Project

Back to overview

Der „teuerste Wildbach der Schweiz“. Die Umsetzung von Hochwasserschutzkonzepten vor Ort unter Einschluss ihrer vielfältigen Konsequenzen am Beispiel der Gürbe, 1848-2008

English title The "most expensive creek of Switzerland". The implementation of flood defense concepts and their manifold consequences using the example of the Gürbe, 1848-2008
Applicant Rohr Christian
Number 140572
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline Swiss history
Start/End 01.05.2012 - 31.10.2015
Approved amount 204'255.00
Show all

All Disciplines (2)

Discipline
Swiss history
Hydrology, Limnology, Glaciology

Keywords (14)

Überschwemmungen; Infrastrukturgeschichte; Hochwasserschutz; Umweltgeschichte; Technikgeschichte; Gürbe; Historische Hydrologie; floods; history of infrastructure; flood protection; environmental history; history of technology; Guerbe (river); historical hydrology

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Bedeutung

 

(50-100 Worte)

In Zusammenhang mit der Intensivierung der Hochwasser in den letzten zwanzig Jahren, aber auch aufgrund der neuen nachhaltigen Schutzkonzepte stehen die Themen „Wasserbau“ und „Überschwemmungen“ im Interessensfeld von Öffentlichkeit und Politik. Beide Themen sind insbesondere im Gürbetal, wo die Wasserbaumassnahmen aufgrund der immer wieder vorkommenden Überschwemmungen nie abgeschlossen wurden, von grossem Interesse. Das Dissertationsprojekt wurde von Akteuren des Hochwasserschutzes im Gürbetal initiiert und wird von ihnen sowohl finanziell wie auch durch die Bereitstellung ihres Wissens und ihrer Dokumente in grossem Masse unterstützt.

Das Ziel

 

(50-70 Worte)

Ziel ist es, den Umgang verschiedener Akteure mit der Hochwassergefahr an der Gürbe unter dem Einfluss verschiedener Hochwasserschutzkonzepte zu untersuchen. Behandelt werden der eigentliche Hochwasserschutz, weiters seine Auswirkungen auf die Region und ihre Bevölkerung. Die Massnahmen werden hinsichtlich ihres Zeitraums, ihrer Art und ihrer Finanzierung, aber auch ihres Auslösers und ihrer Beurteilung untersucht. Eine zentrale Bedeutung kommt den Akteuren „vor Ort“ zu. Als theoretische Grundlage dient Dirk van Laaks Ansatz zur historischen Untersuchung von Infrastrukturen.

Hintergrund

 

(100-150 Worte)

Immer wieder trägt die Gürbe grosse Wassermengen und viel Geschiebe aus dem steilen Oberlauf ins flache Tal und verursacht Überschwemmungen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden im bis zu dieser Zeit versumpften und armen Tal grossräumige Hochwasserschutzmassnahmen durchgeführt; neben wasserbaulichen Massnahmen wurden auch Aufforstungen vorgenommen. Die grosse Gürbekorrektion wurde 1855-1911 realisiert. Obwohl sich die Situation durch die Hochwasserschutzmassnahmen verbesserte, konnte das Problem der Überschwemmungen nie ganz gelöst werden. Immer wieder führten Erdrutsche und Hochwasserereignisse zu Schäden, welche die Notwendigkeit zur Erneuerung und Erweiterung der bestehenden Hochwasserschutzmassnahmen aufzeigten und weitere Projekte auslösten. Die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vorgenommenen Hochwasserschutzmassnahmen verursachten sowohl den Gemeinden als auch dem Kanton Bern und dem Bund erhebliche Kosten.

Lead

 

(40 Worte)

Die Gürbe ist ein kleiner Fluss südlich der Stadt Bern, welcher aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten stark hochwassergefährdet ist. Das Dissertationsprojekt untersucht die Geschichte des Hochwasserschutzes an der Gürbe. Das Thema wird in einer Längsschnittstudie (1848-2008) aus breiter Perspektive beleuchtet.

Hauptgesuchssteller

Prof. Dr. Christian Rohr, Historisches Institut der Universität Bern, Abteilung für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte

Projekttitel

Der „teuerste Wildbach der Schweiz“. Die Umsetzung von Hochwasserschutzkonzepten vor Ort unter Einschluss ihrer vielfältigen Konsequenzen am Beispiel der Gürbe, 1848-2008

 

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Die unzähmbare Gürbe. Überschwemmungen und Hochwasserschutz seit dem 19. Jahrhundert
Salvisberg Melanie (2017), Die unzähmbare Gürbe. Überschwemmungen und Hochwasserschutz seit dem 19. Jahrhundert, Schwabe Verlag, Basel.
Der Hochwasserschutz an der Gürbe. Eine Herausforderung für Generationen (1855–2010)
Salvisberg Melanie (2017), Der Hochwasserschutz an der Gürbe. Eine Herausforderung für Generationen (1855–2010), Schwabe Verlag, Basel.
Die ‚gute‘ Waldwirtschaft. Wandel und Kontinuität in der Wahrnehmung und Bewirtschaftung des Waldes am Beispiel des Gantrischgebietes 1848-1997 (Berner Forschungen zur Regionalgeschichte 18)
Burri Jacqueline (2015), Die ‚gute‘ Waldwirtschaft. Wandel und Kontinuität in der Wahrnehmung und Bewirtschaftung des Waldes am Beispiel des Gantrischgebietes 1848-1997 (Berner Forschungen zur Regionalgeschichte 18), Verlag Traugott Bautz, Nordhausen.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
4. Schweizerische Geschichtstage Talk given at a conference Der Hochwasserschutz an der Gürbe. Neue Handlungsspielräume durch Überschwemmungen 09.06.2016 Lausanne, Switzerland Salvisberg Melanie;
Wasserforum Gantrisch 2016 Talk given at a conference „Land unter“ an der Gürbe. Ein Rückblick auf 160 Jahre Hochwasserschutz 17.03.2016 Wattenwil, Switzerland Salvisberg Melanie;
13. Internationale Swiss Climate Summer School des Oeschger Centre for Climate Change Research Poster The "most expensive creek of Switzerland". The implementation of flood defense concepts and their manifold consequences using the example of the Gürbe, 1848-2008 31.08.2014 Grindelwald, Switzerland Salvisberg Melanie;
Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Talk given at a conference Der Hochwasserschutz an der Gürbe – Interessensgruppen und ihre Anliegen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts 06.06.2014 Bern, Switzerland Salvisberg Melanie;
7th International Conference der European Society for Environmental History "Water, Food, Energy" Poster The Most Expensive Torrent of Switzerland”. The realisation of on-site flood control concepts with respect to its versatile consequences – the example of the Gürbe (Switzerland), 1848-2008 20.08.2013 München, Germany Salvisberg Melanie;
Wasserforum Gantrisch 2012 Individual talk Umsetzung von Hochwasserschutzkonzepten an der Gürbe 25.10.2012 Schwarzenburg, Switzerland Salvisberg Melanie;


Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Date Place Persons involved
1. Swiss Sustainable University Day Poster 28.03.2014 Bern, Switzerland Rohr Christian; Salvisberg Melanie;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Print (books, brochures, leaflets) Die unzähmbare Gürbe. Überschwemmungen und Hochwasserschutz seit dem 19. Jahrhundert German-speaking Switzerland 2017
Talks/events/exhibitions Öffentliche Lesung: Der Hochwasserschutz an der Gürbe – eine Herausforderung für Generationen German-speaking Switzerland 2016
Media relations: print media, online media Jacqueline Burri: Hochwasserschutz: Die Geschichte des Hochwasserschutzes an der Gürbe. Forstpolitik Wattenwiler Post 2013/4: 24 German-speaking Switzerland 2013
Media relations: print media, online media Melanie Salvisberg: Der teuerste Wildbach der Schweiz Berner Landbote, 27.03.2013, 1-3 German-speaking Switzerland 2013
Media relations: print media, online media Melanie Salvisberg: Hochwasserschutz: Die Geschichte des Hochwasserschutzes an der Gürbe Wattenwiler Post 2013/2: 23 German-speaking Switzerland 2013

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
153327 Reconstruction of the genesis, process and impact of major pre-instrumental flood events of major Swiss rivers including a peak discharge quantification 01.07.2014 Interdisciplinary projects
171610 Der Hochwasserschutz an der Gürbe - eine Herausforderung für Generationen. Ein Beispiel für die Umsetzung von Hochwasserschutzkonzepten vor Ort (1855-2010) 01.02.2017 Publication grants

Abstract

Das vorliegende Dissertationsprojekt will den Umgang verschiedener Akteure mit der Hochwassergefahr an der Gürbe in den Jahren 1848-2008 untersuchen. Geplant ist eine Längsschnittstudie, welche das Thema Hochwasserschutz aus breiter Perspektive beleuchtet und verschiedene Forschungsrichtungen wie die Klimageschichte, die Historische Hydrologie, die Infrastrukturgeschichte, die Technikgeschichte, die Wirtschaftsgeschichte und die Kulturgeschichte berücksichtigt. Theoretisch stützt sich das Projekt auf Überlegungen von van Laak zur Infrastrukturgeschichte, methodisch folgt es einem hermeneutischen Ansatz.Behandelt werden sowohl die in diesen 160 Jahren vorgenommenen Hochwasserschutzmassnahmen als auch ihre Auswirkungen auf die Region und ihre Bevölkerung. Die Massnahmen sollen hinsichtlich ihres Zeitraums, ihrer Art und ihrer Finanzierung untersucht werden. Zusätzlich wird nach ihrem Auslöser und ihrer Beurteilung gefragt: Einerseits werden die mit dem Bau von Schutzmassnahmen verknüpften Erwartungen aufgearbeitet, andererseits werden die Auswirkungen der Massnahmen in der Retrospektive beleuchtet. Eine zentrale Bedeutung soll den Akteuren „vor Ort“ zukommen. Das Dissertationsprojekt will aufzeigen, inwieweit die jeweiligen Hochwasserschutzkonzepte die Hochwasserschutzmassnahmen prägten und wie diese in der Praxis umgesetzt wurden.Der grosse zeitliche Rahmen sowie die breite Perspektive werden durch die räumliche Eingrenzung auf die Gürbe ermöglicht. Dieser im Süden der Stadt Bern liegende Nebenfluss der Aare eignet sich in mehrfacher Hinsicht als Forschungsgegenstand. Die durch naturräumliche Gegebenheiten bedingten Überschwemmungen konnten während des gesamten Zeitraums trotz zahlreicher Hochwasserschutzmassnahmen nie gänzlich verhindert werden; sie konnten bis heute nicht vollständig abgeschlossen werden. Entsprechend vielfältig sind die durchgeführten Massnahmen, wodurch sich die Veränderungen im Verlaufe der letzten 160 Jahre exemplarisch aufzeigen lassen. Ermöglicht wird diese Gesamtschau durch eine ausserordentlich dichte Quellenlage. Einzigartig ist neben den Aktenbeständen aus verschiedenen Ämtern (BAFU, Tiefbauamt des Kantons Bern, Amt für Wald des Kantons Bern) die aktive Beteiligung altgedienter Praktiker des Wasserbauverbands Obere Gürbe, die auf 50 Jahre Erfahrung mit dem Fluss „vor Ort“ zurückblicken und die entsprechende Dokumentation sorgfältig gesammelt haben. Die genannten Institutionen tragen das Projekt bei einer Genehmigung durch den SNF finanziell mit und der Wasserbauverband Obere Gürbe plant einen Wasserbau- und Waldlehrpfad, sobald die Ergebnisse vorliegen.
-