Project

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Textualität und Textkonstitution - Neue Untersuchungen zur Theorie und Empirie der Textualitätsmerkmale (Fortsetzungsantrag)

English title Textuality and the constitution of text - Theoretical and empirical analyses towards criteria of textuality (follow-up application)
Applicant Hausendorf Heiko
Number 137948
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Linguistische Abteilung Deutsches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline German and English languages and literature
Start/End 01.11.2011 - 31.10.2012
Approved amount 54'567.00
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All Disciplines (3)

Discipline
German and English languages and literature
Sociology
Communication sciences

Keywords (4)

text; textuality; textualization cues; readability

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Ziele

 

Was immer uns in unserem kommunikativen Alltag als ein lesbares Etwas erscheinen mag – ein Buch, ein Zeitungsartikel, ein Brief, eine Aufschrift, eine Internetseite, ein Graffiti auf einer Häuserwand –, steht nicht von vornherein fest, sondern ist in seiner vermeintlichen Natürlichkeit durch und durch gemacht. Beim Lesen nehmen wir ein solches Geschriebenes wie selbstverständlich als eine natürliche Lektüreeinheit und in diesem Sinn als Text wahr. Dies ist die Leistung der Textualitätshinweise. Die Rekonstruktion dieser Textualitätshinweise und ihre Systematisierung war das Hauptziel des Projekts, das im Herbst 2011 abgeschlossen wurde und an welches dieses aktuelle Projekt anschliesst.

 

Es ist seine schriftsprachliche Natur, aufgrund derer uns der Text dazu anleitet, die Spur nach Textualitätshinweisen aufzunehmen und diese während des Lesens auszuwerten und dabei wie selbstverständlich so etwas wie einen „Text“ zu erzeugen. Aber ein Text ist zwangsläufig mehr als nur Sprache: Um lesbar zu werden, muss Sprache in Texten in irgendeiner Weise Gestalt annehmen, sie muss als Schrift sinnlich wahrnehmbar werden. Und sie muss dem Leser, um lesbar zu werden, als konkrete Einzelsprache vertraut sein. Ebenfalls vertraut muss uns bei vielen Texten die konkrete Art und Weise seines wahrnehmbaren Aussehens sein: Ein Brief, ein Graffiti, ein Zugbillet – alle diese Texte sind als solche bereits erkennbar, auch wenn man noch kein einziges Wort gelesen hat. Wir können in diesem Sinne davon ausgehen, dass neben Sprachlichkeit auch Wahrnehmbarkeit und Vertrautheit wichtige grundlegende Ressourcen – wir nennen sie Textualitätsquellen – sind, aus denen wir beim Lesen schöpfen können, wenn wir Textualitätshinweisen folgen.

 

Das (Folge-)Projekt setzt sich zum Ziel, die detailreichen Verschränkungen zwischen den drei Textualiätsquellen und den verschiedenen Textualitätshinweisen herauszuarbeiten, um so einerseits die Unterschiede und Parallelen zu bisherigen textlinguistischen Modellen aufzeigen zu können und andererseits die Wichtigkeit nicht-sprachlicher Faktoren bei der Lektüre eines jeglichen Textes genauer zu beleuchten. Daneben werden wir der Frage nachgehen, ob Textualität im Hinblick auf Lesbarkeit verallgemeinert werden kann: ob die Textualitätshinweise nicht immer auch Lesbarkeitshinweise sind, mithilfe derer die schriftbasierte Kommunikation zustandekommt.

 

 

Kontext und Bedeutung

Die wissenschaftliche Bedeutung des Projekts liegt in der empirischen und methodolgischen Neubelebung des für die Textlinguistik zentralen Konzeptes der Textualität. Während die bisher geleistete und im Herbst 2011 abgeschlossene Arbeit an der Systematisierung der Textualitätshinweise auch einen wesentlichen Beitrag zur Lehr- und Lernbarkeit textlinguistischer Analyse bedeutete, zielt die aktuelle Beschreibung der Textualitätsquellen und ihrer Verschränkung zu den Textualitätshinweisen in erster Linie auf die theoretische Verortung und Verankerung im textlinguistischen Forschungskontext. Textualität soll als Lesbarkeit profiliert werden.

 

 

Wissenschaftlicher Rahmen und Methodologie

Den wissenschaftlichen Rahmen des Vorhabens liefert die Textlinguistik, für die das Nachdenken über Texthaftigkeit/Textualität von Anbeginn im Zentrum steht. Das neue integrative Konzept stellt die Eruierung von Textualitätshinweisen in den Mittelpunkt der textlinguistischen Arbeit und soll einen wichtigen Beitrag zur Neubestimmung eines auf Textualitätskriterien beruhenden Text-Begriffes leisten.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Die Lesbarkeit des Textes und die Benutzbarkeit der Architektur. Text- und interaktionslinguistische Überlegungen zur Raumanalyse
Hausendorf Heiko, Kesselheim Wolfgang (2016), Die Lesbarkeit des Textes und die Benutzbarkeit der Architektur. Text- und interaktionslinguistische Überlegungen zur Raumanalyse, in Hausendorf Heiko (ed.), Narr, Tübingen, 55-85.
Hänsel und Gretel. Konstruktion und Rezeption von Orientierungshinweisen im Spielraum.
Kato Hiloko, Bauer René (2016), Hänsel und Gretel. Konstruktion und Rezeption von Orientierungshinweisen im Spielraum., in Hennig Martin et al. (ed.), Werner Hülsbusch Verlag, Boizenburg, 308-330.
Textdeixis
Kesselheim Wolfgang (2016), Textdeixis, in Habermann Mechthild (ed.), de Gruyter, Berlin, ohne-ohne.
Warum der Text ein lesbares Etwas ist. Überlegungen zu Lesbarkeit als Bedingung schriftsprachlicher Kommunikation.
Hausendorf Heiko (2016), Warum der Text ein lesbares Etwas ist. Überlegungen zu Lesbarkeit als Bedingung schriftsprachlicher Kommunikation., in Wagner Franc (ed.), Schwabe, Basel, 23-54.
Vergessen gegangene Materialität. Inszenierungen des Buchs als Buch in Jörg Müllers "Das Buch im Buch im Buch".
Kato Hiloko (2015), Vergessen gegangene Materialität. Inszenierungen des Buchs als Buch in Jörg Müllers "Das Buch im Buch im Buch"., in Interjuli - Internationale Kinder- und Jugendliteraturforschung, 2(2), 6-24.
Zur Untersuchung von Textnormen
Kesselheim Wolfgang (2015), Zur Untersuchung von Textnormen, in Bulletin suisse de linguistique appliquée, 4, 103-122.
'A new generation of pop-up books': Alice for the iPad und die Bedeutung von Materialität und medialer Technik für den Textsortenwandel
Kato Hiloko (2014), 'A new generation of pop-up books': Alice for the iPad und die Bedeutung von Materialität und medialer Technik für den Textsortenwandel, in Hauser Stefan, Kleinberger Ulla, Roth Kersten (ed.), Peter Lang, Bern, 183-206.
Für besondere Momente im Alltag. Eine textlinguistische Analyse von Fine Food Texten in Schweizer Supermärkten.
Kato Hiloko, Für besondere Momente im Alltag. Eine textlinguistische Analyse von Fine Food Texten in Schweizer Supermärkten., in Dingeldein Hannah / Gredel Eva (ed.), LIT-Verlag, Münster.
Versehren, Verschandeln und Bekritzeln. Tabu(brüche) an den Rändern von Texten.
Kato Hiloko, Versehren, Verschandeln und Bekritzeln. Tabu(brüche) an den Rändern von Texten., in Kodikas / Code - Ars Semeiotica: An International Journal of Semiotics.
Zur Analyse von Normbezügen in Texten
Kesselheim Wolfgang, Zur Analyse von Normbezügen in Texten, in Christopher Sabine (ed.), Peter Lang, Frankfurt am Main, ohne-ohne.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Prof. A. Linke, Prof. Chr. Dürscheid, Prof. Dr. E. Glaser, Deutsches Seminar der Uni Zürich, Switzerland (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Arbeitsbereich Prof. U. Fix, Uni Leipzig Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
Arbeitsbereich Prof. Dr. E. Gülich / Prof. B. Job, Prof. T. Sutter, Uni Bielefeld Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Spielzeichen II – Raumspiele / Spielräume Talk given at a conference Der Spektakuläre Raum – Herausforderung für Leitsysteme 09.12.2016 Passau, Germany Kato Hiloko;
Jahrestagung der Schweizerischen Akademischen Gesellschaft für Germanistik (SAGG) Talk given at a conference Das Museum - ein Text? 26.11.2016 Zürich, Switzerland Kesselheim Wolfgang;
gameZ&ruleZ Conference 2016 Talk given at a conference Guiding Principles – Key Elements of Motivational Design? 04.11.2016 Zürich, Switzerland Kato Hiloko;
GAL (Gesellschaft für Angewandte Linguistik) -Jahrestagung. Universität Koblenz Talk given at a conference Annoncen an Schwarzen Brettern: Mikrostrukturell, mesostrukturell, makrostrukturell – welche Perspektive braucht die Textsortenlinguistik? 28.09.2016 Koblenz, Germany Kesselheim Wolfgang;
Spielzeichen – Theorien, Analysen, Praktiken des zeitgenossischen Computerspiels Talk given at a conference Hänsel und Gretel: Konstruktion und Rezeption von Orientierungshinweisen im Spielraum 05.12.2014 Passau, Germany Kato Hiloko;
FACT 2014: Food and Culture in Translation Talk given at a conference Fine Food, Selection, Premium. Linguistic Approach to Textual Strategies in Supermarket Fine Foods Products 22.05.2014 Bertinoro (Forlì), Italy Kato Hiloko;
Jahrestagung der Vereinigung Angewandte Linguistik Schweiz (VALS-ASLA) Talk given at a conference Textnormen und Textmuster 12.02.2014 Lugano, Switzerland Kesselheim Wolfgang;


Knowledge transfer events



Self-organised

Title Date Place
Gute Texte, schlechte Texte. Eine textlinguistische Werkstatt zur Beurteilung von Te 02.11.2016 Zürich, Switzerland
Gute Texte, schlechte Texte. Eine textlinguistische Werkstatt zur Beurteilung von Te 28.03.2014 Zürich, Switzerland
Gute Texte, schlechte Texte. Eine textlinguistische Werkstatt zur Beurteilung von Te 12.04.2013 Zürich, Switzerland

Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Media relations: radio, television Musik für einen Gast SRF 2 German-speaking Switzerland 2014
Media relations: radio, television Ansichtskarten im Gespräch SRF 1 German-speaking Switzerland 2013

Awards

Title Year
Lehrpreis der Universität Zürich - Credit Swisse Award für Best Teaching 2014

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
120691 Textualität und Textkonstitution - Neue Untersuchungen zur Theorie und Empirie der Textualitätsmerkmale 01.10.2008 Project funding (Div. I-III)

Abstract

Die Bedeutung der Forschungsarbeit liegt - wie im Erstantrag beschrieben - in der Neubelebung des für die Textlinguistik zentralen Konzeptes der Textualität. Diese Neukonzeption hat sich für den Bereich der Textualitätshinweise und -merkmale bewährt, wie aus den im projektierten Zeitraum geleisteten empirischen Analysen wie auch aus der intensiven theoretischen Auseinandersetzung hervorgeht (vgl. 2.1. Forschungsstand des Projektes). Die empirischen Arbeiten an den Textualitätshinweisen und den Textualitätsmerkmalen werden im Projektzeitraum wie vorgesehen abgeschlossen werden können (vgl. dazu auch unseren letzten Projektbericht). Im Laufe der Projektarbeit hat sich aber gezeigt, dass die Fundierung der Textualitätshinweise und -merkmale auf den drei Textualitätsquellen - also den Ressourcen, aufgrund derer ein Text überhaupt lesbar wird - noch weitreichender untersucht werden muss. Dies insbesondere, da die Verschränkungen zwischen Hinweisen/Merkmalen und Quellen grundlegende Einsichten liefern bezüglich der Bedingungen des schriftsprachlichen Kommunizierens (s. I Theorie unter 2.2.), bezüglich des textlinguistischen Forschungsdesiderates von Sinnlich-Wahrnehmbarem (s. II Empirie unter 2.2.) und bezüglich der Integration von (vermeintlich ‹textexternen›) Inferenzen (s. III Methodologie unter 2.2.). Der Forschungsplan für die Verlängerung sieht daher eine eigene intensivierte Phase für jede der drei Textualitätsquellen Sprachlichkeit, Wahrnehmbarkeit und Vertrautheit vor. Innerhalb dieser Phasen kann auf die in der Projektarbeit geleisteten empirischen Arbeiten zurückgegriffen werden. Die Projektpublikation, welche für das Ende der projektierten Laufzeit vorgesehen war, muss unter diesen Umständen an das Ende der Verlängerungszeit verschoben werden. Mit der Projektverlängerung wird zudem die Dissertation von Hiloko Kato als erweiternder Beitrag zum Punkt der Wahrnehmbarkeit fertig gestellt werden können (s. IV Dissertation unter 2.2.).
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