Project

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Die räumliche und soziale Nähe zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern: ein europäischer Vergleich

English title Geographic and social proximity between parents and their adult children in Europe
Applicant Isengard Bettina
Number 145462
Funding scheme Marie Heim-Voegtlin grants
Research institution Soziologisches Institut Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Sociology
Start/End 01.02.2013 - 31.01.2015
Approved amount 222'994.00
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Keywords (4)

Intergenerational Solidarity; geographic proximity; contacts; country-specific differences

Lay Summary (German)

Lead
Das Projekt widmet sich der räumlichen und sozialen Nähe zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern in Europa. Auf Basis des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) werden die Wohnentfernungen und Kontakthäufigkeiten zwischen familialen Generationen analysiert und diskutiert.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Intergenerationale Solidarität stellt einen wesentlichen Bestandteil menschlichen Zusammenlebens dar und wird - bedingt durch demografische und gesellschaftliche Veränderungen – heutzutage (wieder) wichtiger. Dabei ist die räumliche wie auch die soziale Nähe zwischen Eltern und ihren Kindern eine wichtige Grundvoraussetzung für verschiedene Solidaritätsformen. Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, zu untersuchen durch welche individuellen, familialen und kulturell-kontextuelle Strukturen die intergenerationale Nähe bzw. Distanz in Europa erklärt werden kann.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

In dem beantragten Projekt geht es im Wesentlichen darum, die bislang im Bereich der international vergleichenden Generationenforschung eher stiefmütterlich behandelten Themen des Generationenzusammenhalts näher zu beleuchten. Denn im Gegensatz zu zeitlichen und finanziellen Transfers sind die räumlichen und sozialen Beziehungen zwischen familialen Generationen bislang wenig untersucht. Die aus dem Forschungsprojekt gewonnen Erkenntnisse sind nicht nur wissenschaftlich, sondern auch sozialpolitisch von zentralem Interesse. Denn heutzutage stehen die Familiengenerationen vor grossen Herausforderungen, da einerseits ökonomische Transformationsprozesse wie die Globalisierung zu Unsicherheiten führen und andererseits die Anforderungen an die Familiengenerationen, bedingt durch den Rückzug des Sozialstaates, steigen.

 

Direct link to Lay Summary Last update: 19.12.2012

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Der Apfel lebt nicht weit vom Stamm: Wohnentfernungen zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern in Europa
Isengard Bettina (2013), Der Apfel lebt nicht weit vom Stamm: Wohnentfernungen zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern in Europa, in Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, 38(2), 263-290.
The Apple doesn't Live Far from the Tree: Living Distances between Parents and Their Adult Children in Europe
Isengard Bettina (2013), The Apple doesn't Live Far from the Tree: Living Distances between Parents and Their Adult Children in Europe, in Comparative Population Studies, 38, 237-262.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Forschungsseminar Arbeit, Generation, Sozialstruktur; Universität Zürich Individual talk Wohnraum oder Geld fürs Wohnen? Geld(werte) Unterstützung in Europa 04.11.2014 Zürich, Switzerland Isengard Bettina;
37. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (“Routinen der Krise. Krise der Routinen”) Talk given at a conference Familie als Netzwerk? Hilfen jenseits von Haushaltsgrenzen 06.10.2014 Trier, Germany Isengard Bettina;
7th ESFR Congress ("Families in the Context of Economic Crisis. Recent Trends in Multidisciplinary Perspective”) Talk given at a conference Coresidence of Generations in Times of Economic Crisis 03.09.2014 Madrid, Spain Isengard Bettina;
XVIII World Congress of Sociology ("Facing an Unequal World: Challenges for Global Sociology") Talk given at a conference Does Inequality Matter? Intergenerational Relations in European Welfare States 13.07.2014 Yokohama, Japan Isengard Bettina;
XVIII World Congress of Sociology ("Facing an Unequal World: Challenges for Global Sociology") Talk given at a conference Money vs. Space: Intergenerational Transfers in a Comparative Perspective 13.07.2014 Yokohama, Japan Isengard Bettina;
Forschungsseminar Arbeit, Generation, Sozialstruktur; Universität Zürich Individual talk Familialer Zusammenhalt in Europa: Generationenbeziehungen im Wohlfahrtsstaat 18.02.2014 Zürich, Switzerland Isengard Bettina;
4th International SHARE User Conference Talk given at a conference Family Cohesion or Crisis? Generations in Welfare States 28.11.2013 Liège, Belgium Isengard Bettina;
4th International SHARE User Conference Talk given at a conference Family Cohesion or Crisis? Generations in Welfare States 28.11.2013 Liege, Belgium Isengard Bettina;
Forschungsseminar Arbeit, Generation, Sozialstruktur; Universität Zürich Individual talk Familialer Zusammenhalt in Zeiten gesellschaftlicher Ungleichheit: eine empirische Analyse für Europa 24.09.2013 Zürich, Switzerland Isengard Bettina;
11. ESA Konferenz ("Crisis, Critique and Change") Talk given at a conference Functional Solidarity between Generations in European Welfare States 28.08.2013 Turin, Italy Isengard Bettina;
RC43 Konferenz (“At Home with the Housing Market”) Talk given at a conference Discussant an der Round Table Session “Generational Gaps and Intergenerational Solidarity in the Housing Market?” 10.07.2013 Amsterdam, Netherlands Isengard Bettina;
RC43 Konferenz am Centre for Urban Studies ("At Home with the Housing Market") Talk given at a conference Coresidence Patterns between Elderly Parents and their Adult Children: A European Perspective 10.07.2013 Amsterdam, Netherlands Isengard Bettina;
Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie ("Ungleichheit und Integration in der Krise") Talk given at a conference Funktionale Generationensolidarität in Europa: Lebenslanger Zusammenhalt statt Krise der Familie 26.06.2013 Bern, Switzerland Isengard Bettina;
Einführung in die empirische Sozialforschung II; Universität Zürich (Prof. Marc Szydlik) Individual talk Intergenerationale Solidarität in Europa: Koresidenz zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern 27.02.2013 Zürich, Switzerland Isengard Bettina;
Forschungsseminar Arbeit, Generation, Sozialstruktur; Universität Zürich Individual talk Intergenerationale Solidarität in Europa: Zum Geben und Nehmen von Wohnraum 26.02.2013 Zürich, Switzerland Isengard Bettina;


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
124594 Beziehungen zwischen Eltern, Kindern und Enkeln im erweiterten Europa 01.10.2009 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Die räumliche aber auch die soziale Nähe zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern ist eine wichtige Grundvoraussetzung für viele Formen der intergenerationalen Solidarität. Diese wiederum ist ein zentraler Bestandteil des menschlichen Zusammenlebens und wird in modernen Gesellschaften (wieder) bedeutsamer, da der Rückgriff auf die Familie in Zeiten gesellschaftlicher und privater Unsicherheiten ein wichtiges Unterstützungspotential darstellt. Die räumliche Nähe erleichtert dabei wesentlich die Möglichkeiten der instrumentellen Hilfe, der Unterstützung bei der Enkelbetreuung aber auch der Pflege sowie der sozialen Kontakte. Im Gegensatz dazu schränkt eine grössere räumliche Distanz das (gegenseitige) Geben und Nehmen von zeitlichen Transfers ebenso ein wie Kontakte, die selbst ein Ausdruck der sozialen Nähe zwischen Eltern und ihren Kindern sein können.Vor diesem Hintergrund ist die Erforschung der räumlichen wie auch der sozialen Nähe besonders wichtig in Bezug auf folgende Fragestellungen: Wie weit leben die Generationen in Europa voneinander entfernt? Wer lebt warum weit auseinander oder nah beieinander? Warum wohnen Eltern und ihre erwachsenen Kinder in manchen Ländern häufig zusammen (Koresidenz), und warum spielt diese Wohnform in anderen Staaten nur eine marginale Rolle? Wie oft stehen die Generationen miteinander in Kontakt? Gibt es länderspezifische Unterschiede in den Kontaktmustern? Wenn ja, wodurch werden diese bedingt? Welche Rolle spielt die räumliche Nähe bzw. Distanz für intergenerationale Kontakte?Die Analyse der Forschungsfragen basiert auf den Daten des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) und zielt darauf ab, neben individuellen und familial bedingten Unterschieden in den Wohnentfernungen und Kontakthäufigkeiten für 14 europäische Länder, darunter die Schweiz, mittels multivariater Analysemethoden herauszufinden, wo und wieso sich Konvergenzen bzw. Divergenzen beobachten lassen. Vor allem den Generationenbeziehungen in der Schweiz gilt dabei die besondere Aufmerksamkeit, da es bisher hierzu nur wenig Forschung gibt.Die aus dem Forschungsprojekt gewonnen Erkenntnisse sind nicht nur wissenschaftlich, sondern auch sozialpolitisch von zentralem Interesse. Denn heutzutage stehen die Familiengenerationen vor grossen Herausforderungen, da einerseits ökonomische Transformationsprozesse wie die Globalisierung zu Unsicherheiten führen und andererseits die Anforderungen an die Familiengenerationen, bedingt durch den Rückzug des Sozialstaates, steigen.
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