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Differenzierungsarbeit. Aushandlungen von Arbeitskonzepten in Berufsberatung und Frauenbewegung (Schweiz, 20. Jahrhundert)

English title Difference at Work: Negotiating “Work” in 20th-century Switzerland Vocational Counseling and Women’s Movement
Applicant Arni Caroline
Number 144487
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement Geschichte Universität Basel
Institution of higher education University of Basel - BS
Main discipline Swiss history
Start/End 01.01.2013 - 29.02.2016
Approved amount 369'889.00
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Keywords (8)

Work; Vocation; Domestic work; Gender; 20th Century; Women's movement; Vocational counseling; Switzerland

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Die schweizerische Gegenwartsgesellschaft ist geprägt von geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in Haus- und Erwerbsarbeit. Dabei korrespondiert die unterschiedliche Verteilung von Arbeitsleistungen auf Frauen und Männer mit einer ungleichen Bewertung von Arbeitssphären und einer entsprechend ungleichen Verteilung von Ressourcen (Geld, Zeit, Status). Aus historischer Perspektive stellt sich die Frage, ob und inwiefern hier eine Kontinuität der ideologischen Sphärentrennung von ?männlicher’ Erwerbs- und Berufsarbeit und ?weiblicher’ Berufung zu Haushalts- und Betreuungstätigkeit zum Ausdruck kommt, die im 19. Jahrhundert im Kontext der Auflösung der haus- und familienwirtschaftlichen Einheit vorgenommen worden war und an der Wende vom 20. Jahrhundert in juristische und ökonomische Kodifikationen von „Arbeit“ und „Nicht-Arbeit“ einging. Stellt diese Frage das Erkenntnisinteresse des Projekts dar, so geht dieses davon aus, dass Konzeptionen von Arbeit im 20. Jahrhundert nie eindeutig und abgeschlossen waren, und dass insbesondere Differenzen und Ungleichheiten entlang der Geschlechterdifferenz in Reaktion auf vielfältige Widersprüche und Einsprüche immer wieder neu hergestellt werden mussten. Aus dieser Perspektive rücken spezifische Aushandlun­gen von Arbeitskonzepten ins Zentrum, die das Projekt zum Gegenstand einer geschlechter- und schweizerge­schichtlich ausgerichteten historischen Analyse macht. Mit dem 20. Jahrhundert wird jener Zeitraum behandelt, der die Ausbildung eines Arbeitsmarktes und die nach Geschlechtern geordnete ideologische Sphärentrennung zu seinen Voraussetzungen hatte und in dem sich im Kontext rechtlicher Regelungen, institutioneller Praktiken und wissenschaftlicher Diskurse Arbeit und Nicht-Arbeit als Kategorien sozialer Ordnung herausbildeten und zugleich spezifische Unschärfen des Arbeitsbegriffs entfalteten. Das Projekt untersucht zwei Felder, in denen Konzeptionen von Arbeit in Verbindung mit Annahmen über Geschlechterdifferenz verhandelt wurden, und die beide gesellschaftliche Verhältnisse in für den Zeitraum charakteristischer Weise thematisierten: den Beratungs­diskurs der Berufsberatung und den politischen Diskurs der Frauenbewegung. Diese Felder sind insofern kom­plementär, als sie die fraglichen Differenzierungen aus der Perspektive der beiden Pole der Konzeptualisierung von Arbeit betrieben: Ging es in der Berufsberatung um Tätigkeiten, deren Arbeitsstatus in einem paradigmati­schen Sinn, nämlich als Beruf, kodifiziert war, so befasste sich der Hausarbeitsdiskurs der Frauenbewegung mit dem, was in ebenfalls paradigmatischem Sinn als Nicht-Arbeit galt. Anhand dieser Untersuchungsanlage soll gezeigt werden, dass und inwiefern aktuelle Auseinandersetzungen um die differenzielle Wertigkeit von Arbeits­sphären in der Verbindung mit Geschlechterverhältnissen weder Ausdruck historischer Überhänge noch ein neues Phänomen, sondern in ihrer spezifischen Gestalt Resultat kontingenter und unabgeschlossener historischer Aushandlungen sind.


Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Berufsbilder. Das Tableau der modernen Arbeit
Angehrn Céline (2015), Berufsbilder. Das Tableau der modernen Arbeit, in Brigitta Bernet und Jakob Tanner (ed.), 109-124.
Care-Arbeit. Die feministische Zukunftsfrage
Isler Simona (mit Anja Peter) (2015), Care-Arbeit. Die feministische Zukunftsfrage, in Widerspruch, 66, 145-154.
Gegen das Vergessen. Lohn für Hausarbeit (Tagungsbericht)
Isler Simona (2015), Gegen das Vergessen. Lohn für Hausarbeit (Tagungsbericht), in Widerspruch, 66, 186-189.
Lohn für Hausarbeit. Befreiungsperspektiven der Frauenbewegung in den 1970er Jahren
Isler Simona (2015), Lohn für Hausarbeit. Befreiungsperspektiven der Frauenbewegung in den 1970er Jahren, in Brigitta Bernet und Jakob Tanner (ed.), 216-238.
Hausarbeit als Beruf – eine Historisierung
Angehrn Céline und Isler Simona (2013), Hausarbeit als Beruf – eine Historisierung, in etü. Elfenbeintürmer. HistorikerInnen-Zeitschrift Universität Zürich, September 2013, 6-9.
Rezension zu: Mejstrik, Alexander/Wadauer, Sigrid/Buchner, Thomas (Hg.): Die Erzeugung des Berufs
Angehrn Céline (2013), Rezension zu: Mejstrik, Alexander/Wadauer, Sigrid/Buchner, Thomas (Hg.): Die Erzeugung des Berufs, in Bildungsgeschichte. International Journal for the Historiography of Education, 3(2), 268-270.
Tagungsbericht "global – lokal". 3. Schweizerische Geschichtstage: Querschnittsbericht "Geschlechtergeschichte". 07.-09.02.2013. Freiburg (Schweiz)
Angehrn Céline (2013), Tagungsbericht "global – lokal". 3. Schweizerische Geschichtstage: Querschnittsbericht "Geschlechtergeschichte". 07.-09.02.2013. Freiburg (Schweiz).
Arbeit als Politikum oder Hauswirtschaftliche Frauenarbeit als Standpunkt der Kritik
Isler Simona, Arbeit als Politikum oder Hauswirtschaftliche Frauenarbeit als Standpunkt der Kritik, in Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, 32.
Arbeit als Politikum oder: Hauswirtschaftliche Arbeit als Standpunkt der Kritik
Isler Simona, Arbeit als Politikum oder: Hauswirtschaftliche Arbeit als Standpunkt der Kritik, in Neue Beiträge zur Sozialgeschichte, 32((=Neue Bei), 133-154.
Rezension zu: Feminismus Seminar (Hg.): Feminismus in historischer Perspektive. Eine Reaktualisierung
Isler Simona, Rezension zu: Feminismus Seminar (Hg.): Feminismus in historischer Perspektive. Eine Reaktualisierung, in traverse.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Prof. Dr. Jakob Tanner / Dr. Brigitta Bernet, Schweizerisches Sozialarchiv Switzerland (Europe)
- Publication
Prof. Dr. Theresa Wobbe, Universität Potsdam, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
European Social Science History Conference 2016 Talk given at a conference Politics of Work: Feminist Interventions (20th century, Switzerland) 02.04.2016 Valencia , Spain Angehrn Céline; Isler Simona;
Categorizing Work and Livelihood, Panel an der European Social Science History Conference 2016 Talk given at a conference Kommentar 31.03.2016 Valencia, Spain Arni Caroline;
Theory and Empiricism. Jahrestagung der Basel Graduate School of History Talk given at a conference Unfinished Challenges. Women, Gender and the History of Career Counseling in Switzerland 08.09.2015 Basel, Switzerland Angehrn Céline;
Retraite Team C. Arni Talk given at a conference Gemeinnützige Mädchenbildung und hauswirtschaftliche Frauenarbeit 18.06.2015 La Ferrière, Switzerland Isler Simona;
Retraite Team C. Arni Talk given at a conference Hauptsache Beruf. Gleichstellung und Berufsberatung in den 1990er Jahren 18.06.2015 La Ferrière, Switzerland Angehrn Céline;
Neue Forschungen zur Sozialgeschichte. Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Talk given at a conference Hauswirtschaftliche Arbeit als Standpunkt von Kritik 05.06.2015 Bern, Switzerland Isler Simona;
Seminar "European History" Individual talk Das Making-of einer Frauenklasse: „Gehobene“ Frauenberufe in den 30er- und 40er-Jahren und der Beruf der Berufsberaterin 11.12.2014 Newark (Rutgers University), United States of America Angehrn Céline;
Trayectorias, desarrollos y problemas del Neoliberalismo Talk given at a conference ¿Crítica conformista o crítica subversiva? Perspectivas feministas al mundo postfordista 28.11.2014 Valparaiso (Pontífica Universidad Católica de Valparaíso), Chile Isler Simona;
Seminar "European History" Individual talk What do you want to be when you grow up? On the history of a question. Research question and methology for my dissertation project 13.11.2014 Newark (Rutgers University), United States of America Angehrn Céline;
Seminar Teoría del Conocimiento Individual talk Historia de Conceptos – Conceptualizar la Historia 11.11.2014 Valparaiso (Pontífica Universidad Católica de Valparaíso), Chile Isler Simona;
Seminar "European History" Individual talk Creation of an academic career counseling office for girls in Basel: Spaces, zones, constellations 02.10.2014 Newark (Rutgers University), United States of America Angehrn Céline;
Legitimität von Geschlechterverhältnissen: Geschichte und Aktualität einer Problemstellung (Summer School) Talk given at a conference Bei der Berufsberaterin: Logiken, Ebenen und Akteurinnen. Eine Spurensuche 11.06.2014 La Ferrière, Switzerland Angehrn Céline;
Workshop Qualitative Inhaltsanalyse in der Geschichtswissenschaft Talk given at a conference Quellenpräsentation aus dem Kontext des laufenden Dissertationsprojekts 09.05.2014 Basel, Switzerland Angehrn Céline;
Forschungskolloquium: „Aktuelle Forschungen zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ Individual talk Hausarbeit als Politikum. Zur Thematisierung von Hausarbeit in der schweizerischen Frauenbewegung (1900-1914) 05.05.2014 Basel, Switzerland Isler Simona;
Forschungskolloquium: „Aktuelle Forschungen zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ Individual talk Vor mir die Berufswelt. Beruf als Beratungsgegenstand für Frauen im 20. Jahrhundert 05.05.2014 Basel, Switzerland Angehrn Céline;
Arbeit von Frauen. Konzeptualisierungen und Kontroversen im 20. Jahrhundert (Graduiertenworkshop) Talk given at a conference Von Frauenarbeit zu Hausarbeit. Zur Thematisierung von „Arbeit“ in der Schweizerischen Frauenbewegung um 1900 26.09.2013 Basel, Switzerland Isler Simona;
Arbeit von Frauen. Konzeptualisierungen und Kontroversen im 20. Jahrhundert (Graduiertenworkshop) Talk given at a conference Berufe von Frauen, Berufe für Frauen. Berufe als Grösse von Biografien und als Elemente sozialer Ordnung bei Martha Bieder (1898–1989) 26.09.2013 Basel, Switzerland Angehrn Céline;


Self-organised

Title Date Place
Women and Work Revisited: Thinking beyond Transgressions, Interspaces and Hybrids, Panel an der European Social Science History Conference 02.04.2016 Valencia, Spain
Proseminar: Feminismen im 20. Jahrhundert (durchgeführt von C. Angehrn) 22.02.2016 Unversität Basel, Switzerland
Arbeit von Frauen. Konzeptualisierungen und Kontroversen im 20. Jahrhundert (Graduierten-Workshop) 26.09.2013 Basel, Switzerland
Proseminar: Hausarbeit als Politikum (20. Jahrhundert, Schweiz) (durchgeführt von C. Arni) 26.02.2013 Universität Basel, Switzerland

Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Kunstprojekt zum Thema „Verantwortung“. „Jugend forscht!“, Wildwuchsfestival Basel. Organisiert von Ariane Koch und Zino Wey Talk 11.06.2015 Basel (Kasernenareal), Switzerland
Teilnahme am Podiumsgespräch „Er beschützt sie, sie umsorgt ihn. Geht’s auch anders? Ein Gespräch über Geschlechtsrollen“. Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich Talk 29.01.2015 Zürich, Switzerland
Referat und Podiumsgespräch „Hausarbeit. Zur Geschichte einer aktuellen Problematik.“ Advocacy-Day, Zonta Club Bern Talk 09.04.2014 Bern, Switzerland
Teilnahme am Podiumsgespräch „Das Bedingungslose Grundeinkommen aus care-ökonomischer Perspektive“. WIDE Österreich Talk 09.01.2014 Wien, Switzerland


Self-organised

Title Date Place
Abhängigkeit. Veranstaltung des Debattierclubs WIDE Schweiz (Women in Development Switzerland) 13.08.2015 Bern, Switzerland
Feministische Dialoge zum Thema „Care-Krise? Welche und wessen Krise?“ 06.05.2014 Bern, Switzerland
Familienpolitik aus care-ökonomischer Perspektive. Veranstaltung des Debattierclubs WIDE (Women in Development Switzerland) 14.02.2014 Bern, Switzerland
Freiwilligenarbeit. Veranstaltung des Debattierclubs WIDE Schweiz (Women in Development Switzerland) 10.10.2013 Bern, Switzerland

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Arbeitende Frauen und 'psychopathische Kinder': Öffentliche Diskussion an der Uninacht Basel 2015 German-speaking Switzerland 2015
Media relations: radio, television Interview mit Caroline Arni zu Arbeitskultur und Reproduktionsmedizin SRF, Echo der Zeit German-speaking Switzerland 2014
Print (books, brochures, leaflets) Die Berufsberaterin im falschen Beruf? in: Jahrbuch des Gymnasiums Leonhard Basel German-speaking Switzerland 2013
Media relations: radio, television Teilnahme Caroline Arni an der Fernsehsendung „Frauenleben im jungen Bundesstaat“ SRF, Sternstunde Philosophie German-speaking Switzerland 2013

Awards

Title Year
Auszeichnung der Promotion (Abschluss 14. September 2017, Universität Basel) mit dem Prädikat Summa cum laude. Titel der Dissertationsschrift: Politiken der Arbeit in der schweizerischen Frauenbewegung um 1900. 2017
Auszeichnung der Promotion (Abschluss 31. August 2017, Universität Basel) mit dem Prädikat Summa cum laude. Titel der Dissertationsschrift: Arbeit am Beruf. Feminismus und Berufsberatung im 20. Jahrhundert 2017

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
162387 Chemie zwischen Basel und Bombay. Eine transnationale Geschichte der Schweizer Chemieindustrie, 1907-1987 01.10.2015 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Die schweizerische Gegenwartsgesellschaft ist geprägt von geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in Haus- und Erwerbsarbeit. Dabei korrespondiert die differenzierte Verteilung von Arbeitsleistungen auf Frauen und Männer mit einer asymmetrischen Bewertung von Arbeitssphären und einer entsprechend ungleichen Verteilung von Ressourcen (Geld, Zeit, Status). Aus historischer Perspektive stellt sich die Frage, ob und inwiefern hier eine Kontinuität der ideologischen Sphärentrennung von ?männlicher’ Erwerbs- und Berufsarbeit und ?weiblicher’ Berufung zu Haushalts- und Betreuungstätigkeit zum Ausdruck kommt, die im 19. Jahrhundert im Kontext der Auflösung der haus- und familienwirtschaftlichen Einheit vorgenommen worden war und an der Wende vom 20. Jahrhundert in juristische und ökonomische Kodifikationen von „Arbeit“ und „Nicht-Arbeit“ einging. Konstituiert diese Frage das Erkenntnisinteresse des Projekts, so geht dieses davon aus, dass Konzeptionen von Arbeit im 20. Jahrhundert nie eindeutig und abgeschlossen waren, und dass insbesondere Differenzen und Ungleichheiten entlang der Geschlechterdifferenz in Reaktion auf vielfältige Widersprüche und Einsprüche immer wieder neu hergestellt werden mussten. Aus dieser Perspektive rücken historisch und kontextuell spezifische Aushandlun¬gen von Arbeitskonzepten ins Zentrum, die das Projekt zum Gegenstand einer geschlechter- und schweizergeschichtlich ausgerichteten historischen Analyse macht. Mit dem 20. Jahrhundert wird jener Zeitraum behandelt, der die Ausbildung eines Arbeitsmarktes und die nach Geschlechtern geordnete ideologische Sphärentrennung zu seinen Voraussetzungen hatte und in dem sich im Kontext rechtlicher Regelungen, institutioneller Praktiken und wissenschaftlicher Diskurse Arbeit und Nicht-Arbeit als Kategorien sozialer Ordnung herausbildeten und zugleich spezifische Unschärfen des Arbeitsbegriffs entfalteten. Das Projekt untersucht zwei Felder, in denen Konzeptionen von Arbeit in Verbindung mit Annahmen über Geschlechterdifferenz verhandelt wurden und die beide gesellschaftliche Verhältnisse in für den Zeitraum charakteristischer Weise thematisierten: den Beratungsdiskurs der Berufsberatung und den politischen Diskurs der Frauenbewegung. Diese Felder sind insofern kom-plementär, als sie die fraglichen Differenzierungen aus der Perspektive der beiden Pole der Konzeptualisierung von Arbeit betrieben: Ging es in der Berufsberatung um Tätigkeiten, deren Arbeitsstatus in einem paradigmatischen Sinn, nämlich als Beruf, kodifiziert war, so befasste sich der Hausarbeitsdiskurs der Frauenbewegung mit dem, was in ebenfalls paradigmatischem Sinn als Nicht-Arbeit galt. Anhand dieser Untersuchungsanlage soll gezeigt werden, dass und inwiefern aktuelle Auseinandersetzungen um die differenzielle Wertigkeit von Arbeitssphären in der Verbindung mit Geschlechterverhältnissen weder Ausdruck historischer Überhänge noch ein neues Phänomen, sondern in ihrer spezifischen Gestalt Resultat kontingenter und unabgeschlossener historischer Aushandlungen sind.
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