Project

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Däbtäras und "Zauberrollen": Intermedialität und religiöse Autorität in Äthiopien

English title Däbtäras and "magic scrolls": media and authority in Ethiopian religious culture
Applicant Uehlinger Christoph
Number 153078
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Religionswissenschaftliches Seminar Theologische Fakultät Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Religious studies, Theology
Start/End 01.05.2014 - 30.04.2016
Approved amount 242'630.00
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All Disciplines (6)

Discipline
Religious studies, Theology
Ethnology
Visual arts and Art history
Ecclesiastical history
Communication sciences
Other languages and literature

Keywords (13)

Medien und Religion; Material Religion; Populäre Religion; Äthiopisches Christentum; Magie; Religionsaisthetik; Visible Religion; Schutzrollen; Bild und Text; Zauberrollen; Religiöse Experten; Äthiopien; Religiöse Autorität

Lay Summary (German)

Lead
„Zauber-“ oder „Schutzrollen“, gekennzeichnet durch ein Wechselspiel von Wort und Bild, sind eine repräsentative Objektgattung der christlich geprägten äthiopischen sog. „Magie“ bzw. Therapeutik. Sie sind ein Beispiel für eine alte, aber lebendig gebliebene Tradition: Schutzrollen werden bis heute nach altem Vorbild hergestellt. Sie geben Zeugnis von den Krankheiten, den Heilmitteln, den „magisch“-therapeutischen Praktiken und anderen Aspekten des täglichen Lebens der äthiopischen Christen. Ihre Autoren sind die Däbtära, ungeweihte Geistliche der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche, die der Volksfrömmigkeit mehr verbunden sind als der offiziellen theologischen Lehre.
Lay summary

Das Projekt untersucht Bedeutung und Verwendung von Schutzrollen und verwandten Objektgattungen der religiösen Populärkultur Äthiopiens in Hinblick auf das Zusammenspiel von Objekt, Text, Bild und Handlung. Besondere Beachtung wird der sozialen Kontextualisierung der Objekte und der sie produzierenden und manipulierenden Akteure geschenkt. Dabei werden sowohl die Stellung und die Funktion des Däbtära als Hersteller als auch die Adressaten dieser Medien in ihrem sozialen und gesellschaftlichen Kontext untersucht.

Die Bedeutung des Vorhabens liegt zum einen in der wissenschaftlichen Erschliessung von religionsgeschichtlich relevanten Primärquellen; zum anderen in der Verbindung dieser kontextspezifischen Editions- und Interpretationsarbeit mit übergreifenden Fragestellungen der Religionswissenschaft in Hinblick auf eine differenzierte Religionstheorie und die Erforschung von Zusammenhängen vs. Unterscheidungen von Religion, Medizin und sog. „Magie“ in einem traditionalen Kontext.

Ausgangs- und Zielpunkt des Projekts sind neuere Entwicklungen im Bereich religionswissenschaftlicher Theoriebildung (Visible ReligionMaterial Religion, Religionsästhetik). Diese interessieren sich zwar generell für Aspekte der populären Religionskultur, konzentrieren sich aber gerne auf relativ gut erschlossene Traditionen. Hier soll die in der Religionswissenschaft stark vernachlässigte Religionskultur Äthiopiens in den Horizont systematisch-religionstheoretischer Debatten gerückt und zugleich mit Hilfe aktueller analytischer Instrumente besser erschlossen werden.

Die bisher erfolgreich angewandte Methodik soll unter Berücksichtigung der bereits gewonnen Ergebnisse nun auch auf ein repräsentatives Corpus von Schutzrollen hauptsächlich aus Schweizer Sammlungen eingesetzt werden. Die Zusammenarbeit mit dem Völkerkundemuseum der Universität Zürich wird es erlauben, die Resultate der Forschung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Direct link to Lay Summary Last update: 01.04.2014

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Name Institute

Publications

Publication
An Ethiopian Magical Manuscript at the University Library of Cluj, Romania (BCU, MS 681)
Burtea Bogdan, Papahagi Adrian (2015), An Ethiopian Magical Manuscript at the University Library of Cluj, Romania (BCU, MS 681), in International Journal of African Historical Studies , 45(1), 103-108.
Die äthiopische Fassung des Gamalielevangeliums
Burtea Bogdan (2015), Die äthiopische Fassung des Gamalielevangeliums, in Markschies Christoph (ed.), Mohr Siebeck, Tübingen, 1336-1347.
Traditional medicine and magic according with some Ethiopian manuscripts from European collections
Burtea Bogdan (2015), Traditional medicine and magic according with some Ethiopian manuscripts from European collections, in Aethiopica , 18, 87-100.
Zur magischen Literatur im christlichen Äthiopien
Burtea Bogdan (2014), Zur magischen Literatur im christlichen Äthiopien, in Elliesie Hatem (ed.), Rüdiger Köppe Verlag, Köln, 131-148.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Universität Zürich, Völkerkundemuseum Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
- Research Infrastructure
Katalogisierung der orientalischen Handschriften in Deutschland, Universität Hamburg Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Institute for Ethiopian Studies, Addis Abeba University Ethiopia (Africa)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication

Scientific events



Self-organised

Title Date Place
Masterseminar zum Thema "Magie" 15.09.2014 Universität Zürich, Switzerland

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
107630 Iconography of Deities and Demons in the Biblical World (IDD) 01.05.2005 Project funding (Div. I-III)
115735 Sichtbare Religiöse Identität, Differenzwahrnehmung und Konflikt 01.09.2007 NRP 58 Religions, the State and Society
134840 Däbtäras und "Zauberrollen": Intermedialität und religiöse Autorität in Äthiopien 01.05.2011 Project funding (Div. I-III)
40057 Ägyptische Amulette aus Palästina/Israel. 31.05.1994 Publication grants

Abstract

Das Projekt untersucht Bedeutung und Verwendung von sog. „Zauber-" oder "Schutzrollen“ und verwandten Objektgattungen der religiösen Populärkultur Äthiopiens im Hinblick auf das Zusammenspiel von Objekt, Text, Bild und Handlung. Besondere Beachtung wird der sozialen Kontextualisierung der Objekte und der sie produzierenden und manipulierenden Akteure geschenkt. Ausgangs- und Zielpunkt des Projekts sind neuere Entwicklungen im Bereich der religionswissenschaftlichen Theoriebildung (Visible Religion, Material Religion, Religionsaisthetik). Diese interessieren sich zwar generell für Aspekte der populären Religionskultur, konzentrieren sich aber gerne auf relativ gut erschlossene Traditionen. Mit dem vorliegenden Projekt soll die in der Religionswissenschaft stark vernachlässigte Religionskultur Äthiopiens in den Horizont systematisch-religionstheoretischer Debatten gerückt und zugleich mit neuen analytischen Instrumenten besser erschlossen werden.
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