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Praktiken pädagogischer Ortsgestaltung. Eine ethnographische Studie im sozialpädagogischen Feld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (kurz: Porta OKJA)

English title Practices of designing pedagogical spaces: An ethnographic study of the socio-pedagogical field of open youth work
Applicant Reutlinger Christian
Number 153167
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Soziale Arbeit IFSA-FHS Fachhochschule St. Gallen FHO Fachhochschule Ostschweiz
Institution of higher education University of Applied Sciences Ostschweiz - FHO
Main discipline Social work
Start/End 01.05.2014 - 31.10.2017
Approved amount 232'916.00
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All Disciplines (3)

Discipline
Social work
Sociology
Social geography and ecology

Keywords (7)

open youth work; pedagogical spaces; pedagogical environment; social pedagogy; ethnography; spatial turn; space

Lay Summary (German)

Lead
In den letzten Jahren werden Raumbegriffe verstärkt in den pädagogischen Fachdiskurs aufgenommen und pädagogisches Handeln richtet sich zunehmend an räumlichen Einheiten aus. Im Zuge dieses „Raumthematisierungsbooms“ wird Raum meist als „Behälter“ gedacht, in dem sich soziale Prozesse abspielen. Dem gegenüber existieren in einigen pädagogischen Feldern wie der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) auch Ansätze, die - mit dem Ziel der Förderung von Aneignungsprozessen - materielle wie soziale Aspekte von Raum in pädagogisches Handeln einbeziehen.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Bisher gibt es noch keine empirischen Erkenntnisse darüber, was Jugendarbeitende in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit konkret tun, wenn sie pädagogisch „mit dem Ort“ arbeiten und welche Räume dadurch geschaffen werden. Deshalb werden im Projekt folgende Fragestellungen untersucht: Wie arbeiten Jugendarbeitende mit dem „pädagogischen Ort Jugendhaus“? Welche räumlichen Elemente beziehen sie in ihr Handeln ein und wie verknüpfen sie diese? Welches implizite und explizite Wissen leitet ihr Handeln? Als Heuristik dient eine relationale Raumvorstellung, mit der die Herstellung von Raum in den Fokus gerückt wird. Ziel ist es, Formen pädagogischen Arbeitens mit dem Ort in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zu beschreiben und zur Systematisierung der Vorstellungen vom „pädagogischen Ort“ und dem darauf bezogenen Handeln beizutragen.

 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Die von Michel Foucault Ende der 1960er Jahren diagnostizierte „Epoche des Raumes“ hat in den vergangenen zwei Dekaden in den Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften an Kontur gewonnen: Während Raum lange als territoriale Szenerie, vor der sich menschliches Handeln abspielt, aufgefasst wurde, fand im Zuge des „spatial turn“ ein Paradigmenwechsel statt: Raum wird sowohl als Produkt wie auch Bedingung menschlichen Handelns gedacht und damit an Handlungsverläufe rückgebunden. Das Projekt soll dazu beitragen, diese Erweiterung der Vorstellung von Raum für pädagogische Kontexte nutzbar zu machen.

Direct link to Lay Summary Last update: 13.05.2014

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Lieux éducatifs : s'ouvrir en se refermant. Comment la conception spatiale des lieux éducatifs contribue-t-elle à façonner l'animation enfance et jeunesse en milieu ouvert ?
Zimmermann Dominic, Hüllemann Ulrike, Brüschweiler Bettina, Reutlinger Christian (2019), Lieux éducatifs : s'ouvrir en se refermant. Comment la conception spatiale des lieux éducatifs contribue-t-elle à façonner l'animation enfance et jeunesse en milieu ouvert ?, REISO Revue d'information social, Lausanne.
Öffnen durch Schliessen. Wie Orte die offene Kinder- und Jugendarbeit mitgestalten - Impulse aus einem SNF-Grundlagenforschungsprojekt
ZimmermannDominic, HüllemannUlrike, BrüschweilerBettina, ReutlingerChristian (2018), Öffnen durch Schliessen. Wie Orte die offene Kinder- und Jugendarbeit mitgestalten - Impulse aus einem SNF-Grundlagenforschungsprojekt, in Sozial Aktuell, 12(50), 37-38.
Institutionalisierte Offenheit - Offene Kinder- und Jugendarbeit als pädagogische Ortsgestalterin.
BrüschweilerBettina, HüllemannUlrike, ReutlingerChristian (2018), Institutionalisierte Offenheit - Offene Kinder- und Jugendarbeit als pädagogische Ortsgestalterin., in Diebäcker Marc, Reutlinger Christian (ed.), Springer VS, Wiesbaden, 63-78.
Nach der Aneignung ist vor der Aneignung - oder wenn der Aneignungsprozess ohne die Jugendarbeitenden gedacht wird.
BrüschweilerBettina, HüllemannUlrike, ReutlingerChristian (2018), Nach der Aneignung ist vor der Aneignung - oder wenn der Aneignungsprozess ohne die Jugendarbeitenden gedacht wird., in Deinet Ulrich, Reis Claus, Reutlinger Christian, Winkler Michael (ed.), Beltz Juventa, Weinheim und Basel, 162-175.
Pädagogischer Ort
Hüllemann Ulrike, Reutlinger Christian (2018), Pädagogischer Ort, in Bassarak Herbert (ed.), Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, 367-369.
Schnapp sie dir alle!? Von möglichen Haltungen Aufsuchender Jugendarbeit angesichts komplexer werdender Raum- und Zeitphänomene
Roth Patricia, Reutlinger Christian, Kast Nadine (2017), Schnapp sie dir alle!? Von möglichen Haltungen Aufsuchender Jugendarbeit angesichts komplexer werdender Raum- und Zeitphänomene, in Sozial Aktuell, 49(9), 32-33.
Wo gedeihen Kinder und Jugendliche "besser" - in der Stadt oder auf dem Lande?
Reutlinger Christian (2017), Wo gedeihen Kinder und Jugendliche "besser" - in der Stadt oder auf dem Lande?, in Info animation Zeitschrift des Dachverbandes offener Knder- und Jugendarbeit Schweiz, (42), 4-5.
Du musst sie lieben. Das Gewordensein mobiler Jugendarbeit in zwölf biographischen Bildern Walhter Spechts.
Reutlinger Christian, Schlenker Stephan (ed.) (2017), Du musst sie lieben. Das Gewordensein mobiler Jugendarbeit in zwölf biographischen Bildern Walhter Spechts., Frank & Timme, Berlin.
Aneignung als strukturierendes Element des Sozialraums
Hüllemann Ulrike, Reutlinger Christian, Deinet Ulrich (2016), Aneignung als strukturierendes Element des Sozialraums, in Reutlinger Christian, Kessl Fabian (ed.), Springer Fachmedien, Wiesbaden, 1-18.
Wie kann über die Gestaltung eines Jugendtreffs als "Pädagogischer Ort" Aneignung ermöglicht werden?
Reutlinger Christian, Hüllemann Ulrike (2015), Wie kann über die Gestaltung eines Jugendtreffs als "Pädagogischer Ort" Aneignung ermöglicht werden?, in Info Animation - Zeitschrift des Dachverbandes offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz , (36), 4-6.
Ist das Jugendhaus als Angebot zur Unterstützung sozialräumlicher Aneignungsprozesse in der Krise? - Eine Perspektivenfrage!
Reutlinger Christian, Hüllemann Ulrike (2014), Ist das Jugendhaus als Angebot zur Unterstützung sozialräumlicher Aneignungsprozesse in der Krise? - Eine Perspektivenfrage!, in Arlt Florian (ed.), Lit Verlag, Wien, Berlin, 65-82.
Ort und Raum in der offenen Kinder- und Jugendarbeit
BrüschweilerBettina, DeinetUlrich, HüllemannUlrike, ReutlingerChristian, Ort und Raum in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, in Deinet Ulrich, Sturzenhecker Benedikt, Schwerthelm Moritz, Schwanenflügel von Larissa (ed.), Springer VS, Wiesbaden.
Theke machen
BrüschweilerBettina, HüllemannUlrike, ReutlingerChristian, Theke machen, in Schwanenflügel von Larissa, Deinet Ulrich, Sturzenhecker Benedikt, Schwerthelm Moritz (ed.), Springer VS, Wiesbaden.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Forschungsverbund RELETRAN Mexico (North America)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Exchange of personnel
- Industry/business/other use-inspired collaboration
Lehrstuhl für Ausserschulische Bildung und Erziehung; Universität Zürich Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Dachverband Offene Jugendarbeit Schweiz (DOJ, AFAJ) Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Industry/business/other use-inspired collaboration
Hochschule RheinMain Studiengangsleitung MAPS-Sozialraumentwicklung, Wiesbaden Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Exchange of personnel
- Industry/business/other use-inspired collaboration
Inst. für Erziehungswissenschaft, Abt. All. Erziehungswissenschaft, Stiftunguniversität Hildesheim Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Lehrstuhl für Sozialisation der Lebensalter an der TU Dresden (Prof. Dr. Lothar Böhnisch) – heute Fr Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik der Universität Duisburg-Essen (Prof. Dr. Fabian Kessl Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Abteilung Sozialpädagogik I im Fach Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Trier Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Exchange of personnel
- Industry/business/other use-inspired collaboration
Institut Kinder- und Jugendhilfe, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Deutsches Jugendinstitut in München und Leipzig Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Institut Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe, ZHAW Departement Soziale Arbeit Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Herausgeber-Team Sozialraum.de Austria (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Industry/business/other use-inspired collaboration

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Vortragsreihe/Kolloquiumsveranstaltung am Institut für Kinder und Jugendhilfe der FHNW Talk given at a conference Praktiken pädagigischer Ortsgestaltung. PORTA OKJA Präsentation Ergebnisse 29.05.2018 Basel, Switzerland Brüschweiler Bettina; Reutlinger Christian; Hüllemann Ulrike;
Vortragsreihe/Kolloquiumsveranstaltung: Adressierungsprozesse im Fokus des Institutes für Kinder- Jugendhilfe der FHNW Talk given at a conference Einblicke und Diskussion erster Projektergebnisse. Praktiken pädagogischer Ortsgestaltung 20.10.2015 Basel, Switzerland Hüllemann Ulrike; Brüschweiler Bettina;
SGSA Tagung Talk given at a conference Fokus Jugendhaus: Offener Ort der Bewältigung jugendlicher Übergänge oder Ort hochstrukturierter pädagogischer Antworten? 04.09.2015 Zürich, Switzerland Reutlinger Christian; Brüschweiler Bettina;
Kolloquium der Jugendarbeitsforschung und -theorie "Was ist Jugendarbeit?“ Talk given at a conference Einblicke und Diskussion zum Projektverlauf. Praktiken pädagogischer Ortsgestaltung 18.02.2015 Vlotho, Germany Brüschweiler Bettina; Hüllemann Ulrike;


Self-organised

Title Date Place
Rapperswil-Jona Begleitung Teamprozess Offene Kinder- und Jugendarbeit, Workshop 1 25.10.2018 Rapperswil-Jona, Switzerland

Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
50 Jahre Mobile Jugendarbeit. Von den ersten Schritten auf den Strassen Talk 20.10.2017 Stuttgart, Germany Reutlinger Christian;
Buchpräsentation "Du musst sie lieben. Das Gewordensein mobiler Jugendarbeit in zwölf biographischen Bildern Walther Spechts. Talk 15.09.2017 Kreuzlingen, Switzerland Reutlinger Christian;


Self-organised

Title Date Place
Rapperswil-Jona Begleitung Teamprozess Offene Kinder- und Jugendarbeit, Workshop 4 21.11.2019 Rapperswil-Jona, Switzerland
Rapperswil-Jona Begleitung Teamprozess Offene Kinder- und Jugendarbeit, Workshop 3 27.06.2019 Rapperswil-Jona, Switzerland
Rapperswil-Jona Begleitung Teamprozess Offene Kinder- und Jugendarbeit, Workshop 2 21.02.2019 Rapperswil-Jona, Switzerland
Rapperswil-Jona Begleitung Teamprozess Offene Kinder- und Jugendarbeit, Workshop 1 25.10.2018 Rapperswil-Jona, Switzerland

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
169370 Bewältigung von drohendem Wohnungsverlust - die soziale Seite gebietsbezogener baulich-planerischer Strategien (WOHNSOG) 01.04.2017 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Ausgangslage: Die von Michel Foucault Ende der 1960er Jahren diagnostizierte „Epoche des Raumes“ hat in den vergangenen zwei Dekaden in den Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften an Kontur gewonnen: Während Raum lange als territoriale Szenerie, vor der sich menschliches Handeln abspielt, aufgefasst und damit meist vernachlässigt wurde, wird heute im Zuge des mit dem „spatial turn“ verbundenen Paradigmenwechsels die konstitutive Bedeutung von Raum in sozialen Zusammenhängen als grundlegende Dimension menschlichen Handelns systematisch mitgedacht und theoretisch begründet. Es zeigt sich, dass sich bestimmte raumtheoretische Grundlagen wie etwa eine relationale Raumauffassung durchsetzen, nach der v.a. Raumherstellungs- bzw. Raum(an)ordnungsprozesse in den Blick kommen. Die in (sozial)pädagogischen Fachdiskussionen aktuell verbreitete Verwendung von Raumbegriffen legt jedoch - blickt man mit einer raumtheoretisch fundierten „Brille“ auf den Diskurs - die Vermutung nahe, dass der disziplinäre Raumthematisierungsboom nicht wie in vielen anderen Disziplinen mit einer Systematisierung der verwendeten Raumbegrif-fe einherging, sondern weiterhin - teils pragmatisch - territoriale Raumvorstellungen verbreitet sind, verbunden mit nur teilweise reflek-tierten Herausforderungen für pädagogisches Handeln. Diese Tatsache verwundert einerseits mit Blick auf theoretische Entwicklungsli-nien in der Sozialpädagogik, nach denen bereits lange vor dem Einsetzen des aktuellen Raumthematisierungsbooms systematisierende Überlegungen zu pädagogischen Raumvorstellungen wie auch zur Bedeutung von Raum für pädagogisches Handeln angestellt wur-den. Raum im soziologischen Sinne wird pädagogisch vorwiegend im Rahmen der Gestaltung „pädagogischer Orte“ zur Unterstützung von Aneignungsprozessen thematisiert. Ähnliche Überlegungen zeigen sich auch in konkreten Handlungstraditionen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA): Pädagogisches Handeln wird konzeptionell als Ortsgestaltungshandeln aufgeschlossen. Doch auch wenn mit der Anknüpfung der Überlegungen zur pädagogischen Ortsgestaltung an Aneignungsprozesse eine territoriale bzw. absolute Vorstellung vom Raum abgelehnt werden muss, bleiben pädagogische Reflexionen zum Raum an vielen Stellen abstrakt und wenig anschlussfähig für die Ebene pädagogischen Handelns. Zudem existieren auch für das Arbeitsfeld der OKJA, in dem pädagogische Ortsgestaltung nahezu einstimmig auf einer konzeptionellen Ebene eine wichtige Rolle zugesprochen wird, kaum empirische Erkenntnis-se darüber, was JugendarbeiterInnen konkret tun, wenn sie pädagogisch „mit dem Ort“ arbeiten. Forschungsfrage und angestrebte (Erkenntnis-)Ziele: Im beantragten Projekt sollen deshalb - unter Bezugnahme auf die relatio-nale Raumvorstellung nach Martina Löw im Sinne einer Heuristik - über eine explorative empirische Erhebung des Ortsgestaltungshan-delns von JugendarbeiterInnen Formen pädagogischen Arbeitens mit dem Ort in der offenen Kinder- und Jugendarbeit detailliert be-schrieben und anschliessend „theoretisiert“ werden, um damit zu einer Systematisierung der pädagogischen Vorstellungen vom Ort und darauf bezogenen pädagogischen Handelns beizutragen. Die Erkenntnisse aus dem Projekt liefern für das Arbeitsfeld der OKJA über die Versprachlichung expliziten wie auch in Praktiken eingelagerten impliziten Wissens wichtige Grundlagen zur reflexiven Weiterentwick-lung ihrer Praxis. Konkret sollen folgende Fragen empirisch beantwortet werden: Wie arbeiten JugendarbeiterInnen mit dem „pädagogischen Ort Jugendhaus“? Welche Formen pädagogischer Ortsgestaltung zeigen sich in ihrem pädagogischen Handeln?Aus den beiden übergeordneten Fragen ergeben sich folgende Teilfragestellungen: •Welche Ortsaspekte beziehen JugendarbeiterInnen am „pädagogischen Ort Jugendhaus“ in ihr Handeln ein? •Wie werden diese Ortsaspekte von den JugendarbeiterInnen miteinander verknüpft? •Welches implizite wie explizite Wissen leitet JugendarbeiterInnen in ihrem Ortsgestaltungshandeln? •Wie binden JugendarbeiterInnen den pädagogischen Ort im Rahmen der Ortsgestaltung in den konkreten historisch-lokalen Kontext ein?Methodisches Vorgehen: Zur Annäherung an einen bisher kaum untersuchten Forschungsgegenstand und zur Beantwortung der formulierten Fragestellungen, die auf die Beschreibung und das „zur Sprache bringen“ expliziten wie auch in Praktiken implizit eingela-gerten Wissens zielen, bietet sich ein ethnographisches Vorgehen an. Ethnographien liegt ein Erkenntnisstil des Entdeckens über die „Befremdung der eigenen Kultur“ zugrunde. Sie ermöglichen es ausserdem, ins Arbeitsfeld implizit eingelagerte Wissensbestände über Beobachtungen auf eine sprachliche Ebene zu bringen bzw. deren Versprachlichung im Rahmen ethnographischer Interviews anzure-gen sowie bereits vorhandene Daten im Sinne relevanten Kontextwissens einzubeziehen. Im beantragten Projekt werden sechs Fälle im Arbeitsfeld der OKJA in der Schweiz intensiv ethnografisch erforscht. Gemäss dem Ziel der Theoriebildung wird über ein schrittweises, sich an der entwickelnden Theorie ausrichtendem theoretischen Sampling in der Erhebung und Auswertung der ersten vier Fälle ein möglichst breites Spektrum an Praktiken der pädagogischen Gestaltung von Orten angestrebt. Mit der Erhebung von zwei weiteren Fällen sollen zusätzliche gezielte Fokussierungen bzw. Detaillierungen ermöglicht werden. Über den Einbezug von ExpertInnen aus dem Arbeitsfeld der OKJA Schweiz aus drei Sprachregionen in drei Workshops kann fundiertes Expertenwissen während der gesamten Projektlaufzeit ins Projekt einfliessen und im Projekt gewonnenes Wissen direkt diskutiert werden.
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