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Vernetzte Gegenwelten: Gruppen, Organisationen und Kulturen der Frauenbewegung in der Schweiz seit 1968

English title Entangeled networks? Groups, Organisations, and Cultures of the Women's Movement in Switzerland (1968-2011)
Applicant Schulz Kristina
Number 146322
Funding scheme SNSF Professorships
Research institution Historisches Institut Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.10.2013 - 30.09.2014
Approved amount 227'603.00
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All Disciplines (3)

Discipline
General history (without pre-and early history)
Sociology
Swiss history

Keywords (6)

Social Movement History; Transnational Activism; NGO-zation; Social Change; History of Feminism; Transnational History

Lay Summary (German)

Lead
Die Frauenbewegung erlebte in der Schweiz, wie auch in anderen westlichen Industrieländern, nach 1968 eine Dynamisierung, nicht zuletzt durch die Gründung neuer, in der Altersstruktur jüngerer und weniger formalisierter Gruppen.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Das Projekt untersucht Gruppen, Organisationen und Kulturen der Frauenbewegung seit 1968. Wenn es stimmt, dass die neue Frauenbewegung in anderen westlichen Industriestaaten ihre kollektive Identität aus der Abgrenzung zur und Konflikten mit der 68er Bewegung gewonnen hat, mit den etablierten Frauenvereinigungen aber kaum Berührungspunkte hatte, so ist dagegen für die Schweiz anzunehmen, dass die Aktivistinnen der 1970er Jahre mit den hier aufgrund der späten Einführung des Frauenstimmrechts noch überaus aktiven Frauenstimmrechtsorganisationen in einer vielschichtigen und schwierigen Beziehung standen. Diese Beziehung, die daraus erwachsenen Konflikte und Kooperationen sowie die für "neue" wie "alte" Frauengruppen bestehenden internationalen Kontakte und Netzwerke stehen im Zentrum der Untersuchung

Wissenschaftliche Verortung

Das Projekt steht theoretisch-methodisch an der Schnittstelle von historischer Bewegungsforschung, Netzwerkforschung und einer historisch orientierten 'multi-sited ethnography', einem Ansatz der Ethnographie, der davon ausgeht, dass die Erforschung komplexer gesellschaftlicher Phänomene es selten mit einer klar abgegrenzten Gruppe zu tun hat, die an einem spezifischen und klar definierten Schauplatz aufgesucht werden kann. Die Forschung greift auf die Methoden der historisch-kritischen Quellenanalyse, auf Experten- und AktivistInnen-Interviews und auf prosopographische Methoden zurück.

Direct link to Lay Summary Last update: 11.03.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Die Unfähigkeit zu schreiben: Eine Verarbeitungsgeschichte des Nationalsozialismus anhand der Briefe von Maria Gleit an Ernst Kreuder
Schulz Kristina (2014), Die Unfähigkeit zu schreiben: Eine Verarbeitungsgeschichte des Nationalsozialismus anhand der Briefe von Maria Gleit an Ernst Kreuder, in Irene Below/Inge Hansen-Schaberg/Maria Kublitz-Kramer (ed.), Text+Kritik, München, 186-200.
Feminist echoes of 1968: Women’s movements in Europe and the United States
Schulz Kristina (2014), Feminist echoes of 1968: Women’s movements in Europe and the United States, in Gilcher-Hotey Ingrid (ed.), Berghahn, New York, 124-147.
Frauenbewegung. Die Schweiz seit 1968. Analysen. Dokumente. Archive
Schulz Kristina, Schmitter Leena, Kiani Sarah (2014), Frauenbewegung. Die Schweiz seit 1968. Analysen. Dokumente. Archive, Hier+ Jetzt, Baden.
Organisation und Institutionalisierung: Aspekte der Wirkungsproblematik sozialer Bewegungen am Beispiel der neuen Frauenbewegungen in Frankreich, der Bundes-republik und der Schweiz
Schulz Kristina (2014), Organisation und Institutionalisierung: Aspekte der Wirkungsproblematik sozialer Bewegungen am Beispiel der neuen Frauenbewegungen in Frankreich, der Bundes-republik und der Schweiz, in Helke Stadtland/Jürgen Mittag (ed.), klartext, Essen, 235-257.
Sozialistische Frauenorganisationen, bürgerliche Frauenbewegung und der Erste Weltkrieg: Nationale und internationale Perspektiven
Schulz Kristina (2014), Sozialistische Frauenorganisationen, bürgerliche Frauenbewegung und der Erste Weltkrieg: Nationale und internationale Perspektiven, in Historische Zeitschrift, 298, 653-685.
Women’s Liberation and the ‘Right to choose’: Struggling for abortion in the United Kingdom and Switzerland
Schulz Kristina und Schmitter Leena, Women’s Liberation and the ‘Right to choose’: Struggling for abortion in the United Kingdom and Switzerland, in Silvia De Zoro Johanna Mishtal Lorena Anton (ed.), Berghahn, New York, 66-82.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Universität Bielefeld Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Universität Bern Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication
Universität St. Gallen Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
University of Cambridge Great Britain and Northern Ireland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication

Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved


Self-organised

Title Date Place
Buchpremiere Frauenbewegung: Die Schweiz seit 1968 24.09.2014 Sozialarchiv Zürich, Switzerland

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: radio, television Frauenbewegung: Die Schweiz seit 1968 SRF 4 German-speaking Switzerland 2014

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
123345 Soziale Bewegungen in Politik und Gesellschaft. Eine Wirkungsanalyse der neuen Frauenbewegung in der Schweiz (1968-2002) 01.10.2009 SNSF Professorships
138804 Erfolgreich aber wirkungslos? Die Frauenbewegung der 1970er Jahre in Europa und den Vereinigten Staaten 01.02.2012 Scientific Conferences
151119 Frauen in Bewegung. Die Schweiz 1968-2011. Analysen. Dokumente. Archive 01.02.2014 Publication grants
157460 Vernetzte Gegenwelten: Gruppen, Organisationen und Kulturen der Frauenbewegung in der Schweiz seit 1968 01.10.2014 SNSF Professorships

Abstract

Das Projekt „Vernetzte Gegenwelten“ strebt an, die Geschichte der Frauenbewegung in der Schweiz seit 1968 erstmals empirisch umfassend zu erforschen und theoretisch zu greifen. Es analysiert den historischen Ort und die gesellschaftliche Wirkung der neuen Frauenbewegung. Dabei zielt es darauf, Forschungsergebnisse zur Geschichte des Feminismus in der Schweiz zu synthetisieren, theoretisch und empirisch zu vertiefen und zu kontextualisieren. Es gehört zu den Standardnarrativen der Frauenbewegung nach 1968, sich als eine von den gemässigten Forderungen der bürgerlichen Frauen(wahl)rechtsorganisationen unterschiedene, „neue“ Frauenbewegung darzustellen. Diese Erzähllogik wurde bislang auch von der historischen Forschung kaum hinterfragt, obwohl es viele Hinweise darauf gibt, dass „alter“ und „neuer“ Aktivismus nach 1968 - gerade für die Schweiz - nicht trennscharf zu unterscheiden sind, sondern sich überlappen und vielfältige Berührungspunkte haben. Diese Beziehungen sind es genauso Wert untersucht zu werden wie die Frage, welche Funktion die explizite Abgrenzung von den „Alten“ für den Feminismus der 1970er Jahre hatte und warum sie sich bis in die Alltagssprache hinein etablieren konnte. Schliesslich gilt es, das ambivalente Verhältnis zu den Protestmilieus Ende der 1960er Jahre, in denen die ersten Frauengruppen entstanden und die sie zu gleich kritisierten, näher zu beleuchten. Damit sucht das Projekt Anschluss an eine kritische Feminismusgeschichte (history of feminisms) und an eine reflektierte Soziale Bewegungsforschung, wie sie in anderen Ländern bereits betrieben werden. Schliesslich geht es auch darum, die Geschichte der Frauenbewegung in der Schweiz vor dem Hintergrund einer zunehmenden transnationalen Verflechtung feministischer Akteurinnen seit den 1990er Jahren zu betrachten. Einem interdisziplinären Ansatz folgend, der Konzepte der Geschichtswissenschaft, der Soziologie, der Kultur- und der Politikwissenschaften vereint, strebt das Projekts an: 1. den Aktivismus der Frauenbewegung seit 1968 in seinen Binnenverflechtungen zwischen älteren Frauen(rechts)organisationen und neuen Gruppierungen zu erfassen, 2. das Instrumentarium einer historischen Analyse sozialer Bewegungen zu schärfen und 3. Prozesse der Transnationalisierung an der Wende zum 21. Jahrhundert mit besonderem Blick auf die Rolle schweizerischer Aktivistinnen zu untersuchen.
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