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Schaffhauser Namenbuch: Die Orts- und Flurnamen des Kantons Schaffhausen

English title Onomastical studies of Schaffhausen: The placenames of the canton Schaffhausen
Applicant Glaser Elvira
Number 146435
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Linguistische Abteilung Deutsches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline German and English languages and literature
Start/End 01.08.2013 - 31.01.2016
Approved amount 77'368.00
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All Disciplines (2)

Discipline
German and English languages and literature
Swiss history

Keywords (7)

German linguistics; Switzerland; Schaffhausen; Onomastics; historical linguistics; cultural history ; Alemannic

Lay Summary (German)

Lead
Namenbücher verzeichnen den Bestand an Orts- und Flurnamen. Die Projekte sind in der Schweiz meist kantonal organisiert. Sie sollen wissenschaftliche Deutungen liefern, die Grundlage für sprach- und kulturhistorische Auswertungen sind, aber auch dem Bedürfnis der breiten Öffentlichkeit nach Wissen über die Struktur und 'Bedeutung' von Orts- und Flurnamen entgegenkommen. Ortsnamen gehören zum kulturellen Erbe einer Region.
Lay summary

Das SNF-Projekt Schaffhauser Namenbuch steht in der Reihe mit anderen kantonalen Namenbuchprojekten. Ziel ist eine wissenschaftliche Darstellung der Orts- und Flurnamen des Kantons. Das Projekt wird finanziell unterstützt vom SNF und dem Kanton, der die Realisierung dem eigens gegründeten «Verein zur Herausgabe des Schaffhauser Flurnamenbuches» übertrug (Präsident Dr. Eduard Joos). Die Arbeiten werden von einem wissenschaftlichen Kuratorium begleitet, in dem der Schaffhauser Regierungsrat den Vorsitz hat. Die Deutung der Namen und die Drucklegung des Namenlexikons geschieht in Zusammenarbeit mit dem Thurgauer Namenbuch.
Ziel ist die Herausgabe des gesamten Schaffhauser Namengutes (Orts-, Siedlungs- und Flurnamen). Die wissenschaftliche Darstellung der 17'600 Orts- und Flurnamen wird etwa 2'100 Seiten umfassen. Text und Darstellung sollen für Laien gut lesbar sein und dennoch wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werden.
Die Projektleitung lag bis 31.7.2013 bei Dr. Eugen Nyffenegger (Germanist, Kreuzlingen) und geht für die Verlängerungsphase an Prof. Dr. Elvira Glaser (UZH) über. Die Verlängerung wurde nötig, da sich die Anzahl Namenbelege im Verlauf der Arbeit um ca. 80% auf über 17’000 vermehrt hat.

 Die Schaffhauser Orts- und Flurnamen wurden seit dem 19. Jh. zusammengetragen. Im Jahre 2012 hat die heutige Flurnamenkommission die Erhebung der lebenden Namen in den Gemeinden abgeschlossen.
Das SNF-Projekt hatte das überlieferte Material zu sichten und bestehende Lücken zu schliessen. Das bedurfte nochmals einer intensiven Arbeit in den Archiven, da die überlieferten Sammlungen den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügten.
In der Verlängerungsphase liegt der Schwerpunkt auf der Fertigstellung und Redaktion der Namenartikel sowie auf der Vorbereitung der Publikation. Das Projekt soll 2015 mit der Drucklegung abgeschlossen werden.Die Projektdatenbank ist über www.ortsnamen.ch öffentlich einsehbar und wird alle 2-3 Monate aktualisiert.

Direct link to Lay Summary Last update: 01.07.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Namenforschung D Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Namenforschung CH Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Schweizerdeutsches Wörterbuch Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Research Infrastructure

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: radio, television Ostschweizer Ortsnamen Radio fm1 German-speaking Switzerland 2016

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
140369 St. Galler Namenbuch: Die Siedlungsnamen des Kantons St. Gallen 01.08.2012 Project funding (Div. I-III)
162591 Die Flurnamen des Kantons St. Gallen (TopSG) 01.02.2016 Project funding (Div. I-III)
112567 Datenbank der Schweizer Namenbücher 01.08.2006 Project funding (Div. I-III)
129546 Schaffhauser Namenbuch 01.08.2010 Project funding (Div. I-III)
160249 Die Siedlungsnamen des Kantons Zürich (TopZH) 01.02.2016 Project funding (Div. I-III)
134508 Appenzeller Namenforschung 01.04.2011 Project funding (Div. I-III)
111749 Thurgauer Namenbuch 01.08.2006 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Das SNF-Projekt „Schaffhauser Namenbuch“ steht wie andere ortsnamenkundliche Projekte im Kontext europaweiter Sammlungen und Bearbeitungen von Ortsnamen, die eine wichtige Quelle für die Siedlungs-, Kultur- und Sprachgeschichte darstellen. Die wissenschaftliche Analyse der Ortsnamen ist darauf angewiesen, dass für ganz Europa qualitativ hochstehende und vergleichbare Quellensammlungen und Darstellungen vorliegen. Die Schweiz als Migrations- und Siedlungsraum verschiedenster vorgeschichtlicher und geschichtlicher Völker und Kulturen ist ein zentraler Raum in diesem Zusammenhang. Auch vergleichende Untersuchungen in der Schweiz selbst können erst angestellt werden, wenn die Namen aus allen Kantonen und Regionen vorliegen. Momentan wird im Rahmen der „Ostschweizer Ortsnamenforschung“ an der Fertigstellung des Appenzeller und des St. Galler Namenbuchs gearbeitet, die zusammen mit dem abgeschlossenen Thurgauer Namenbuch und dem vorliegenden Projekt erlauben werden, die Ostschweizer Namenlandschaft zusammenfassend zu betrachten. Es handelt sich hier um den Fortsetzungsantrag eines seit 2007 laufenden Projekts, das von Dr. Eugen Nyffenegger, dem langjährigen Leiter des Thurgauer und des St. Galler Namenbuchs, initiiert und geleitet wurde. Als weiterer Schritt hin zu einem Ostschweizer Na-menforschungsverbund soll die administrative Leitung neu an die Universität Zürich übergehen, wo am Lehrstuhl von Prof. Elvira Glaser seit kurzem (August 2012) bereits das St. Galler Namenbuch angesiedelt ist. Dr. Nyffenegger wird dem Projekt weiterhin unterstützend zur Verfügung stehen und den administrativen Übergang begleiten. Ziel des Projektes ist ein zweibändiges Werk, das die Orts- und Flurnamen des Kantons Schaffhausen historisch dokumentiert und deutet. Die Sammlung und Analyse der Ortsnamen erfolgt anhand einer Datenbank, deren Grundeinträge im Rahmen des früheren SNF-Projektes "Datenbank der Schweizer Namenbücher" bereits elektronisch zugänglich sind (heute: SAGW-Projekt «ortsnamen.ch»). Das Fortsetzungsgesuch ist nötig geworden, weil sich im Laufe der Arbeit an den historischen Quellen die Anzahl zu analysierender Namenbelege erheblich, d.h. um ca. 80%, erhöht hat. Das war ursprünglich nicht absehbar, da man aufgrund bestehender Vorarbeiten davon ausgehen musste, dass die Quellenexzerption erschöpfend erfolgt war. Über die Vermehrung des Datenbestandes wurde in den Zwischenberichten Rechenschaft abgelegt. Zwar erhöht sich durch diese Nachexzerption die nötige Zeit für die sprachwissenschaftliche Deutung nicht in gleicher Weise, da es sich häufig um Mehrfachbelege handelt, dennoch ist aber mit einem zusätzlichen Arbeitsjahr für den germanistischen Mitarbeiter zu rechnen. Auch liegt erst seit 2011 die Erhebung der Aussprache der lebenden Namen durch die Flur-namenkommission vor, die bereits zu Projektbeginn geplant war, was zusätzliche Arbeitsabläufe nötig macht. Einsparungen und Synergien ergeben sich jedoch durch die vergangene und weiterhin vorgesehene Zusammenarbeit mit dem St.Galler Namenbuch (Übernahme erfahrener Mitarbeiter und der Datenbanksysteme, Benützung der Infrastruktur in Kreuzlingen).Das Projekt wird weiterhin von einer Steuerungsgruppe begleitet, in der Vertreter des Kantons Einsitz haben, so dass die Unterstützung und Teilfinanzierung durch den Kanton gesichert ist. Die Erhebung und Analyse der Schaffhauser Orts- und Flurnamen dient der nationalen und internationalen Forschung, sie befriedigt gleichzeitig aber auch lokale Interessen. An der Deutung der Herkunft der lokalen Namen sind Wissenschaft und Laien gleichermassen interessiert. Die Publikation eines Namenbuches bildet deshalb eine Brücke zwischen der wissenschaftlichen Forschung und der Bevölkerung.
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