Projekt

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Konzeptualisierung musikalischer Form: Untersuchungen zur Musiktheorie und Musikästhetik im deutschsprachigen Kulturraum 1850–1950

Titel Englisch Imagining Form in Music: Investigations in Music Theory and Music Aesthetics in German Culture 1850–1950
Gesuchsteller/in Schmidt Matthias
Nummer 147024
Förderungsinstrument Projektförderung (Abt. I-III)
Forschungseinrichtung Musikwissenschaftliches Seminar Universität Basel
Hochschule Universität Basel - BS
Hauptdisziplin Musikologie
Beginn/Ende 01.08.2013 - 31.07.2016
Bewilligter Betrag 340'677.00
Alle Daten anzeigen

Keywords (4)

music aesthetic, music theory, theory of form, German culture 19th and 20th centuries

Lay Summary (Deutsch)

Lead
Neben der eigenständigen Tradition der musikalischen Formenlehre wird im deutschsprachigen Kulturraum seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Musikästhetik und Musikkritik die essentielle Frage, wie das Konzept von «Form in Musik» überhaupt angemessen zu verstehen sei, kontrovers diskutiert. Die Konzeptualisierung von «Form in Musik» in Theorie und Ästhetik steht dabei unter erheblichem Einfluss neuer Ansätze der Literatur- und Kunstwissenschaften, der experimentellen Psychologie und Gestalttheorie.
Lay summary

Das Forschungsprojekt geht von der These aus, dass sich von 1850 bis etwa 1950 entscheidende Einflüsse auf die Konzeptualisierung von «Form in Musik» aus Ansätzen in Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft sowie aus philosophischer Ästhetik und experimenteller Psychologie herleiten. Anhand (1) der Entwicklung des ästhetischen Formalismus, (2) der Ausbildung neuer Konzepte in der Kunstgeschichte sowie der Entwick­lung der ‹allgemeinen Kunstwissenschaften› (Max Dessoir) nach 1900, (3) der Wir­kung phänomenologischen Denkens und der Gestalttheorie auf die Musiktheorie werden essentielle Stationen, Ent­wicklungen und Wendepunkte der Diskurse über «Form in Musik» analysiert. Das Projekt wird durch die Untersuchung theoretischer Überlegungen seitens moderner Komponisten (u. a. Arnold Schönberg, Ferruccio Busoni, Stefan Wolpe, Hanns Eisler und Vertretern des frühen Serialismus) komplementiert.

Die Zielsetzung des Projektes ist es, die Entwicklung formtheoretischen Denkens über Musik aus einer interdisziplinären Perspektive heraus darzustellen. Das Thema wird aus der Beschränkung auf den Bereich der Musiktheorie herausgelöst; aufschlussreiche ideen- und wissenschaftsgeschichtliche Bezüge werden so sichtbar gemacht und analysiert. Es ist zu erwarten, dass die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung die zukünftige Ausrichtung des Studiums musikalischer Form beeinflussen werden. 

Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 11.07.2013

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Publikationen

Publikation
Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie 11 (2014)
Hust Christoph Michael Polth Stefan Rohringer Kilian Sprau Verena Weidner Felix Wörner (ed.) (2016), Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie 11 (2014), Olms, Hildesheim.
Notenbild und Metatext: Textgenetische Perspektiven auf den ersten Satzes von Weberns Kantate op. 29 ‚Kleiner Flügel Ahornsamen...
Wörner Felix (2016), Notenbild und Metatext: Textgenetische Perspektiven auf den ersten Satzes von Weberns Kantate op. 29 ‚Kleiner Flügel Ahornsamen..., in Thomas Ahrend Matthias Schmidt (ed.), Beiträge zur Webern-Philologie 3, Lafite, Wien, 99-122.
Thomas Adés Vision einer ‚irrationally functional harmony’
Wörner Felix (accepted), Thomas Adés Vision einer ‚irrationally functional harmony’, in Wörner Felix (ed.), Tonality Since 1950, Steiner, Stuttgart.
Introduction
Wörner Felix, Ullrich Scheideler Phil Rupprecht (accepted), Introduction, in Wörner Felix (ed.), Tonality Since 1950, Steiner, Stuttgart.
Tonality Since 1950
Wörner Felix, Ullrich Scheideler Phil Rupprecht (ed.), Tonality Since 1950, Steiner, Stuttgart.
Lexikon musiktheoretische Schriften
Wörner Felix und Ullrich Scheideler (ed.), Lexikon musiktheoretische Schriften, Bärenreiter, Kassel.
Dur/Moll-Relikte in ‚posttonaler‘ Musik
Wörner Felix (accepted), Dur/Moll-Relikte in ‚posttonaler‘ Musik, in Hans-Joachim Hinrichsen und Stefan Keym (ed.), Dur vs. Moll: zum semantischen Potenzial eines musikalischen Elementarkontrasts. Kontinuitäten und B, Böhlau, Wien.
Narrativität in Artur Schnabels Klavierquintett (1915/16)
Wörner Felix (accepted), Narrativität in Artur Schnabels Klavierquintett (1915/16), in Dümling Albrecht (ed.), Artur Schnabel. Die Kunst zu erben, Schott, Mainz.
Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie 12 (2015)
Michael Polth Stefan Rohringer Kilian Sprau Felix Wörner (ed.), Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie 12 (2015), Olms, Hildesheim.

Zusammenarbeit

Gruppe / Person Land
Felder der Zusammenarbeit
Paul Sacher Stiftung, Basel Schweiz (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Publikation
Arnold Schoenberg Center, Wien Oesterreich (Europa)
- Forschungsinfrastrukturen

Kommunikation mit der Öffentlichkeit

Kommunikation Titel Medien Ort Jahr
Referate/ Veranstaltungen/ Ausstellungen Digital Musicology - Wo findet in Zukunft musikwissenschaftliches Wissen statt International 2015

Verbundene Projekte

Nummer Titel Start Förderungsinstrument
152927 Concepts of improvisation and their impact on early 20th century art music 01.04.2014 Projektförderung (Abt. I-III)

Abstract

Im deutschsprachigen Kulturraum entsteht seit der Mitte des 19. Jahrhunderts über das Thema «Form in Musik» ein äusserst facettenreicher Diskurs. Neben der relativ eigenständigen Tradition der musikalischen Formenlehre wird in Musikästhetik und Musikkritik die essentielle Frage, wie das Konzept von «Form in Musik» überhaupt angemessen zu verstehen sei, kontrovers diskutiert. Das Forschungsprojekt geht von der These aus, dass von 1850 bis etwa 1950 die Tradition der musikalischen Formenlehre sowie die aktuelle kompositorische Praxis nur eine Ebene des Denkens über «Form in Musik» markieren. Entscheidende Einflüsse auf die Konzeptualisierung von «Form in Musik» leiten sich darüber hinaus aus Ansätzen in Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft sowie aus philosophischer Ästhetik und experimenteller Psychologie her. Anhand (1) der Entwicklung des ästhetischen Formalismus, (2) der Ausbildung von Konzepten wie ‹Kunstwollen› (Alois Riegl) und ‹Kunstgeschichtliche Grundbegriffe› (Heinrich Wöfflin) in der Kunstgeschichte sowie der Entwicklung der ‹allgemeinen Kunstwissenschaften› (Max Dessoir) nach 1900, (3) der Wirkung phänomenologischen Denkens und der Gestalttheorie auf die Musiktheorie, und (4) der angebotenen Lösungsstrategien zur Übertragung räumlicher Formkonzeptionen auf die transitorische Kunstform Musik werden essentielle Stationen, Entwicklungen und Wendepunkte der Diskurse über «Form in Musik» analysiert. Das Projekt wird durch die Untersuchung theoretischer Überlegungen seitens moderner Komponisten (u. a. Arnold Schönberg, Ferruccio Busoni, Stefan Wolpe, Hanns Eisler und Vertretern des frühen Serialismus) komplementiert. Die Zielsetzung des Projektes ist es, die Entwicklung formtheoretischen Denkens über Musik aus einer interdisziplinären Perspektive heraus darzustellen. Durch diesen methodischen und inhaltlichen Zugriff wird das Thema aus der Beschränkung auf den Bereich der Musiktheorie herausgelöst; aufschlussreiche ideen- und wissenschaftsgeschichtliche Bezüge werden so sichtbar gemacht und analysiert. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden durch (1) eine von dem wissenschaftlichen Mitarbeiter zu verfassende Monographie, (2) weitere Aufsätze in Fachzeitschriften und Kongressvorträge sowie (3) einen interdisziplinären Kongress mit anschliessender Publikation eines Tagungsbandes den Fachwissenschaften und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.