Project

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Ultrashort - Zur medialen Logik kürzester a/v-Formen

English title Ultrashort - Thoughts On the Medial Logic of Very Short Audiovisual Forms
Applicant Truniger Fred
Number 150185
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Design & Kunst Hochschule Luzern
Institution of higher education Lucerne University of Applied Sciences and Arts - HSLU
Main discipline Arts
Start/End 01.03.2014 - 31.08.2017
Approved amount 381'426.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Arts
Theatre and Cinema

Keywords (9)

Kurzfilm; Medientheorie; Konvergenz; Narrationstheorie; Bewegtbilder; Ultrashorts; Digitalisierung; Medienarchäologie; Bildtheorie

Lay Summary (German)

Lead
Am 24. Januar 2013 wurde von Twitter das Video-Format Vine eingefu¨hrt, dessen Mini-Clips auf eine Dauer von sechs Sekunden beschränkt sind. Damit radikalisiert Vine den medialen Trend zur Verku¨rzung audiovisueller Erzählungen, der in out-of-home Media, auf Urban Screens, auf internetbasierten Videoplattformen, bei Filmfestivals, im Rahmen von Kunstprojekten, im (viralen) Marketing, der Gebrauchsgrafik, im Wayfinding mit Digital Signage und zahlreichen mobilen Anwendungen zu beobachten ist.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Das Projekt Ultrashort versteht kürzeste Bewegtbildsequenzen als ein eigenständiges Medienformat, welches sich einer eindimensionalen Zuordnung zu Film, Fernsehen oder digitalen Medien verweigert, medienübergreifend in verschiedensten Kontexten sowie Abspieloberflächen präsentiert wird und damit einen fortschreitenden medienkulturellen Wandel anzeigt. Ziel ist es, das ästhetische Potential dieser neuen Form analytisch zu fassen und ihre Wirkungsorte zu benennen. Als primärer Korpus steht eine Sammlung von rund 1'400 Beiträgen des Ultra-Kurzfilm-Wettbewerbs: 5-10-20 zur Verfügung, der in den Jahren 2007-2011 von der Hochschule Luzern durchgeführt wurde. Dieser künstlerisch-narrative Korpus wird ergänzt durch audiovisuelles Material der Online-Dienste Vine, Viddy und Tout, die durch Partizipation gekennzeichnet sind. In zwei Subprojekten erfolgt einerseits die Analyse insbesondere von Schlüsselbildern und Leerstellen als zentrale Bestandteile der neuen ästhetischen Verfahren. Eine medienarchäologische Spurensuche behandelt andererseits die veränderten Wahrnehmungskontexte und -oberflächen und untersucht die Entstehung des Formats aus verschiedenen medialen Ästhetiken zwischen Comics und Social Media.

 

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Das Projekt untersucht erstmals die Entwicklung, Ästhetik und Theorie kürzester Bildsequenzen, deren mediale Logik bisher von der wissenschaftlichen Forschung kaum berücksichtigt worden ist. Es beschreibt das Format kontextualisiert als Ergebnis technischer, sozialer, ökonomischer Konvergenzen und Medienüberschreitungen und entwickelt eine Typologie der ultrakurzen Formate, die als erste Kategorisierung für weitere Untersuchungen beigezogen werden kann. Damit bietet es zudem die Möglichkeit, audiovisuelle Kommunikation in digitalen Netzwerken und deren gesellschaftliche Bedeutung zu hinterfragen.

Direct link to Lay Summary Last update: 28.01.2014

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
In der Stadt der bewegten Bilder. Der öffentliche Raum als Kino der Attraktionen
Truniger Fred (2017), In der Stadt der bewegten Bilder. Der öffentliche Raum als Kino der Attraktionen, in Binotto Johannes (ed.), Birkhäuser De Gruyter, Basel, 222-235.
Gregory J. Markopoulos zu Mary Ellen Bute. Rezeptionsmomente im Zuge der Formierung einer Avantgarde
Bräuer Stefanie (2016), Gregory J. Markopoulos zu Mary Ellen Bute. Rezeptionsmomente im Zuge der Formierung einer Avantgarde, in Klammer Markus, Naef Maja (ed.), Fink, Paderborn, 85-98.
Let me be your TV
Rentemeister Elke (2016), Let me be your TV, in Networking Knowledge. Special Issue: Together While Apart? Mediating Relationships and Intimacy, 9(6), 88-100.
Snap
Rentemeister Elke (2016), Snap, in Gamper Michael, Mayer Ruth (ed.), 191-201.
Animationen in kürzesten Bewegtbildformaten
Müller Robert (2015), Animationen in kürzesten Bewegtbildformaten, in Elke Rentemeister Fred Truniger Stefanie Bräuer Robert Müller und Ute Holl (ed.), Hochschule Luzern, Luzern, 24-27.
Die Konsistenz von Kürze: Animation und Plastizität bei trickreichen Kürzestfilmen
Bräuer Stefanie (2015), Die Konsistenz von Kürze: Animation und Plastizität bei trickreichen Kürzestfilmen, in Elke Rentemeister Fred Truniger Stefanie Bräuer Robert Müller und Ute Holl (ed.), 20-23.
Mittags Tomatenpfannekuchen
Rentemeister Elke (2015), Mittags Tomatenpfannekuchen, in Elke Rentemeister Fred Truniger Stefanie Bräuer Robert Müller und Ute Holl (ed.), Hochschule Luzern, Luzern, 62-64.
ultrashort | reframed
Elke Rentemeister Fred Truniger Stefanie Bräuer Robert Müller und Ute Holl (Hrsg.) (2015), ultrashort | reframed.
Wie schnell ist ein Witz?
Truniger Fred (2015), Wie schnell ist ein Witz?, in Elke Rentemeister Fred Truniger Stefanie Bräuer Robert Müller und Ute Holl (ed.), Hochschule Luzern, Luzern, 16-19.
Mary Ellen Bute’s Abstronic and the Braun Tube – Visualizing the “Sub-Atomic World”
Bräuer Stefanie, Mary Ellen Bute’s Abstronic and the Braun Tube – Visualizing the “Sub-Atomic World”, in Fiorentini Erna (ed.).
Mysteries of the Visible: Filmic Operations and their Value for the Representation of Place
Truniger Fred, Mysteries of the Visible: Filmic Operations and their Value for the Representation of Place, in Troiani Igea, Campbell Hugh (ed.).

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Abteilung Medienkunst, Kunsthochschule für Medien, Köln Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Institut für Kunst und Visuelle Kultur, Carl von Ossietzky Universtität Oldenburg Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Institut für Medienforschung, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Ultrakurz: Neue Formate, neue Ästhetik, neue Gebrauchsweisen digitaler Medien Talk given at a conference The Professionalization of Social Networks 18.11.2016 Luzern, Switzerland Rentemeister Elke;
Sound/Image Colloquium Talk given at a conference The Electronic Oscilloscope as a Novel Tool for Visual Music-Films of the Early 1950s 13.11.2016 London, Great Britain and Northern Ireland Bräuer Stefanie;
Medialogue Basel, Forum for Media, Art and Design Research Talk given at a conference Heuristics of Re-Enacting Practices and Re-Assembling Tools 25.05.2016 Basel, Switzerland Bräuer Stefanie;
Lüneburg Summer School for Digital Cultures, Stream 3 Cultural Techniques Talk given at a conference The Cultural Technique of Measuring: Abstronic by Mary Ellen Bute, 1952 24.09.2015 Lüneburg, Germany Bräuer Stefanie;
Kulturen des Kleinen Talk given at a conference Ultrashort - Zur medialen Logik kürzester a/v-Formen 24.07.2015 Paderborn, Germany Rentemeister Elke;
kurz & knapp Talk given at a conference Snap! 08.07.2015 Hannover, Germany Rentemeister Elke;
Digital Abstraction at the Interface between Electronic Media Arts and Data Visualization Talk given at a conference Oscillography in Mary Ellen Bute’s Abstronic – Merging Abstraction and Electronics in Experimental Filmmaking 08.05.2015 Bremen, Germany Bräuer Stefanie;
Mediale Zeitenwende Talk given at a conference Ultrashort. Bewegtbilderzählungen mit kürzester Dauer 14.11.2014 Köln, Germany Truniger Fred;
Visualization: A critical survey of the concept Talk given at a conference Experimental Oscillography in Media Art 03.04.2014 Berlin, Germany Bräuer Stefanie;


Self-organised

Title Date Place
Ultrakurz: Neue Formate, neue Ästhetik, neue Gebrauchsweisen digitaler Medien 18.11.2016 Luzern, Switzerland

Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
Ultrashorts Workshop 07.11.2015 National Institute of Design, Ahmedabad, India Bräuer Stefanie; Rentemeister Elke; Truniger Fred;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
172020 Elektronische Oszillografie im Experimentalfilm der frühen 1950er Jahre 01.03.2017 Doc.Mobility

Abstract

Am 24. Januar 2013 wurde von Twitter das Video-Format Vine eingeführt. Die Dauer der Mini-Clips ist auf sechs Sekunden beschränkt. Damit radikalisiert Vine den medialen Trend zur Verkürzung audiovisueller Narrationen, der in out-of-home Media, auf Urban Screens, auf internetbasierten Videoplattformen, bei Filmfestivals, im Rahmen von Kunstprojekten, im (viralen) Marketing, der Gebrauchsgrafik, im Wayfinding mit Digital Signage und zahlreichen mobilen Anwendungen zu beobachten ist.Das Projekt Ultrashort versteht kürzeste Bewegtbildsequenzen als ein eigenständiges Format, welches sich einer eindimensionalen Zuordnung zu Film, Fernsehen oder digitalen Medien verweigert, medienübergreifend in verschiedensten Kontexten sowie Abspieloberflächen präsentiert wird und damit einen fortschreitenden medienkulturellen Wandel anzeigt. Ziel ist es, das ästhetische Potential dieser emergierenden Form analytisch zu fassen, bevor es in konventionalisierten und, naheliegend, kommerziellen Formen sistiert ist.Die mediale Logik dieser Kurzform ist von der wissenschaftlichen Forschung bisher kaum berücksichtigt worden. Ultrashort untersucht an Hand eines breit angelegten Korpus erstmals die Medienarchäologie der kürzesten Bewegtbildsequenzen, ihre Dispositive und Ästhetik. Es beschreibt das Format kontextualisiert als Ergebnis technischer, sozialer, ökonomischer Konvergenzen und Medienüberschreitungen und entwickelt eine Typologie der ultrakurzen Formate, die als erste Kategorisierung für weitere Untersuchungen beigezogen werden kann. Als primärer Korpus steht eine Sammlung von rund 1'400 Beiträgen des Ultra-Kurzfilm-Wettbewerbs: 5-10-20 zur Verfügung, der in den Jahren 2007-2011 von der Hochschule Luzern durchgeführt wurde. Dieser künstlerisch-narrative Korpus wird ergänzt durch audiovisuelles Material der Online-Dienste Vine, Viddy und Tout, die durch Partizipation gekennzeichnet sind. Als Social Media dienen sie häufig phatischer Kommunikation und erfüllen damit eine spezifische soziale Funktion des Herstellens von Anschlusskommunikation und Gemeinschaft.Die Untersuchungen entwickelt sich in zwei Subprojekten: Für die ästhetische und narrative Analyse werden Methoden der Narratologie, der Semiotik und der Ikonografie auf die Erzählstrategien der Ultrashorts adaptiert. Besondere Berücksichtigung finden Schlüsselbilder und Leerstellen als zentrale Bestandteile neuer ästhetischer Verfahren. Eine medienarchäologische Spurensuche behandelt andererseits die von Medienkonvergenz gekennzeichneten veränderten Wahrnehmungskontexte und -oberflächen und untersucht die Genealogie des Formats in verschiedenen medialen Ästhetiken zwischen Comics und Social Media.In drei Workshops werden Theoretikerinnen unterschiedlicher Disziplinen und Praktikerinnen die medienarchäologischen und -ästhetischen Bedingungen der Ultrashorts diskutieren, einordnen und so als Sounding-Board des Projektes funktionieren. Neben einem vorbereitenden Themenheft werden die Projektergebnisse in zwei Monographien veröffentlicht. Ein Überblick zur Geschichte, Ästhetik und Theorie kürzester Bildsequenzen wird begleitet von einer vertiefenden Dissertation zu einem Teilaspekt der Medienarchäologie.
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