Project

Back to overview

Aristoteles als Brücke zwischen den Religionen : Die ostsyrische Kirche zur Zeit des Patriarchen Timotheos I. (780-823) als Vermittlerin zwischen griechischer und arabischer Kultur

English title Aristotle as a Bridge between the Religions : The East Syriac Church in the days of Patriarch Timothy 1st (780-823) as an Intermediary between Greek and Arabic Culture.
Applicant Bergjan Silke-Petra
Number 143377
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Theologisches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Ecclesiastical history
Start/End 01.02.2013 - 31.01.2016
Approved amount 266'676.00
Show all

Keywords (6)

Church history; East-syrian Church ; Abbasids; Aristotle; Translation movement; Timothy I

Lay Summary (German)

Lead
Die Herrscher des frühen Abbasidenreiches (ab 750) begannen eine immense jahrhundertelange Übersetzungsbewegung, in der bedeutende Werke aus Indien, Persien und der griechisch-römischen Antike ins Arabische übersetzt wurden. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei die Werke des Philosophen Aristoteles ein. Bis heute ist aber umstritten und ungeklärt, welche Rolle die syrischen Christen im Irak in der Frühphase dieses Übersetzungsprozesses der Werke des Aristoteles einnehmen.
Lay summary
Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Die Literatur der ostsyrischen Kirche des 8. Jahrhunderts enthält eine Fülle von Texten, die Aufschluss geben, wie die Philosophie und insbesondere die Logik des Aristoteles im Raum des syrischen Christentums rezipiert und in den arabischen Raum weiter vermittelt wurden. Diese Texte sind bisher aber kaum ausgewertet worden.Von besonderer Bedeutung sind dabei die Werke des Patriarchen Timotheos I. (im Amt 780–823), der in Bagdad lebt und zu den wichtigsten Autoren des christlichen Orients überhaupt gehört. Aus derselben Zeit stammen auch die Scholien des Theodor bar Konai und der noch gänzlich unbekannte Brief des Metropoliten Aprem von Elam.

Diese Texte können dazu beitragen, Lücken zu füllen, die bei den Forschungen zum syrischen und arabischen Aristotelismus in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts bestehen: Einerseits lassen sich die Anfänge der arabischen Aristotelesrezeption (in der Zeit von 750 bis ca. 850) nur unscharf erkennen, weil die arabischen Nachrichten meist aus späterer Zeit stammen und die syrischen Quellen dazu nicht wahrgenommen werden. Andererseits ist auch der syrische Aristotelismus der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts in der Forschung weitgehend vernachlässigt worden.

Für diese Fragestellungen wurden die genannten syrischen Quellen bisher kaum ausgewertet, weil sie bisher nicht ediert oder nicht in Übersetzungen in modernen Sprachen zugänglich waren. Mit der Förderung des Nationalfonds konnte die Edition der Werke des ostsyrischen Patriarchen Timotheos I. abgeschlossen werden und liegt seit Sommer 2012 vollständig publiziert vor. Damit ist eine völlig neue Quellenlage entstanden und liegen hochinteressante unbearbeitete Texte vor. Im Anschluss an die Editionsarbeit sollen diese Quellen jetzt aufgearbeitet und im Hinblick auf die Aristotelesrezeption und ihre Bedeutung für das christlich-muslimische Religionsgespräch in der 2. Hälfte des 8. Jh.s erstmals monografisch erschlossen werden.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Das Projekt verbindet syrische und arabische, theologische und philosophische Quellen und zeigt so auf, wie Christen und Muslime in Bagdad im Rahmen der Übersetzungsbewegung miteinander vernetzt waren. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Geschichte der Philosophie, Theologie und Literatur im frühen Abbasidenreich.
Direct link to Lay Summary Last update: 18.12.2012

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Name Institute

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Vittorio Berti (Fondazione per le Scienze Religiose Giovanni XXIII, Bologna) Italy (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Die Bedeutung des syrischen Christentums für die Theologie International 2015

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
134522 Der Traktat "Über die Seele" des ostsyrischen Patriarchen Timotheos I. (780-823) an Rabban Boktisho', Oberarzt des Kalifen Harun ar-Rashid: Christliche und islamische Reflexion über die Seele zu Beginn des kulturellen Aufschwungs der Abbasidenzeit 01.06.2011 Project funding (Div. I-III)
126669 Aristotelestransfer, christlich-muslimisches Religionsgespräch und christliche Identitätsbestimmung in Bagdad um 800. Edition und Übersetzung der Briefe 34-41 des ostsyrischen Patriarchen Timotheos I. (780-823) 01.10.2009 Project funding (Div. I-III)
109740 Briefe 42-58 des ostsyrischen Patriarchen Timotheos I. (780-823). Edition des syrischen Textes und deutsche Übersetzung mit Anmerkungen 01.10.2005 Project funding (special)
162973 Theologie, Philosophie und Alltagsleben der ostsyrischen Christen am Vorabend der klassisch-islamischen Zeit: Letzter Band der Gesamtausgabe der Werke von Patriarch Timotheos I. (kritische Edition und Übersetzung der Briefe 1-29 und Fragmente) 01.02.2016 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Die Literatur der ostsyrischen Kirche des 8. Jahrhunderts enthält eine Fülle von Texten, die für die syrische Aristotelesrezeption und die Vermittlung des Aristotelismus in den arabischen Raum bisher aber kaum ausgewertet worden sind. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Werke des Patriarchen Timotheos I., von Bagdad, der zu den wichtigsten Autoren des christlichen Orients überhaupt gehört. Aus derselben Zeit stammen auch die Scholien des Theodor bar Konai und der noch gänzlich unbekannte Brief des Metropoliten Aprem von Elam. Sie alle geben Aufschluss über den Aristotelismus im ausgehenden 8. Jahrhundert und können dazu beitragen, Lücken zu füllen, die bei den Forschungen zum syrischen und arabischen Aristotelismus in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts bestehen: Einerseits lassen sich die Anfänge der arabischen Aristotelesrezeption (in der Zeit von 750 bis ca. 850) nur unscharf erkennen, weil die arabischen Nachrichten meist aus späterer Zeit stammen und die syrischen Quellen dazu nicht wahrgenommen werden. Andererseits ist auch der syrische Aristotelismus der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts in der Forschung weitgehend vernachlässigt worden. Grund dafür ist, dass die Quellen bisher nicht ediert oder nicht in Übersetzungen in modernen Sprachen zugänglich waren. Mit der Förderung des Nationalfonds konnte die Edition des Werkes des ostsyrischen Patriarchen Timotheos I. abgeschlossen werden und wird ab Sommer 2012 vollständig publiziert vorliegen. Damit ist eine völlig neue Quellenlage entstanden und liegen hochinteressante unbearbeitete Texte vor. Im Anschluss an die Editionsarbeit, sollen diese Quellen jetzt aufgearbeitet und im Hinblick auf die Aristotelesrezeption und ihre Bedeutung für das christlich-muslimische Religionsgespräch in der 2. Hälfte des 8. Jh.s erstmals monografisch erschlossen werden.
-