Projekt

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Orangerien und Gewächshäuser in der Schweiz (Forts.)

Titel Englisch Orangeries and Greenhouses in Switzerland
Gesuchsteller/in Nicolai Bernd
Nummer 140352
Förderungsinstrument Projektförderung (Abt. I-III)
Forschungseinrichtung Institut für Kunstgeschichte Universität Bern
Hochschule Universität Bern - BE
Hauptdisziplin Kunstgeschichte
Beginn/Ende 01.04.2012 - 30.09.2013
Bewilligter Betrag 72'389.00
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Keywords (5)

Architekturgeschichte; Kunstgeschichte; Gartengeschichte; Kulturgeschichte; Geschichte der Schweiz

Lay Summary (Deutsch)

Lead
Lay summary

Die Schweiz – im Zentrum Europas gelegen – ist mit den ihr eigenen Kulturlandschaften sowie durch die jeweils angrenzenden Länder vielfältigen Einflüssen ausgesetzt. So sind unterschiedlichste Formen der Garten- und Gewächshauskulturen sowie deren Gestaltung und gesellschaftliche Funktion zu untersuchen. Ob die spezielle Geschichte und Lage des Schweizer Wirtschafts- und Kulturraums auch eine Sonderstellung in der gesamteuropäischen Orangeriekultur hervorbrachte, soll mit den Ergebnissen des Forschungsprojektes beantwortet werden.

Unter der Leitung von Jörg Matthies M.A. und der Mitarbeit von Simon Berger M.A. konnten bisher schweizweit etwa 120 Orangerien und Gewächshäuser lokalisiert werden. Diese bieten in den unterschiedlichsten Konstellationen und räumlichen Anbindungen an Herrschaftssitze, Villenbauten, botanische Gärten sowie Klosteranlagen ein vielfältiges und beeindruckendes Spektrum von Architekturen, Ausstattungen und Pflanzensammlungen. Sämtliche Objekte werden in einer vom Forschungsteam erarbeiteten FileMaker-Datenbank erfasst. Diese Datenbank bildet die Grundlage für ein umfassendes Inventar. Aus der Gesamtheit aller wird an ca. 20 Objekten eine exemplarische Analyse nach folgenden Referenzpunkten durchgeführt:

  1. Ein Untersuchungszeitraum zwischen 1680 und 1920. Umfasst also die feudale Gartenkultur als auch bürgerliche Ansätze des späten 18. und 19. Jahrhunderts.
  2. Räumliche Konzentration auf die Deutschschweiz (Mittelland, Zentralschweiz, Basel und Zürich), auf die Romandie (Kantone Waadt und Genf) und auf den Kanton Graubünden.
  3. Der Kulturtransfer von den benachbarten Ländern wie Frankreich, Italien und Deutschland in de Schweiz steht im Zentrum.
  4. Die Konstruktionsgeschichte sowie der Gestaltwandel in der Architektur spielen eine wichtige Rolle.
  5. Im Vergleich mit internationalen Beispielen wird der jeweilige Stand der Garten- und Orangeriekultur in einer zeitlichen und räumlichen Ebene verortet.

Die Erarbeitung der Grundlagen, also die Lokalisierung der Objekte und die Sichtung der Literatur und der Archivalien, ist noch nicht abgeschlossen und erweist sich zuweilen als nicht ganz einfach. Nach einer jahrzehntelangen Marginalisierung der Gartenkunst durch die Kunst- und Architekturgeschichte und die daraus folgende fehlende Sensibilisierung von Eigentümern und Institutionen, ist dies jedoch nicht verwunderlich. Trotzdem konnte eine sehr überraschende Anzahl von Objekten gefunden werden, welche im internationalen Kontext durchaus beachtenswert sind.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Ergebnisse der exemplarischen Analysen in einer Publikation zu veröffentlichen und damit eine grundlegen Beitrag zur Orangerie- und Gewächshausforschung in der Schweiz zu liefern.

Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 21.02.2013

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Publikationen

Publikation
Läusekraut und Schwalbenwurz - Der Botanische Alpengarten Schynige Platte
Matthies Jörg (2014), Läusekraut und Schwalbenwurz - Der Botanische Alpengarten Schynige Platte, in Topiaria Helvetica 2014. Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Garten¬kultur, 2014, 68-72.
Orangerien und Gewächshäuser am Thunersee. Preussische Herrschaften mit Faible für Exotisches
Matthies Jörg (2014), Orangerien und Gewächshäuser am Thunersee. Preussische Herrschaften mit Faible für Exotisches, in Kunst + Architektur in der Schweiz, 65, 2014(H. 1), 56-63.
Die Orangerie in Moudon (Schweiz),
Matthies Jörg (2013), Die Orangerie in Moudon (Schweiz),, in Zitrusblätter. Mitteilungen des Arbeitskreises Orangerien e.V, 2013(Nr. 6), 2-3.
Die Orangerie in Onex (Schweiz)
Matthies Jörg Simon Berger (2013), Die Orangerie in Onex (Schweiz), in Zitrusblätter. Mitteilungen des Arbeits¬kreises Orangerien e.V., 2013(Nr. 7), 4-6.
Gewächse aus aller Herren Länder. Der Botanische Garten in Genf
Matthies Jörg (2013), Gewächse aus aller Herren Länder. Der Botanische Garten in Genf, in Topiaria Helvetica 2013. Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Gartenkultur, 2013, 68-71.
Pariser Gartenkunst im Baselbiet. Der Garten von Schloss Ebenrain in Sissach
Matthies Jörg (2012), Pariser Gartenkunst im Baselbiet. Der Garten von Schloss Ebenrain in Sissach, in Topiaria Helvetica 2012. Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Garten¬kultur, 2012, 78-81.

Zusammenarbeit

Gruppe / Person Land
Formen der Zusammenarbeit
Arbeitskreis Organgerien Deutschland (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Publikation

Wissenschaftliche Veranstaltungen



Selber organisiert

Titel Datum Ort

Verbundene Projekte

Nummer Titel Start Förderungsinstrument
126805 Orangerien und Gewächshäuser in der Schweiz 01.11.2009 Projektförderung (Abt. I-III)

Abstract

Das Forschungsprojekt zu Orangerien und Gewächshäusern in der Schweiz wird grundlegend die kulturgeschichtliche und soziale Bedeutung sowie die architektonischen und gartengeschichtlichen Entwicklungen dieser Baugattung untersuchen. Die Schweiz - im Zentrum Europas gelegen - ist mit den ihr eigenen Kulturlandschaften sowie durch die jeweils angrenzenden Länder vielfältigen Einflüssen ausgesetzt, so dass unterschiedlichste Formen der Garten- und Gewächshauskulturen, deren Gestaltung und gesellschaftliche Funktion zu untersuchen sind.Orangerien und Gewächshäuser bilden eine Brücke zwischen Bau- und Gartenkunst sowie der Botanik und eignen sich damit in besonderem Masse für die interdisziplinäre Forschung. Ein Fokus der Unter¬suchung wird auf die gesellschaftliche Stellung des Bauherrn gelegt. Die architektonische Entwicklung vom schlichten Bauwerk über prachtvolle Gebäude zur Glas-Eisen-Konstruktion im Zeitalter der Industriellen Revolution reflektiert diachron und synchron unterschiedliche Diskursebenen, Modeströmungen und technologische Entwicklungen.Die topographischen und geographischen Gegebenheiten des Schweizer Naturraumes mit den unterschiedlichsten klimatischen Einflüssen haben auf engstem Raum eine besondere Pflanzen- und Gartenkultur entstehen lassen. Ob die spezielle Geschichte und Lage des Schweizer Wirtschafts- und Kulturraums auch eine Sonderstellung in der gesamteuropäi¬schen Orangeriekultur hervorbrachte, soll mit den Ergebnissen des Forschungsprojektes beantwortet werden. Bilden Orangerien in der Schweiz bisher ein Forschungsdesiderat, so erstellt dieses Projekt ein grundlegendes Inventar der Orangerien und diskutiert deren kulturhistorische Funktion im Kontext der Schweizer Geschichte und Gesellschaft mit ihren spezifischen oligarchischen und republikanischen Traditionen.Im Antragszeitraum wurde eine vollständige Erfassung der Schweizer Orangerien unter dem Hinzuziehen weiterer Objekte aus der Ostschweiz (Rheineck/SG; Reichenau/GR, Malans Schloss Bothmar/GR) geleistet Gleichzeitig erfolgte schweizweit und international die Vernetzung des Projekts in Form von Kolloquien und Publikation von Teilergebnissen (s.u.) Aufgrund des vielschichtigen, teilweise schwer zugänglichen Materials war es, trotz intensivster Tätigkeit im Antragzeitraum bislang nicht möglich, über verschiedene Teilergebnisse hinaus, das Projekt im Sinne einer Gesamtdarstellung abzuschliessen, so dass um eine einmalige Verlängerung von einem Jahr nachgesucht wirdIm Mittelpunkt der Verlängerungsphase seht nach erfolgter Aufnahme von ca. 60 Objekten in den vergangenen beiden Jahren, eine Gesamtdarstellung der Geschichte der Orangerien in der Schweiz anhand von 25 herausragenden Objekten, die exemplarisch für die Entwiklung dieser Baugattung stehen.
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