenden 7'770 Briefen ediert werden, dies als Zwischenetappe zur längerfristig angestrebten Gesamtedition von Hallers Korrespondenz, die insgesamt rund 17'000 Briefe umfasst. Damit verbinden sich die v.a. quantitativen und formalen Bezüge der Forschungsdatenbank neu mit Textinhalten, und zwar sowohl auf der Ebene der privaten Kommunikation (Briefe) als auch des öffentlichen Diskurses (Rezensionen). In der systematischen Verknüpfung der beiden komplementären Kommunikationsebenen, die mit den Büchersendungen zudem die materielle Dimension der Transfer- und Verflechtungsvorgänge berücksichtigt, liegt die Innovation des beantragten Editionsprojekts. Das Projekt zielt nicht nur auf Hallers singuläre Bedeutung, sondern ebenso auf seine paradigmatische Gestalt, die sich dank ihrer vielfältigen Aktivitäten und dem grossen Korpus an überliefertem Material hervorragend eignet, um zentrale Themen, Praktiken und Dynamiken in der Gelehrten- und Aufklärungswelt des 18. Jahrhunderts zu analysieren. Mit der beantragten Edition wird ein wichtiges Quellenkorpus greifbar, das vor allem für die aktuell prosperierenden Forschungsfelder rund um die Praktiken des Wissens, die Gelehrten-Netzwerke, die Herausbildung wissenschaftlicher Disziplinen in der entstehenden Scientific community sowie die Transfer- und Verflechtungsgeschichte im 18. Jahrhundert anregend sein dürfte. Eine direkte Kooperation ist geplant mit zwei Projekten der Göttinger Akademie der Wissenschaften zu Gelehrten Journalen und Zeitungen sowie zur Wissensorganisation an Universität und Akademie. Die Burgergemeinde Bern finanziert mit Unterstützung der Albrecht von Haller-Stiftung und der Universität Bern den Datenbank-Umbau und liefert damit eine ideale Editionsumgebung. Trägerin der entstehenden Editions- und Forschungsplattform ist die Albrecht von Haller-Stiftung, die zum einen in ihrer universitären Zusammensetzung den Anschluss an die Forschung sicherstellt und zum anderen mit ihrer Zugehörigkeit zur Burgergemeinde (als öffentlich-rechtlicher Körperschaft) die institutionelle Kontinuität verkörpert. Das Institut für Medizingeschichte, das Historische Institut und das Institut für Germanistik stellen Infrastruktur zur Verfügung und leiten das interdisziplinäre Projekt wissenschaftlich in der Person der drei Nebengesuchsteller. Als weitere Nebengesuchstellerin sichert die Burgerbibliothek die Verbindung zum Archivbestand und garantiert als öffentlich-rechtliches Archiv die Langzeitarchivierung.
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