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Die helvetische Strassen-Enquête der Jahre 1799/1800 - eine zentrale Quelle für die schweizerische Verkehrsgeschichte

English title The inquiry about Helvetian routes in the years 1799/1800 - a central source for Swiss transport history
Applicant Holenstein André
Number 152625
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution ViaStoria - Zentrum für Verkehrsgeschichte Kulturwege Schweiz
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.10.2014 - 30.06.2019
Approved amount 501'147.00
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Keywords (6)

historische Raumanalyse; Weg- und Strassennetze; Schweizerische Verkehrsgeschichte; Helvetik; Verwaltungsgeschichte; Verkehrs-/Transportkapazitäten

Lay Summary (German)

Lead
LeadDie helvetische Strassenaufnahme der Jahre 1799 und 1800 gibt einen detaillierten Einblick in die damals bestehenden Strassen- und Wegnetze, in die Bedingungen ihres Unterhalts und in die unterschiedlichen Verkehrsverhältnisse unterwegs. Die Quellenbestände der Enquête werden erschlossen und analysiert.
Lay summary

Titel des Forschungsprojekts
Die helvetische Strassen-Enquête der Jahre 1799/1800 – eine zentrale Quelle für die schweizerische Verkehrsgeschichte
L’enquête routière helvétique des années 1799/1800 – une source importante sur l’histoire suisse des transports
The inquiry about Helvetian routes in the years 1799/1800 – a central source for Swiss transport history

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Die helvetische Strassenaufnahme erlaubt einen Blick zurück in jene Zeit des ausgehenden 18. Jahrhunderts, in der erst wenige Strassen als sogenannte Chausseen ausgebaut waren und noch ungefähr die Hälfte aller Wege nur zu Fuss oder mit Reit- und Saumtieren bewältigt werden konnten. Zudem war sie selbst ein Element jener grundlegenden Erneuerung der Strasseninfrastruktur, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Teil des vielschichtig erfolgenden Übergangs von den Standesherrschaften des Ancien Régimes zu modernen Verwaltungsstrukturen und der Intensivierung der regionalen und überregionalen Raumbezüge war. Nebst verkehrsgeschichtlichen Resultaten sind von der Auswertung der helvetischen Akten zum Strassenwesen auch weiterführende Aussagen zum Funktionieren der helvetischen Verwaltung, ihrer Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden und allgemein zur Verwaltungsmodernisierung zu erwarten.

Der handschriftliche Quellenbestand wird transkribiert und analysiert. Die historische Rekonstruktion der Weg- und Strassennetze erfolgt in einem Geographischen Informationssystem GIS, das auf den sogenannten Dufourkarten (Erstauflage 1845–1865 und Ausgabe um 1900) basiert.

Direct link to Lay Summary Last update: 04.08.2014

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Die helvetische Strassenenquête. Eine zentrale Quelle für die schweizerische Verkehrsgeschichte
SchiedtHans-Ulrich, Die helvetische Strassenenquête. Eine zentrale Quelle für die schweizerische Verkehrsgeschichte, ViaStoria, Bern.
Verkehrsverhältnisse des ausgehenden 18. Jahrhunderts im Gebiet des Corpus helveticum und der Helvetischen Republik
SchiedtHans-Ulrich, Verkehrsverhältnisse des ausgehenden 18. Jahrhunderts im Gebiet des Corpus helveticum und der Helvetischen Republik, in Léchot Timothée, Holenstein André, Schläppi Daniel, Jaquier Claire (ed.), Editions Slatkine, Genf, 207-224.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Die grosse Welt kommt in die Berge. Die Entstehung des Tourismus im Berner Oberland Talk given at a conference Zu Fuss, mit Pferd oder Schiff – Verkehr und Tourismus im Berner Oberland vor der Eisenbahn 01.06.2018 Spiez, Switzerland Schiedt Hans-Ulrich;


Self-organised

Title Date Place
Strassen und Nation-Building 27.01.2017 Bern, Switzerland

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
103972 "GIS-Dufour" - Aufbau und Implementierung eines Vektor 25-kompatiblen geografischen Informationssystems für die Verkehrs- und Raumforschung auf historischer Grundlage 01.05.2004 Project funding (Div. I-III)
189000 Kulturen und Raumordnungen der Arbeitstiere. Grundlagen zu einer Geschichte der tierlichen Trag- und Zugarbeit 01.01.2020 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Die helvetische Strassen-Enquête - eine zentrale Quelle für die schweizerische VerkehrsgeschichteDie helvetische Strassen-Enquête und weitere Erhebungen der helvetischen Verwaltung zum Strassenwe-sen sind ein wichtiger Fundus für die Verkehrsgeschichte und für die Geschichte der Helvetik. Im Zentrum des Projekts steht das Strassenwesen um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, das anhand dieser Quellen rekonstruiert und detailliert beschrieben werden kann. Die helvetische Strassenaufnahme erlaubt einen Blick zurück in jene Zeit des ausgehenden 18. Jahrhunderts, in der erst wenige Strassen als sogenannte Chausseen ausgebaut waren und noch ungefähr die Hälfte aller Wege nur zu Fuss oder mit Reit- und Saumtieren bewältigt werden konnten. Zudem war sie selbst ein Element jener grundlegenden Erneuerung der Strasseninfrastruktur, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts international in einer bemerkenswerten Parallelität begonnen hatte und die in der Schweiz Teil des vielschichtig erfolgenden Übergangs von den Standesherrschaften des Ancien Régimes zu modernen Verwaltungsstrukturen und der Intensivierung der regionalen und überregionalen Raumbezüge war. Nebst verkehrsgeschichtlichen Resultaten sind von der Auswertung der helvetischen Akten zum Strassenwesen auch weiterführende Aussagen zum Funktionieren der helvetischen Verwaltung, ihrer Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden und allgemein zur Verwaltungsmodernisierung zu erwarten. Der Quellenkorpus der helvetischen Strassen-Enquête enthält:- die Vorarbeiten zur Umfrage des helvetischen Kriegsministeriums- die Klassifikation der bestehenden Wege und Brücken und deren Zustand- eine Erfassung der vom Militär genutzten Strassen- Übersichts- und Detailkarten- die Korrespondenz mit den involvierten respektive beauftragten Instanzen- Erhebungen über Kosten, Massnahmen, Werkzeuge des Strassenbaus- und Strassenunterhalts- Erhebungen über das Personal des Wegebaus und -unterhalts - Informationen über die in den Kantonen bisher erhobenen Zölle- eine Sammlung des damaligen Wissens zum Strassenbau (u.a. die Lehrbücher von Exchaquet und Guisan)Das Projekt hat folgende Ziele:- Sichtung und Dokumentation des Quellenfundus im Bundesarchiv und in den kantonalen Staats- respektive Landesarchiven- Transkription wichtiger Einzelquellen und Quellen(teil)bestände- Rekonstruktion der Strassen- und Wegnetze des ausgehenden 18. Jahrhunderts- Integration der erhobenen Daten in das bestehende, auf historischen Karten beruhende Geografische Informationssystem GIS-Dufour- Rekonstruktion der Verkehrsverhältnisse (Strassenzustand; Verkehrsaufkommen; Art der Fuhrwerke; Strassenbenutzer) des ausgehenden 18. Jahrhunderts- Identifikation und Analyse der regionalen Unterschiede - Beschreibung des weiteren Strassenwesens (Strassenverwaltung, Unterhaltsorganisation, Strassenbau etc.) anhand der Quellen- Interpretation der Helvetik a) aus einer spezifisch verkehrsgeschichtlichen und b) aus einer allgemein verwaltungsgeschichtlichen Perspektive- Aufbau einer Website für die Präsentation der ResultateDer Quellenbestand der helvetischen Strassen-Enquête wurde in einer vom Förderverein ViaStoria finanzierten Studie gesichtet und auf seine Ergiebigkeit hin geprüft. Der Hauptbestand liegt im Schweizerischen Bundesarchiv. Die von der Zentralverwaltung der Helvetik an die helvetischen Kan-tone gerichteten Anfragen haben jedoch auch in den Staatsarchiven Quellen hinterlassen, die beizuziehen sind.Das Projekt steht im Zusammenhang mit dem Forschungsprogramm Verkehrsgeschichte Schweiz, das von ViaStoria, Zentrum für Verkehrsgeschichte, und von der Abteilung für Wirtschafts- Sozial- und Umweltgeschichte des Historischen Instituts der Universität Bern realisiert wird. Die Analyse und Darstellung der Resultate erfolgt teilweise im Geografischen Informationssystem GIS-Dufour, dessen Datenbasis mithilfe des geplanten Projekts ebenfalls erweitert werden kann.
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