Project

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Textproduktionsspezifische Schriftsprachentwicklung bei Kindern und Jugendlichen

Applicant Schmidlin Regula
Number 138184
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Departement für Germanistik Universität Freiburg
Institution of higher education University of Fribourg - FR
Main discipline German and English languages and literature
Start/End 01.02.2012 - 31.07.2016
Approved amount 199'619.00
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Keywords (7)

literacy; writing process; keystroke logging; stimulated recall; metalanguage; writing skills; constructions in written language

Lay Summary (German)

Lead
Das Projekt untersucht, worin sich sprachstarke und sprachschwache Kinder in ihrer Schriftsprachkompetenz unterscheiden. Dafür wird die Schriftsprachkompetenz auf der Schreibprozessebene, auf der Ebene der Kindertexte sowie auf der Ebene des metasprachlichen Wissens in den Blick genommen.
Lay summary

Konstruktion von Sprache und Sprachwissen. Eine empirische Studie zur Schriftsprachaneinung sprachstarker und sprachschwacher Kinder [Dissertation Pascale Schaller]

Das Projekt untersucht, worin sich sprachstarke und sprachschwache Kinder in ihrer Schriftsprachkompetenz unterscheiden. Dafür wird die Schriftsprachkompetenz auf der Schreibprozessebene, auf der Ebene der Kindertexte sowie auf der Ebene des metasprachlichen Wissens in den Blick genommen.

In einem ersten Schritt wird für alle ausgewählten Schreibprozess-, Textprodukt- und Sprachwissensvariablen nach einem Zusammenhang mit der globalen Sprachkompetenz und mit dem Lernalter der Kinder gefragt. Die globale Sprachkompetenz ist die unabhängige Variable, anhand derer die Kinder in eine Gruppe sprachstarker und eine Gruppe sprachschwacher Kinder eingeteilt werden. Gemessen wird die globale Sprachkompetenz anhand eines standardisierten C-Tests. Die untersuchten 115 Kinder verteilen sich auf die 4. und die 6. Grundschulklasse (Harmos 6 und Harmos 8).

In einem zweiten Schritt wird dem Sprachwissen der Kinder nachgegangen. Dabei wird unterschieden zwischen implizitem, explizitem und expliziertem Sprachwissen. Von Interesse ist für die empirischen Auswertungen, in welchem Verhältnis die verschiedenen Sprachwissenstypen bei den sprachstarken und bei den sprachschwachen Kindern zueinander stehen und auf welche Art von Sprachwissen die Kinder beim Schreiben zurückgreifen.

Methodisch macht sich die Studie Möglichkeiten der computergestützten Schreibprozesserhebung (Keystroke Logging) zu Nutze. Ebenfalls zurückgegriffen wird auf standardisierte Verfahren für die Sprachstandsmessung sowie auf Fragebogen für die Kinder und ihre Eltern. Die erhobenen Daten werden zu grossen Teilen quantitativ ausgewertet. Zusätzlich wird ein Gesprächskorpus einer qualitativen Analyse unterzogen, das aus Gesprächen mit einzelnen Kindern über das Schreiben, über sprachliche Normvorstellungen und über sprachliches Wissen besteht.

Mit ihrem Fokus auf die globale Sprachfähigkeit erweitert die Studie bestehende Untersuchungen der Schriftsprachaneignungsforschung, die sich oftmals eines Vergleichs verschiedener Altersgruppen annehmen und den Erwerb der Schreibfähigkeit (pseudo-)longitudinal untersuchen. Die Erweiterung der Perspektive nimmt die interindividuelle Variation der Kinder innerhalb einer Altersgruppe ernst und setzt das Alter, das häufig als der zentrale Motor der Schriftsprachentwicklung betrachtet wird, in Relation zu anderen Einflussgrössen.

 

Direct link to Lay Summary Last update: 01.10.2016

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Name Institute

Publications

Publication
Konstruktion von Sprache und Sprachwissen. Eine empirische Studie zur Schriftsprachaneignung sprachstarker und sprachschwacher Kinder
Schaller Pascale (2018), Konstruktion von Sprache und Sprachwissen. Eine empirische Studie zur Schriftsprachaneignung sprachstarker und sprachschwacher Kinder, de Gruyter, Berlin, Boston.
Wie schreiben sprachschwache Kinder? Beitrag zum Zusammenhang zwischen explizitem und implizitem Sprachwissen.
Schaller Pascale (2017), Wie schreiben sprachschwache Kinder? Beitrag zum Zusammenhang zwischen explizitem und implizitem Sprachwissen., in Melzer Conny und Grünke Matthias (ed.), Pabst Science Publishers, Lengerich, 386-405.
Auf dem Weg zum Text: Sprachliches Wissen und Schriftsprachaneignung. Savoir linguistique et acquisition de la littératie. Metalinguistic knowledge and literacy acquisition
Schmidlin Regula, Schaller Pascale (ed.) (2016), Auf dem Weg zum Text: Sprachliches Wissen und Schriftsprachaneignung. Savoir linguistique et acquisition de la littératie. Metalinguistic knowledge and literacy acquisition, Vereinigung für angewandte Linguistik in der Schweiz, Neuchâtel.
Sprachliches Wissen zwischen Schriftsprachaneignung und Schreibdiagnostik
Schaller Pascale (2016), Sprachliches Wissen zwischen Schriftsprachaneignung und Schreibdiagnostik, in Schmidlin Regula, Schaller Pascale (ed.), Vereinigung für angewandte Linguistik in der Schweiz, Neuchâtel, 1-9.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Institut Sekundarstufe II der Pädagogische Hochschule Bern Switzerland (Europe)
- Research Infrastructure
- Exchange of personnel
Institut für Germanistik Universität Giessen Germany (Europe)
- Exchange of personnel

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
PUNKT 1 – Personelle Unterschiede bei der Verwendung von Kohasionsmitteln in Texten Talk given at a conference Kognition und Schreibentwicklung 06.12.2019 Freie Universität Bozen, Italy Schmidlin Regula;
Internationale Nachwuchstagung (CSF Workshop – GAL Research School) „Variation(slinguistik) trifft Text(linguistik)“ Talk given at a conference Zur Schriftsprachkompetenz sprachstarker und sprachschwacher Kinder 22.03.2017 Ascona, Switzerland Schaller Pascale;
CUSO-Forschungskolloquium 2016 Talk given at a conference Zur Schrift- und Metasprachkompetenz von sprachstarken und sprachschwachen Kindern – ausgewählte Ergebnisse aus einem SNF-Projekt 20.05.2016 Universität Freiburg, Switzerland Schaller Pascale;
CUSO-Forschungskolloquium 2015 Talk given at a conference Die Validität des CT-D 4 22.05.2015 Universität Freiburg, Switzerland Schaller Pascale;
Treffpunkt Logopädie Universität Basel Poster Diagnostik von Schreibschwierigkeiten - ein interdisziplinäres Projekt. Mit Julia Winkes 24.04.2015 Universität Basel, Switzerland Schaller Pascale;
Studientag Vals-Asla 2015: Inter- und transdisziplinäre Zugänge zum Schriftspracherwerb Talk given at a conference Konstruktionen zwischen Schreibprodukt, Schreibprozess und Sprachwissen 05.02.2015 Universität Freiburg, Switzerland Schaller Pascale; Schmidlin Regula;
20. Symposion Deutschdidaktik. Normen – Erwartungsmuster zwischen Orientierung und Begrenzung Talk given at a conference Zur Rolle des Sprachwissens beim Schreiben 07.09.2014 Universität Basel, Switzerland Schaller Pascale;
CUSO Forschungskolloquium 2014 Talk given at a conference Konstruktionen und Prozeduren im Schriftspracherwerb 16.05.2014 Universität Freiburg, Switzerland Schaller Pascale;
CUSO-Workshop: Arbeitstagung "Schreiben und Schriftlichkeitserwerb" Talk given at a conference Das Projekt Textproduktionsspezifische Schriftsprachentwicklung bei Kindern und Jugendlichen. Stand der Arbeit, offene Fragen 03.09.2012 Universität Freiburg, Switzerland Schaller Pascale; Schmidlin Regula;


Self-organised

Title Date Place
Studientag Vals-Asla 2015: Inter- und transdisziplinäre Zugänge zum Schriftspracherwerb 05.02.2015 Freiburg, Switzerland
CUSO-Workshop: Arbeitstagung "Schreiben und Schriftlichkeitserwerb" 03.09.2012 Freiburg, Switzerland

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: print media, online media Philosophische Fakultät: Portraits einzelner Projekte Jahresbericht Universität Freiburg 2015 Western Switzerland 2016

Awards

Title Year
Vigener-Preis Mit den 1908 gestifteten Joseph-Vigener-Preisen, die mit 2000 Franken dotiert sind, werden herausragende Diplom-, Master- oder Doktorarbeiten ausgezeichnet. 2017

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
177643 Konstruktion von Sprache und Sprachwissen. Eine empirische Studie zur Schriftsprachaneignung sprachstarker und sprachschwacher Kinder 01.12.2017 Publication grants

Abstract

Betriebe und Hochschulen beklagen gravierende Mängel an der Schreibkompetenz von Schülerinnen und Schülern nach dem Abschluss ihrer schulischen Laufbahn. Auf diese Einschätzung ist bereits mit vielfältigen sprachwissenschaftlichen Untersuchungen didaktischer Ausrichtung reagiert worden. In zahlreichen textproduktorientierten Arbeiten wird der Grad beschrieben, zu welchem Schülerinnen und Schüler Erwartungen an Textnormen erfüllen und unter welchen unterrichtlichen und sozialen Bedingungen die literale Entwicklung gefördert werden kann. Die Untersuchung des Schreibprozesses selbst und des Einflusses von Planungs- und Überarbeitungsaktivitäten auf das Schreibprodukt bleibt jedoch nach wie vor ein Desiderat. Zwar hat die psychologisch orientierte, v.a. angelsächsische Schreibprozessforschung, welche das Schreiben als Problemlöseprozess auf mehreren kognitiven Ebenen konzeptualisiert, der schulischen Schreibforschung Impulse gegeben. Sie ist jedoch auf hochkompetente Schreibende ausgerichtet und hat schwache empirische Bezüge. In der geplanten Studie werden deshalb Verfahren erprobt, um Schreibprozesse von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I und die Versprachlichung dieser Prozesse zu erfassen und zu typisieren. Dabei wird der textproduktionsorientierte mit dem textproduktorientierten Forschungsansatz verbunden. Anhand von Analysen eines neu zu erstellenden Textkorpus wird aufgezeigt, an welchen linguistischen Merkmalen sich die Entwicklung der konzeptionellen Schriftlichkeit manifestiert, deren Ausbildung das Ziel des Schreibunterrichts auf der Sekundarstufe darstellt - dies in Abhängigkeit von den Planungs- und Überarbeitungsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler, in Abhängigkeit von metasprachlichen Aktivitäten, wie sie sich beispielsweise in Schreibkonferenzen unter Peers zeigen, und in Abhängigkeit ausgewählter Sozialvariablen. In Bezug auf die linguistischen Variablen soll das Augenmerk auf lexikalische Einheiten gelegt werden, die eine Hebelwirkung für syntaktische Komplexität und semantische Differenzierung haben können, so zum Beispiel multivalente Verben, sprechaktbezeichnende Verben, Phraseologismen sowie Konnektoren, die spezifische kognitive Relationen ausdrücken. Da die Schreibentwicklung einerseits als gesteuerter Erwerb kulturspezifischer Konventionen, andererseits als kognitive Entwicklung betrachtet werden kann, werden zwei verschiedene Textsorten erhoben, zum einen eine argumentative Textsorte mit sprachlichem Input und vorgegebenen Zielen bei der Aufgabenstellung, zum anderen eine narrative Aufgabe mit visuellem Input, der in stärkerem Mass einen generierten (als einen reproduzierten) Text erwarten lässt. Bei der argumentativen Textsorte interessieren insbesondere die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme und die Frage, an welchen lexikalischen Einheiten sich die Adressatenorientierung manifestiert. Es soll also bei der Herausbildung der konzeptionellen Schriftlichkeit nicht von einer grammatischen Struktur einerseits und einer Lexik und Semantik andererseits ausgegangen werden, sondern von einer lexikalisch basierten Grammatik, die sich als Summe von Konstruktionen beschreiben lässt; in theoretischer Sicht wird überprüft, inwiefern sich konstruktionsgrammatische Ansätze zur Beschreibung der Textentwicklung eignen.
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