Projekt

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Das Grabmal der Königin. Funktion und Typologie mittelalterlicher figürlicher Frauengrabmäler (13.-15. Jahrhundert)

Titel Englisch The Queen's Tomb. Function and Typology of figurative female Tombs of the Middle Ages (13th to 15th centuries)
Gesuchsteller/in Blaser-Meier Susanna
Nummer 145459
Förderungsinstrument Marie Heim-Voegtlin Beiträge
Forschungseinrichtung Kunsthistorisches Institut Universität Zürich
Hochschule Universität Zürich - ZH
Hauptdisziplin Kunstgeschichte
Beginn/Ende 01.02.2013 - 31.01.2015
Bewilligter Betrag 104'172.00
Alle Daten anzeigen

Keywords (5)

Gender; Medieval tomb monuments; Memory; Visual representation; medieval queens

Lay Summary (Deutsch)

Lead
Mittelalterliche Grabmonumente mit komplexen Bildprogrammen und lebensgrossen Liegefiguren der Verstorbenen sind wichtige Zeugnisse der damaligen Erinnerungskultur und Herrschaftsrepräsentation. Welche Rolle die Grabmäler von Königinnen, Kaiserinnen und Prinzessinnen in diesem Spannungsfeld zwischen privater Jenseitsvorsorge und dynastischer Repräsentation spielten, steht im Zentrum des Forschungsprojektes.
Lay summary

Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts

Das Projekt hat zum Ziel, die Kenntnisse über die weibliche Herrschafts- und Memorialikonographie und die bildliche Repräsentation der Königin zu erweitern. Es wird dabei von der These ausgegangen, dass sich in den Grabmälern der hochadeligen Frauen eine spezifische Bildsprache der Fürstin manifestiert, die sich von derjenigen für männliche Herrscher unterscheidet. Der überregionale Vergleich von Monumenten aus West-, Mittel- und Südeuropa über einen Zeitabschnitt vom 13. bis zum 15. Jahrhundert soll es ermöglichen, Phänomene über die Reichsgrenzen und zeitlich- und regional beschränkte Dynastien hinaus zu betrachten. Anhand der Bildprogramme der Grabmäler werden Fragen zu einer visuellen Erinnerungskultur des Königinnentums im Mittelalter und zur Funktion der Frauengrabmäler im Allgemeinen beleuchtet. Durch differenzierte ikonographische Analysen werden die Monumente auf ihre vielschichtige Aussage bezüglich der Jenseitsvorsorge sowie der gesellschaftlichen und politischen Rolle der Königin hin untersucht. Daraus können Rückschlüsse auf die Funktionen der Frauengrabmäler als Monumente der privaten oder dynastischen Memoria gezogen werden.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Innerhalb der kunsthistorischen Grabmalsforschung werden Frauengrabmäler nur marginal behandelt. Aus diesem Grund werden in diesem Projekt die Monumente für Fürstinnen und deren Bildsprache ins Zentrum gerückt. Untersucht werden neben der Ikonographie auch Form und Aufbau des Grabmals, Materialität, Ornamentik und Oberflächenbehandlung. Die individuelle Biographie der Verstorbenen wird ebenso in die Untersuchung miteinbezogen wie kulturhistorische und herrschaftspolitische Aspekte oder liturgische und religiöse Vorschriften, welche die Bildprogramme und die Gestaltung der Grabmäler beeinflussten. Damit leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zum Geschlechterdiskurs innerhalb der Kunstgeschichte des Mittelalters.

Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 02.01.2013

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Wissenschaftliche Veranstaltungen

Aktiver Beitrag

Titel Art des Beitrags Titel des Artikels oder Beitrages Datum Ort Beteiligte Personen
Imperialis Ecclesia” – Friedrich II. und die Sakralarchitektur zwischen Italien und Deutschland Vortrag im Rahmen einer Tagung Zwischen inszenierter Memoria und Bedeutungslosigkeit. Die Grablegen der Ehefrauen Friedrichs II. in Palermo und Andria 30.06.2016 Rom, Italien Blaser-Meier Susanna;
Das mittelalterliche Grabmal und sein räumlicher Kontext. Strategien der Erinnerung in Christentum und Islam/Medieval Tombs and their Spatial Contexts. Strategies of Commemoration in Christianity and Islam Vortrag im Rahmen einer Tagung Saint-Denis und die Grablegen der Königinnen bis ins 15. Jahrhundert. Programm oder Zufall? 18.02.2016 Tübingen, Deutschland Blaser-Meier Susanna;


Verbundene Projekte

Nummer Titel Start Förderungsinstrument
173507 HIC IACET REGINA. Form und Funktion figürlicher Königinnengrabmäler von 1200 bis 1450 01.05.2017 Publikationsbeiträge

Abstract

Das Dissertationsprojekt befasst sich mit den erhaltenen, bildlich oder in Beschreibung überlieferten figürlich dekorierten Grabmälern der Königinnen, Kaiserinnen und königlichen Prinzessinnen des 13. bis 15. Jahrhunderts in West-, Mittel- und Südeuropa. Anhand der Bildprogramme dieser Grabmonumente beleuchte ich Fragen zu einer visuellen Erinnerungskultur des Königinnentums im Mittelalter und zur Funktion der Frauengrabmäler im Spannungsfeld zwischen Herrschermemoria und privater Jenseitsvorsorge.Das Forschungsprojekt stützt sich hauptsächlich auf diejenigen Grabmäler, die Darstellungen der Verstorbenen, sei es als Liegefigur oder als Sarkophagrelief, allein oder als Teil einer komplexeren Ikonographie, aufweisen. Daraus ergibt sich auch die zeitliche Beschränkung. Meine Untersuchungen setzen mit den frühesten bekannten Darstellungen der Verstorbenen auf dem Grabmal um 1100 ein. Da die Blütezeit des figürlichen Grabmals jedoch erst im 13. Jahrhundert einsetzt, liegt der hauptsächlich untersuchte Zeitraum in der Gotik vom 13. bis zum 15. Jahrhundert. Der geographische Schwerpunkt Westeuropa soll einen überregionalen Vergleich für die Objektgattung ermöglichen, von der die einzelnen Monumente zum Teil, trotz verwandtschaftlicher Beziehungen der kommemorierten Personen, weit verstreut liegen. Die Dissertation gliedert sich in zwei Hauptteile. Im ersten Teil soll es um die Funktion des Königinnengrabmals gehen. Anhand von ikonographischen Analysen der Objekte werden die Monumente auf ihre Aussage sowohl bezüglich der Jenseitsvorsorge (prospektiver Sinngehalt) wie auch bezüglich der gesellschaftlichen Rolle zu Lebzeiten der Königin (retrospektiver Sinngehalt) untersucht. Daraus können Rückschlüsse auf die Funktion des Grabmals zur privaten oder dynastischen Memoria gezogen werden. Die individuelle Biographie der Verstorbenen soll ebenso in die Untersuchung miteinbezogen werden wie kulturhistorische und herrschaftspolitische Aspekte oder liturgische und religiöse Vorschriften, welche die Bildprogramme und die Gestaltung der Grabmäler beeinflussen.Im zweiten Teil werden Aspekte der formalen Gestaltung der Königinnengrabmäler untersucht und deren Aufbau, Materialität, Ornamentik und Oberflächenbehandlung ins Zentrum gestellt. Die vergleichende Untersuchung hat zum Ziel, die Kenntnisse zu einer weiblichen Herrschafts- und Memorialikonographie und zur bildlichen Repräsentation der Königin zu erweitern.
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