Projekt

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Fokus Darmstadt: Fallbeispiele zur Aufführungspraxis der Neuen Musik 1946-1990

Titel Englisch Darmstadt in focus: Case studies in musical performance practice 1946-1990
Gesuchsteller/in Kunkel Michael
Nummer 143686
Förderungsinstrument Projektförderung (Abt. I-III)
Forschungseinrichtung Forschung und Entwicklung Hochschule für Musik Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Hochschule Fachhochschule Nordwestschweiz (ohne PH) - FHNW
Hauptdisziplin Musik und Theater
Beginn/Ende 01.01.2013 - 31.10.2016
Bewilligter Betrag 251'672.00
Alle Daten anzeigen

Alle Disziplinen (2)

Disziplin
Musik und Theater
Musikologie

Keywords (9)

Artistic Research, Performance Analysis, Darmstädter Ferienkurse, 20th Century, Interpretation, Source Studies, Tacit Knowledge, Oral History, 3rd Cycle

Lay Summary (Deutsch)

Lead
Zur Aufführungspraxis der Neuen Musik fehlen elementare Kenntnisse und Voraussetzungen, weil das implizite künstlerische Wissen jener Uraufführungsinterpreten, die seit dem 2. Weltkrieg wegweisende neue Kompositionen erarbeitet hatten, kaum tradiert wurde. Einige Leitfiguren der Musik des 20. Jahrhunderts sind in vorgerücktem Alter, so dass die Sicherung relevanter Informationen rasch erfolgen muss.
Lay summary

Die zentrale Bedeutung der Darmstädter Internationalen Ferienkurse für Neue Musik für die Geschichte der Komposition ist bekannt, von ihren Protagonisten auch vielfach erörtert und von der Forschung aufgearbeitet worden. Bisher kaum wahrgenommen wurde dagegen, dass diese Sommerakademien für die Aufführungspraxis Neuer Musik eine gleichwertige Bedeutung haben; und noch weniger, welch hohen Stellenwert einzelne Interpretinnen und Interpreten für die Entstehung bestimmter Werke hatten. Das Internationale Musikinstitut Darmstadt (im Folgenden: IMD) besitzt dazu umfangreiche Quellen, die hier zum ersten Mal intensiv ausgewertet, praktisch erprobt und umgesetzt werden.

Das Projekt „Fokus Darmstadt“ geht diese Problematik von zwei Seiten an und klärt als Hauptfragen
a) historiographisch: Wie ist eine Geschichte der Aufführungspraxis der Neuen Musik zu konstruieren? und
b) anwendungsorientiert/empirisch: Wie können historische Erkenntnisse in der heutigen Aufführungspraxis überprüft und produktiv umgesetzt werden?

Voraussetzung für eine adäquate Untersuchung bildet eine enge Zusammenarbeit von Forschung, Lehre und Praxis. Aus diesem Grunde betreuen die Forschungsabteilung der Hochschule für Musik Basel (im Folgenden: HSM), das Musikwissenschaftliche Seminar der Universität Basel und das IMD gemeinsam vier Dissertationen zu prägenden Interpretenpersönlichkeiten, zu aufführungspraktisch offenen Fragen und zur Interaktion zwischen Interpretation und Komposition in der Werkgenese. Die Untersuchungen basieren auf Quellenstudien (Schrift- und Tondokumente), generieren ergänzende Interviews mit Schlüsselpersonen, überprüfen Zwischenresultate und Hypothesen der Forschung in Workshops mit Spezialisten-Ensembles und gehen aufführungspraktischen Fragen der Musikerinnen und Musiker nach (v.a. im Rahmen des HSM-Studiengangs Master of Arts in Specialised Musical Performance Contemporary Music, im Folgenden: MASP Contemporary Music).

Das Projekt gibt Antworten auf exemplarische Problemstellungen der Aufführungspraxis Neuer Musik, eine erste Übersicht zu ihrer Geschichte, aber auch neue Anstösse methodischer Art für den produktiven Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Zugleich bildet es ein Pilotprojekt für ein gemeinsames Doktorandenprogramm von Universität und Musikhochschule und macht ein Ausbildungsangebot auf Ebene des 3. Zyklus für Studierende und Dozierende der HSM erstmals zugänglich.

Qualifizierende Resultate sind die musikwissenschaftliche und die dokumentierte künstlerische Darstellung und Auswertung von Fallstudien, die in multimedialen Publikationen, öffentlichen Tagungen und Veranstaltungen der musikwissenschaftlichen Forschung wie auch der Musikpraxis zugänglich gemacht werden.

Promotionsprojekte:

Anne-May Krüger, Musik über Stimmen: Zur Rolle von Sängerpersönlichkeiten für die Entwicklung neuer Vokalmusik

Michel Roth, Die Organisation des Spiels. Spielbasierte und kreative Interaktionen zwischen Interpretation und Komposition

Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 22.11.2012

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Publikationen

Publikation
"Und weg mit den Minuten": Dieter Roth und die Musik
Michel Roth, Matthias Haldemann (2014), "Und weg mit den Minuten": Dieter Roth und die Musik, Edizioni Periferia, Luzern.
Dieter Roth: Discography
Michel Roth (2014), Dieter Roth: Discography, Edizioni Periferia, Luzern.
Exposé, déposé : la recherche heuristique du geste chez Dieter Roth, Gerhard Rühm et Oswald Wiener - une attrape musicale rarement entendue
Michel Roth (2016), Exposé, déposé : la recherche heuristique du geste chez Dieter Roth, Gerhard Rühm et Oswald Wiener - une attrape musicale rarement entendue, in Dissonance, 134(Juni 2016), 20-24.
"I allow myself to think of you not as of somebody playing the piano". Zur Interaktion von Komposition und Interpretation im Umfeld der Darmstädter Ferienkurse
Michel Roth (2016), "I allow myself to think of you not as of somebody playing the piano". Zur Interaktion von Komposition und Interpretation im Umfeld der Darmstädter Ferienkurse, in Darmstädter Beiträge zur Neuen Musik, Bd. 23(August 201), 49-57.
Chopin on the mp3-Player
Michel Roth (accepted), Chopin on the mp3-Player, in Journal of Sonic Studies (Online Journal), 13(December 2), (online).
"Hörend erkennen und erkennend hören": Die Vermittlung des Indeterminierten in Peter Benarys Zweitem Streichquartett
Michel Roth (accepted), "Hörend erkennen und erkennend hören": Die Vermittlung des Indeterminierten in Peter Benarys Zweitem Streichquartett, in Hochschule Luzern - Musik (ed.), Analyse und ihre Vermittlung. Gedenkschrift Peter Benary, (in Vorb.), (in Vorb.), (in Vorb.).
„’If something else works – do it!’ – Peter Maxwell Davies’ und Roy Harts Eight Songs for a Mad King
Krüger Anne-May (accepted), „’If something else works – do it!’ – Peter Maxwell Davies’ und Roy Harts Eight Songs for a Mad King, in dissonance, (127), 22-30.

Zusammenarbeit

Gruppe / Person Land
Felder der Zusammenarbeit
Roy Hart Theatre, Paul Silber Frankreich (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Publikation
- Forschungsinfrastrukturen
Akademie der Künste, Berlin Deutschland (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Forschungsinfrastrukturen
Paul Sacher Stiftung, PD. Dr. Ulrich Mosch Schweiz (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Forschungsinfrastrukturen
Lucerne Festival Academy Schweiz (Europa)
- Austausch von Mitarbeitern
Getty Research Institute Los Angeles Vereinigte Staaten von Amerika (Nordamerika)
- Forschungsinfrastrukturen
Berberian Archive, Cristina Berio, Los Angeles Vereinigte Staaten von Amerika (Nordamerika)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
Internationales Musikinstitut Darmstadt, Thomas Schäfer Deutschland (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Forschungsinfrastrukturen

Wissenschaftliche Veranstaltungen

Aktiver Beitrag

Titel Art des Beitrags Titel des Artikels oder Beitrages Datum Ort Beteiligte Personen
Basler Forum für Musikästhetik Vortrag im Rahmen einer Tagung Michel Roth: Verweigerung als Partizipationsform 11.11.2016 Musikwissenschaftliche Seminar der Universität Basel, Schweiz Kunkel Michael; Schmidt Matthias
11. Stuttgarter Stimmtage Vortrag im Rahmen einer Tagung »›Unmenschliche‹ Instrumentaleffekte in exponierter Lage« – Alfred Wolfsohns Vokalarbeit 29.09.2016 Stuttgart, Deutschland Krüger Anne-May
Dieter Roth: "balle balle knalle" (Kunstausstellung) Einzelvortrag Michel Roth: “Und weg mit den Minuten” – Dieter Roth und die Musik 27.03.2015 Kunstmuseum Stuttgart, Deutschland Olbrich Meike
Makroephemeritäten Vortrag im Rahmen einer Tagung Michel Roth: Chopin auf dem mp3-Player 03.09.2014 Universität Basel, HSM Basel/FHNW, Schweiz Kunkel Michael
Darmstadt Studies Vortrag im Rahmen einer Tagung Michel Roth: Der Interpret als Instrument: David Tudor in Darmstadt (1956–61); kommentierte Archivaufnahmen und Live-Interpretationen 13.08.2014 Darmstadt, Deutschland Kunkel Michael; Krüger Anne-May
Darmstadt Studies Vortrag im Rahmen einer Tagung Zwei Extreme: Carla Henius und Roy Hart im Darmstadt der 1950er/60er Jahre 13.08.2014 Darmstadt, Deutschland Krüger Anne-May
Forschungskolloquium des Musikwissenschaftlichen Seminars der Uni Basel Einzelvortrag Michel Roth: "Die Organisation des Spiels": John Cage und David Tudor 11.12.2013 Universität Basel, Schweiz Kunkel Michael; Krüger Anne-May; Schmidt Matthias


Selber organisiert

Titel Datum Ort

Veranstaltungen zum Wissenstransfer

Aktiver Beitrag

Titel Art des Beitrags Titel des Artikels oder Beitrages Datum Ort Beteiligte Personen
Die Schallplatte als Musikattrappe Vortrag 11.05.2016 21er Haus, Wien, Oesterreich
Stimmportrait als theatrale Partitur — Sylvano Bussottis "Voix de femme" ("Frammento") Performances, Ausstellungen (z.B. für Bildungsinstitute) 06.10.2015 Basel, Schweiz
"Der Komponist ist ein Wesen, das sich selber an der Leine führt". Zufall und Determination in der Musik ab 1945 Workshop 28.05.2015 Luzern, Schweiz
Und weg mit den Minuten. Dieter Roth und die Musik Vortrag 25.04.2015 Museum Hamburger Bahnhof, Berlin, Deutschland
European Platform for Artistic Research in Music (EPARM) Between Madness and Method: the research dimension in creativity and the creative dimension in research Vortrag 18.04.2013 Lyon, Frankreich


Selber organisiert

Titel Datum Ort
Workshop und Lecture mit James Saunders 08.12.2015 HSM Basel/FHNW, Schweiz
Kommentierte Versuchsreihe mit Studierenden der HSM Basel zu Christian Wolff und Earle Brown 14.09.2015 HSM Basel/FHNW, Schweiz
Kommentierte Versuchsreihe zur Musik-experimentellen Anwendung von Spieltheorie (Lucerne Festival Academy) 24.08.2015 Lucerne Festival, Luzern, Schweiz
Kommentierte Versuchsreihe mit Studierenden der HSM Basel zu John Cages Variations 1 02.02.2015 HSM Basel/FHNW, Schweiz
Proben und Lecture mit Sir Peter Maxwell Davies 24.02.2014 Basel, Schweiz
Workshop mit Noah Pikes 10.02.2014 Basel, Schweiz

Kommunikation mit der Öffentlichkeit

Kommunikation Titel Medien Ort Jahr
Referate/ Veranstaltungen/ Ausstellungen Stimmportrait als theatrale Partitur — Sylvano Bussottis "Voix de femme" ("Frammento") Deutschschweiz 2015
Medienarbeit: Printmedien, Online-Medien Artistic Research. Sylvano Bussottis "Voix de femme" Neue Zeitschrift für Musik International 2016
Medienarbeit: Printmedien, Online-Medien Lexikoneinträge: "Cathy Berberian"; "Meredith Monk"; "Evtended Vocal Techniques" Lexikon der Gesangsstimme, Laaber-Verlag International 2016
Referate/ Veranstaltungen/ Ausstellungen Giro del letto: Fragen zur Aufführungspraxis von Luigi Nonos "La fabbrica illuminata"(1964) Deutschschweiz 2016
Referate/ Veranstaltungen/ Ausstellungen Not ill, but nervous. Ein Musiktheaterabend mit Werken von Peter Maxwell Davies Deutschschweiz Westschweiz 2014

Verbundene Projekte

Nummer Titel Start Förderungsinstrument
152927 Concepts of improvisation and their impact on early 20th century art music 01.04.2014 Projektförderung (Abt. I-III)

Abstract

Fokus Darmstadt: Fallbeispiele zur Aufführungspraxis der Neuen Musik 1946-1990 Die Bedeutung der Darmstädter Internationalen Ferienkurse für Neue Musik für die Geschichte der Komposition ist bekannt. Bisher kaum wahrgenommen wurde dagegen, dass die Ferienkurse für die Aufführungspraxis Neuer Musik eine gleichwertige Bedeutung haben; und noch weniger, welch hohen Stellenwert einzelne Interpretinnen und Interpreten für die Entstehung bestimmter Werke hatten. Das Internationale Musikinstitut Darmstadt besitzt dazu umfangreiche Quellen, die nun in zwei Promotionsprojekten wissenschaftlich und musikpraktisch ausgewertet werden. Die an Fallbeispielen orientierten Arbeiten von Anne-May Krüger (Musik über Stimmen: Zur Rolle von Sängerpersönlichkeiten für die Entwicklung neuer Vokalmusik) und Michel Roth (Die Organisation des Spiels. Spielbasierte und kreative Interaktionen zwischen Interpretation und Komposition) entstehen als Kooperationsprojekt der Forschungsabteilung der Hochschule für Musik Basel und des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Basel.