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TRANSSWISS - Transnationale Vergesellschaftungen von Personen mit und ohne Migrationshintergrund in der Schweiz im Vergleich

English title TRANSSWISS - Transnational sociation. A comparison of persons with and without migratory background in Switzerland
Applicant Rössel Jörg
Number 153136
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Soziologisches Institut Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Sociology
Start/End 01.09.2014 - 31.12.2017
Approved amount 341'377.00
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Keywords (5)

Transnationalisierung; Migranten; Schweiz; Transnationale Vergesellschaftung; Integration

Lay Summary (German)

Lead
Die Prozesse der Globalisierung und Transnationalisierung prägen das Bild gegenwärtiger Gesellschaften. Wir wollen diese gesellschaftlichen Transformationen in ihrer Bedeutung für individuelle Personen analysieren. Aus diesem Grund untersuchen wir mit Hilfe einer Befragungsstudie, in welchem Masse Individuen in der Schweiz (Migranten und Einheimische) über soziale Austauschbeziehungen in andere Länder (transnationale Vergesellschaftung) verfügen.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojektes

1. Den Kern des Projekts stellt eine standardisierte Befragung von fünf Personengruppen in der Schweiz dar (Personen mit deutschem, italienischem, portugiesischem und britischem Migrationshintergrund sowie autochthone Schweizer). In der Studie soll das Ausmass der transnationalen Vergesellschaftung für die Befragten in unterschiedlichen Dimensionen erfasst werden. 2. Die Auswahl der Gruppen soll den Vergleich von Personen aus geographisch entfernten Herkunftsländern einerseits und Nachbarländern der Schweiz andererseits sowie von klassischen Arbeitsmigranten und Gruppen höher qualifizierter Migranten ermöglichen. Darüber hinaus sollen in zwei Gruppen (für Deutsche und Italiener) Angehörige der ersten und der zweiten Generation befragt werden, um mögliche Veränderungen transnationaler Vergesellschaftung über die Generationen hinweg beobachten und analysieren zu können. 3. Neben der Messung des Ausmasses von transnationaler Vergesellschaftung soll in der Studie ferner erfasst werden, in welchem Masse die befragten Personen in die Schweizerische Gesellschaft integriert sind. Damit soll das Verhältnis von Integration und transnationaler Vergesellschaftung, das in der Migrationsforschung stark diskutiert wird, systematisch untersucht werden. 4. Darüber hinaus sollen die zentralen Einflussgrössen für das Ausmass transnationaler Vergesellschaftung (Herkunfts- und Aufnahmekontext, Ressourcenausstattung) erhoben werden. Auf der Grundlage eines entscheidungstheoretischen Modells sollen präzise Hypothesen zur Erklärung von transnationaler Vergesellschaftung formuliert und mit Hilfe von multivariaten statistischen Analysen getestet werden. Das Projekt wird damit nicht nur einen wesentlichen Beitrag zum Forschungsstand in der Schweiz leisten, sondern kann auch die internationale Forschung zum Thema transnationale Vergesellschaftung anreichern und ergänzen.

 

 

Direct link to Lay Summary Last update: 20.06.2014

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Prof. Dr. Michael Nollert, Universität Freiburg Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Prof. Dr. Steffen Mau, Universität Bremen Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Prof. Dr. Bettina Heintz, Universität Bielefeld Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Prof. Juan Diez Medrano, Universidad Carlos III de Madrid Spain (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
25th International Conference of Europeanists Talk given at a conference Transnational Social Relations – A Comparison between First and Second Generation Migrants and the Autochthonous Population 28.03.2018 Chicago, United States of America Pap Ilona; Schroedter Julia; Rössel Jörg;
Fakultätstag der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Heidelberg. Individual talk Transnationale Beziehungen als Hindernis für die Integration von Migranten? 10.11.2017 Heidelberg, Germany Schroedter Julia; Pap Ilona; Rössel Jörg;
Thesis Workshop, Kloster Fischingen Talk given at a conference Transnational Relations and Classical Integration 19.10.2017 Fischingen, Switzerland Pap Ilona; Schroedter Julia; Rössel Jörg;
13th Conference of the European Sociological Association: "(Un)Making Europe: Capitalism, Solidarities, Subjectivities" Talk given at a conference Transnational Relations and Classical Integration 01.09.2017 Athen, Greece Rössel Jörg; Schroedter Julia; Pap Ilona;
13th Conference of the European Sociological Association: "(Un)Making Europe: Capitalism, Solidarities, Subjectivities" Talk given at a conference An Actor Based Explanation of Migrant Transnationalism 31.08.2017 Athen, Greece Schroedter Julia; Rössel Jörg; Pap Ilona;
Seminar in Cooperation with Venice International University Talk given at a conference A Rational Choice Explanation of Migrant Transnationalism 16.11.2015 San Servolo, Italy Schroedter Julia; Rössel Jörg;


Abstract

Die Prozesse der Globalisierung und Transnationalisierung prägen das Bild gegenwärtiger Gesellschaften. In dem beantragten Projekt sollen diese gesellschaftlichen Transformationen jedoch nicht aus einer Makroperspektive betrachtet, sondern in ihrer Relevanz für die individuellen Akteure analysiert werden. Dabei knüpfen wir an den Begriff der transnationalen Vergesellschaftung an, worunter verstanden werden soll, dass Akteure grenzüberschreitende Interaktionen mit Personen in anderen Ländern aufweisen. Fasst man die Forschungslage zum Thema (für die Schweiz und weitere Länder) zusammen, so zeigen sowohl qualitative als auch quantitative Studien deutliche Hinweise auf das Vorhandensein transnationaler Vergesellschaftungsprozesse. Diese variieren allerdings in den relevanten Dimensionen (wirtschaftliche Transaktionen, politische Transaktionen, soziale Beziehungen, Identifikationen), in ihrer Regelmässigkeit und Intensität. So lassen sich zum einen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen ausmachen: Migranten sind tendenziell stärker transnational vergesellschaftet als Personen ohne Migrationsgeschichte oder -hintergrund. Ferner unterscheiden sich verschiedene Gruppen von Migranten erheblich. Auch innerhalb der einzelnen Gruppen besteht eine deutliche Heterogenität im Hinblick auf die individuellen transnationalen Vergesellschaftungsprozesse. Die Erklärungen für die interindividuellen Unterschiede in deren Ausmass verweisen zumeist auf die ungleiche Ausstattung mit Ressourcen, die für grenzüberschreitende Interaktionen in vielen Fällen notwendig sind, sowie auf die mit den Herkunfts- und Aufnahmekontexten verbundenen Gelegenheitsstrukturen. Eine umfassende theoretische Erklärung transnationaler Vergesellschaftungsprozesse, die explizit Mechanismen unter bestimmten Randbedingungen benennt und welche an allgemeinere soziologische Theorien anschlussfähig ist, steht gegenwärtig indessen noch aus.Für die Schweiz liegen bislang überwiegend qualitative Studien sowie einige quantitative Studien mit kleinen Fallzahlen vor, welche die Vielfalt von transnationalen Vergesellschaftungen für unterschiedliche Gruppen dokumentieren. Auf dieser Grundlage können allerdings keine präzisen Angaben für die Prävalenz von transnationaler Vergesellschaftung und deren Bedingungen gemacht werden. Hierzu bedarf es repräsentativer Studien mit grosser Fallzahl. Genau an dieser Stelle setzt unser Projekt an: 1. Den Kern des hier beantragten Projekts stellt eine standardisierte Befragung von fünf Personengruppen in der Schweiz dar (Personen mit deutschem, italienischem, portugiesischem und britischem Migrationshintergrund sowie autochthone Schweizer). In dieser Studie soll das Ausmass der transnationalen Vergesellschaftung für die Befragten in unterschiedlichen Dimensionen erfasst werden. 2. Die Auswahl der Gruppen soll den Vergleich von Personen aus geographisch entfernten Herkunftsländern einerseits und Nachbarländern der Schweiz andererseits sowie von klassischen Arbeitsmigranten auf der einen Seite und Gruppen höher qualifizierter Migranten auf der anderen Seite ermöglichen. Darüber hinaus sollen in zwei Gruppen (für Deutsche und Italiener) Angehörige der ersten und der zweiten Generation miteinander verglichen werden, um die Veränderung transnationaler Vergesellschaftung über die Generationen hinweg zu analysieren. 3. Neben der Messung der Prävalenz von transnationaler Vergesellschaftung soll in der Studie fernerhin erfasst werden, in welchem Masse die befragten Personen in die Schweizerische Gesellschaft integriert sind, um das Verhältnis von Integration und transnationaler Vergesellschaftung, das in der Migrationsforschung stark diskutiert wird, systematisch zu untersuchen. 4. Zudem sollen die zentralen Einflussgrössen für das Ausmass transnationaler Vergesellschaftung (Herkunfts- und Aufnahmekontext, Ressourcenausstattung) erhoben werden. Auf der Grundlage eines entscheidungstheoretischen Modells sollen präzise Hypothesen zur Erklärung von transnationaler Vergesellschaftung formuliert werden und mit Hilfe von multivariaten statistischen Analysen getestet werden. Das Projekt kann damit nicht nur einen wesentlichen Beitrag zum Forschungsstand in der Schweiz leisten, sondern kann auch die internationale Forschung zum Thema transnationale Vergesellschaftung anreichern und ergänzen.
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