Project

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Gedächtnistransfers in Kunst und Wissenschaft, 1650-1800

English title Memory Transfers in Art and Science, 1650-1800
Applicant Gockel Bettina
Number 156847
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Kunsthistorisches Institut Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Visual arts and Art history
Start/End 01.12.2014 - 30.11.2017
Approved amount 173'544.00
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Keywords (10)

memory and art; Grand Tour portraits; information overload ; 18th-century memory concepts; Grand Tour souvenirs; travel memories ; concepts of forgetting; memory transfers; concepts of remembering; history of perception

Lay Summary (German)

Lead
Die Zukunft kultureller Gedächtnisbegriffe angesichts der weitreichenden Konsequenzen digitaler Speicherungs- und Wissenssysteme wird derzeit in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen diskutiert. Zugleich rücken auch historische Formen und Prozesse von Wissensspeicherung und Informationsmanagement ins Blickfeld wissenschaftshistorischer Forschungen; dabei richtet sich das Interesse weniger auf eine Fixierung medialhistorischer Wendepunkte und Gedächtnismetaphern als vielmehr auf die medialen und materiellen Praktiken von Wissensorganisation und Erinnerungsverarbeitung.
Lay summary

Das Projekt „Gedächtnistransfers in Kunst und Wissenschaft, 1650–1800“ untersucht, wie um 1700, einer Übergangszeit konkurrierender älterer und jüngerer Gedächtnisdiskurse, neue Ideen und Praktiken von Wissensspeicherung und Informationsorganisation sowie Theorien zur menschlichen Gedächtniseffizienz in Malerei, Sehkultur und Kunsttheorie reflektiert werden.

Das Teilprojekt „Erinnern in Bewegung“ (Dr. Miriam Volmert) beschäftigt sich mit italienischen und britischen Grand-Tour-Porträts im 18. Jahrhundert. So wird untersucht, welche Rolle die Grand-Tour-Porträtkunst als ein visuelles Scharnier verschiedener Erinnerungskonzepte einnimmt, die in der Kunsttheorie, in wissenschaftlichen Traktaten wie auch in Umgangspraktiken mit Informationsflut verhandelt werden.

Das Projekt möchte aktuelle interdisziplinäre Positionen, die einen Material Turn der Gedächtnisforschung unter wachsender Berücksichtigung partikularisierender, partizipatorischer Gedächtnisstrukturen erkennen lassen, für die kunsthistorische Forschung des 17. und 18. Jahrhunderts öffnen. Mit einer historischen Perspektive möchte es auch dazu beitragen, das Verständnis für die Tragweite gegenwärtiger Umbrüche in der Wissensvermittlung zu schärfen.

Direct link to Lay Summary Last update: 01.12.2014

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
"A picture in her hand.“ Erinnerungsbilder und Souvenirformen in Faltfächern des 18. Jahrhunderts
Volmert Miriam (2017), "A picture in her hand.“ Erinnerungsbilder und Souvenirformen in Faltfächern des 18. Jahrhunderts, in Gockel Bettina, Volmert Miriam (ed.), De Gruyter, Berlin, 193-218.
"Angst vor dem Hai. John Singleton Copleys Kunst der kulturellen Verfeinerung."
Gockel Bettina (2017), "Angst vor dem Hai. John Singleton Copleys Kunst der kulturellen Verfeinerung.", in Volmert Miriam, Gockel Bettina (ed.), 247-283.
Einführung
Volmert Miriam (2017), Einführung, in Volmert Miriam, Gockel Bettina (ed.), 7-25.
Wahrnehmen, Speichern, Erinnern. Memoriale Praktiken und Theorien in den Bildkünsten, 1650–1850
Gockel Bettina, Volmert Miriam (ed.) (2017), Wahrnehmen, Speichern, Erinnern. Memoriale Praktiken und Theorien in den Bildkünsten, 1650–1850, De Gruyter, Berlin.
„... erudito nelle Antichità e in Letteratura“. Karikatureske Bildreflexionen der Grand Tour um 1750
Volmert Miriam, „... erudito nelle Antichità e in Letteratura“. Karikatureske Bildreflexionen der Grand Tour um 1750, in von Müller Achatz, Cardénas Livia (ed.).
Themenheft d. Zeitschrift f. Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte: Menschen und Objekte auf Reisen. Die Rezeption Schweizer Kunst im Kontext der europäischen Grand Tour des 18. Jahrhunderts
Bucher Danijela, Volmert Miriam (ed.), Themenheft d. Zeitschrift f. Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte: Menschen und Objekte auf Reisen. Die Rezeption Schweizer Kunst im Kontext der europäischen Grand Tour des 18. Jahrhunderts.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Memory and the Making of Knowledge in the Early Modern World Talk given at a conference "What he did there … he has really forgot." Memory, Knowledge, and the Travelling Self in Grand-Tour Portraits and Caricatures around 1750.“ 18.09.2017 Graduiertenschule für Geisteswissenschaften, Göttingen, Germany Volmert Miriam;
Aufklärung als Prozess Talk given at a conference Junge Nationen – Keine Aufklärung. Und doch! 17.11.2016 Luzern, Switzerland Gockel Bettina;
XVI. Nachwuchskolloquium für Kunstgeschichte in der Schweiz Talk given at a conference Erinnern in Bewegung. Gedächtniskonzepte in Grand-Tour-Porträts des 18. Jahrhunderts. 01.11.2015 Universität Bern, Switzerland Volmert Miriam;
Lecture Series „The Dynamics of a Textual Past: Literary Discourse and Cultural Memory in Early Modern Europe, 1600–1800“ Talk given at a conference Travelling Memories. Grand Tour and Roman Antiquity in 17th- and 18th-Century Portraiture 21.05.2015 Amsterdam, Netherlands Volmert Miriam;
Vorlesung Kunst am Beginn der Moderne (Prof. Dr. Bettina Gockel) Individual talk Kunst und Kultur der Grand Tour im 18. Jahrhundert 13.03.2015 Zürich, Switzerland Volmert Miriam;
Interdisziplinares Forschungskolloquium „Gender Studies“ Individual talk Genderaspekte in der erinnerten Reise. Grand-Tour-Portrats im 18. Jahrhundert 17.12.2014 Zürich, Switzerland Volmert Miriam;
Memoria und Souvenir: Medialität und Materialität des Erinnerns in den Künsten, 1700–1800 Talk given at a conference Introduction 05.12.2014 Zürich, Switzerland Volmert Miriam; Gockel Bettina;


Self-organised

Title Date Place
Tagung "Memoria und Souvenir. Medialitat und Materialitat des Erinnerns in den Künsten, 1700–1800“ 05.12.2014 Zürich, Switzerland

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Other activities Abendvortrag, Miriam Volmert, "Verkörperung und Körper", Würth Haus Rorschach German-speaking Switzerland 2015

Abstract

Was Erinnern kulturell sowohl mit Blick auf die Nutzung von Speicherorten wie auch hinsichtlich kollektiver Gedächtnisstrukturen bedeutet und bedeuten wird, wird angesichts grundlegender Veränderungen in der digitalen Wissens- und Kommunikationsgesellschaft derzeit in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen diskutiert.Die Wahrnehmung globalisierender Konzepte von Digital Heritage und fluide erscheinender Speicherorte digitaler Cloud-Systeme wirkt tradierten Vorstellungen von räumlich erschliess- und einteilbaren Speicherkategorien entgegen. Dies führt zu einer wachsenden Partikularisierung dessen, was mit Blick auf Objekte, Materialien, Partizipanten und Praktiken unter Gedächtnis verstanden wird. Zugleich rücken auch historische Formen und Prozesse von Wissensspeicherung und Informationsmanagement in das Blickfeld wissenschaftshistorischer Forschungen; dabei richtet sich das Interesse weniger auf eine Fixierung medialhistorischer Wendepunkte und Gedächtnismetaphern als vielmehr auf die medialen und materiellen Praktiken von Wissensorganisation und Erinnerungsverarbeitung.Das Projekt „Gedächtnistransfers in Kunst und Wissenschaft, 1650-1800“ intendiert, aktuelle interdisziplinäre Positionen, die einen Material Turn der Gedächtnisforschung unter wachsender Berucksichtigung partikularisierender, partizipatorischer Gedächtnisstrukturen erkennen lassen, für die kunsthistorische Forschung des 17. und 18. Jahrhunderts zu öffnen. So soll untersucht werden, wie um 1700, einer Übergangszeit konkurrierender älterer und jüngerer Gedächtnisdiskurse, neue Ideen und Praktiken von Wissensspeicherung und Informationsorganisation sowie Theorien zur menschlichen Gedächtniseffizienz in Malerei, Sehkultur und Kunsttheorie reflektiert werden. Das Teilprojekt „Erinnern in Bewegung“ (Dr. Miriam Volmert) beschäftigt sich aus dieser Perspektive mit italienischen und britischen Grand-Tour-Porträts im 18. Jahrhundert. So wird untersucht, welche Rolle die Grand-Tour-Porträtkunst als ein visuelles Scharnier verschiedener Gedächtnis- und Erinnerungskonzepte einnimmt, die in der Kunsttheorie, in wissenschaftlichen Traktaten wie auch in Umgangspraktiken mit Informationsflut verhandelt werden. Zentral sind in diesem Zusammenhang zeitgenössische Diskurse um effiziente Wissens- und Informationsverarbeitung auf Reisen, die sich unter anderem in einer veränderten Auseinandersetzung mit antikem Wissen niederschlagen und zugleich mit neuen medialen und materiellen Praktiken persönlichen Erinnerns und Erfahrens in einem engen Bezug stehen. Um sich diesen Themenkomplexen anzunähern, werden diverse Schriftquellen der Reiseliteratur, darunter Commonplace Books, Notizbücher und Reisejournale, sowie andererseits psychophysische Gedächtnis- und Assoziationstheorien einbezogen. Andererseits sollen die Porträts auch im Kontext zeitgenössischer visueller Souvenirkultur der Grand Tour untersucht werden.
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