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Vernetzte Gegenwelten: Gruppen, Organisationen und Kulturen der Frauenbewegung in der Schweiz seit 1968

English title Entangeled networks? Groups, Organisations, and Cultures of the Women's Movement in Switzerland (1968-2011)
Applicant Schulz Kristina
Number 157460
Funding scheme SNSF Professorships
Research institution Historisches Institut Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.10.2014 - 31.10.2015
Approved amount 226'019.00
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All Disciplines (3)

Discipline
General history (without pre-and early history)
Swiss history
Sociology

Keywords (6)

Transnational Activism; Social Movement History; Social Change; NGO-zation; Transnational History; History of Feminism

Lay Summary (German)

Lead
In „Vernetzte Gegenwelten“ geht es um die Geschichte der Frauenbewegung in der Schweiz seit 1968. Diese Geschichte gehört zu den faszinierendsten Kapiteln der Zeitgeschichte sozialen Protestes. Wer kennt sie nicht, die trillerpfeifenden Demonstrantinnen auf dem Bundesplatz, den Slogan „Mein Bauch gehört mir“ oder den Cartoon „Eine Frau ohne Mann ist wie Fisch ohne Fahrrad“?
Lay summary

 

Die Frauenbewegung nach 1968 hat viele Forderungen aufgestellt und diese auf ganz unterschiedliche Art und Weisen zu Gehör gebracht: durch ausserparlamentarische Proteste, organisiertes Lobbying und auf dem Weg der Volksinitiative und der politischen Repräsentation. Sie hat ausserdem ein eine feministische Infrastruktur geschaffen, die auf Bedürfnisse von Frauen in Bezug auf Gesundheit, Medizin und körperlicher Selbstbestimmung, Kunst und Literatur, Erwerbs- und Familienarbeit sowie Wissenschaft und Bildung antwortete. Die Frauenbewegung hat politischen, kulturellen und mentalen Wandel hervorgebracht. Wie, in welchen Bereichen besonders, und mit welchem Ergebnis, das sind die zentralen Fragen, auf die das Projekt zu antworten versucht. Es wird auch nach den Folgen des Aktivismus für die individuellen Biographien der Beteiligten hatte. Die Studie wertet vielfältige Quellen aus, darunter bewegungsinterne Dokumente wie Flugblätter, Sitzungsprotokolle oder Veranstaltungsankündigungen. Sie werden durch Oral-History Interviews ergänzt. 

 

Direct link to Lay Summary Last update: 14.08.2014

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Changing Gender Roles
Schulz Kristina (2016), Changing Gender Roles, in Kathrin Fahlenbach/Martin Klimke/Joachim Scharloth (ed.), Berghahn, New York, 509-516.
Le personnel est politique. Avant-garde féministe et mouvement des femmes des années 1970
Kiani Sarah (2016), Le personnel est politique. Avant-garde féministe et mouvement des femmes des années 1970, in Traverse, 2016(2), 109-124.
Egalité et restructuration du mouvement des femmes en Suisse: de la contre-culture à l’institutionnalisation
Kiani Sarah (2015), Egalité et restructuration du mouvement des femmes en Suisse: de la contre-culture à l’institutionnalisation, in Lacroix Bernard, Landrin Xavier, Romand-Diamond Caroline (ed.), Syllepse, Paris, 287-306.
The Women's Liberation Movement: Impacts and Outcomes
Schulz Kristina (ed.), The Women's Liberation Movement: Impacts and Outcomes, Berghahn, New York.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Universität Bielefeld Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Universität St. Gallen Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
University of Cambridge Great Britain and Northern Ireland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Universität Bern Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure
- Exchange of personnel

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
164804 Women's Liberation Movement 2.0 01.08.2016 Agora
151119 Frauen in Bewegung. Die Schweiz 1968-2011. Analysen. Dokumente. Archive 01.02.2014 Publication grants
131595 Soziale Bewegung in Politik und Gesellschaft: Geschichte und Wirkungen der neuen Frauenbewegung 01.10.2010 International short research visits
146322 Vernetzte Gegenwelten: Gruppen, Organisationen und Kulturen der Frauenbewegung in der Schweiz seit 1968 01.10.2013 SNSF Professorships

Abstract

Das Projekt „Vernetzte Gegenwelten“ strebt an, die Geschichte der Frauenbewegung in der Schweiz seit 1968 erstmals empirisch umfassend zu erforschen und theoretisch zu greifen. Es ana-lysiert den historischen Ort und die gesellschaftliche Wirkung der neuen Frauenbewegung. Es gehört zu den Standardnarrativen der Frauenbewegung nach 1968, sich als eine von den gemäs-sigten Forderungen der bürgerlichen Frauen(wahl)rechtsorganisationen unterschiedene, „neue“ Frauenbewegung darzustellen. Diese Erzähllogik wurde bislang auch von der historischen For-schung kaum hinterfragt, obwohl es viele Hinweise darauf gibt, dass „alter“ und „neuer“ Aktivis-mus nach 1968 - gerade für die Schweiz - nicht trennscharf zu unterscheiden sind, sondern sich überlappen und vielfältige Berührungspunkte haben. Diese Beziehungen sind es genauso Wert untersucht zu werden wie die Frage, welche Funktion die explizite Abgrenzung von den „Alten“ für den Feminismus der 1970er Jahre hatte und warum sie sich bis in die Alltagssprache hinein etablieren konnte. Damit sucht das Projekt Anschluss an eine kritische Feminismusgeschichte (his-tory of feminisms) und an eine reflektierte Soziale Bewegungsforschung, wie sie in anderen Län-dern bereits betrieben werden. Schliesslich geht es auch darum, die Geschichte der Frauenbewe-gung in der Schweiz vor dem Hintergrund einer zunehmenden transnationalen Verflechtung femi-nistischer Akteurinnen seit den 1990er Jahren zu betrachten. Das Projekt versucht konkret:1. den Aktivismus der Frauenbewegung und seine Binnenverflechtung seit 1968 in zu erfassen; 2. den Typus des AktivistInnen-Interviews als eine Methode der historischen Erforschung Neuer Sozialer Bewegung theoretisch zu entfalten;3. nach den bereits im Vorläuferprojekt untersuchten politischen nun auch die kulturellen Wirkungen der Neuen Frauenbewegung zu untersuchen, und schliesslich4. Die Schweizer neue Frauenbewegung in ihrer transnationalen Verflechtung in den Blick zu nehmen.
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