Project

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Die polykulturelle Schweiz am Beispiel der Schauspielausbildung

English title Switzerlands national acting training programs as multicultural identity
Applicant Rey Anton
Number 136843
Funding scheme DORE project funding
Research institution Institute for the Performing Arts and Film Departement Darstellende Künste und Film Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
Institution of higher education Zurich University of the Arts - ZHdK
Main discipline Music, Theatre
Start/End 01.01.2012 - 30.06.2014
Approved amount 190'010.00
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Keywords (6)

Theatre; Acting; Education; Cultural Mobility; Diversity of Swiss Culture; Artistic Research

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Die polykulturelle Schweiz am Beispiel der Schauspielausbildung

Trotz der besonderen Nähe von vier Kulturgebieten innerhalb der helvetischen Grenzen wird der theatrale Rösti- und Polentagraben selten überwunden – man orientiert sich im Bereich Theater weitestgehend am gleichsprachigen Ausland und nicht an anderen schweizerischen Kulturgebieten. Das Projekt „Die polykulturelle Schweiz am Beispiel der Schauspielausbildung“ untersucht diese besondere Situation an den vier Fachhochschulen Zürcher Hochschule der Künste, Hochschule der Künste Bern, La Manufacture Lausanne, Scuola Teatro Dimitri Verscio. Ausgehend von der Frage, ob sich die Einflüsse der jeweiligen Kulturgebiete als Differenzen unter den vier Ausbildungsstätten ausweisen lassen oder ob Gemeinsamkeiten und Unterschiede allein in der global-multikulturell ausgerichteten Theaterwelt begründet liegen, werden Faktoren in der Vermittlung darstellerischer Fähigkeiten untersucht, die über die Differenz der langue hinausgehen, beispielsweise Mimik, Gestik, der Gebrauch der Stimme oder der Umgang zwischen Dozierenden und Studierenden. Die Ausbildung von Schauspielerinnen und Schauspielern ist als Untersuchungsgegenstand besonders geeignet, weil hier in hohem Mass kulturelle Inhalte vermittelt werden und über Kultur reflektiert wird. Der Schauspieler ist – so die Hypothese – potentieller Vermittler und Transformierer von Kultur.

Im Zentrum des Projekts „Die polykulturelle Schweiz am Beispiel der Schauspielausbildung“ steht die konkrete Unterrichtssituation an den vier Fachhochschulen in Zürich, Bern, Lausanne und Verscio. Basis der Untersuchung bilden Unterrichtsbeobachtungen, insbesondere per Videoaufzeichnung gesammelte empirische Daten, die nach Bottom-Up-Prinzipien und unter Bezugnahme auf Parameter aus der Aufführungsanalyse und der pädagogischen Forschung analysiert werden. Dabei dienen die Beobachtungsprotokolle sowie die Videoaufzeichnungen in erster Linie zur Fixierung des transitorischen Schauspielunterrichts. Weitere Quellen wie zum Beispiel Befragungen der an den Unterrichtssequenzen beteiligten Personen vervollständigen das Datenmaterial. Die Forschungsarbeit geht explizit nicht von methodischen Schauspieltheorien aus, sondern stellt das konkrete Praxisbeispiel ins Zentrum und unternimmt während der Unterrichtsbeobachtung und deren Analyse laufend Schritte einer Theoriebildung (Grounded Theory). Für alle Analyseschritte bedeutsam ist die Kontextualisierung der einzelnen Ergebnisse innerhalb verschiedener Systeme, zum Beispiel in pädagogischer oder ästhetischer Hinsicht. Gefragt wird auch, welche Rolle die Globalisierung der Theaterwelt spielt und wie sich die Konzepte des Cultural Heritage und der Cultural Mobility darin spiegeln.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Project partner



Corporate bodies

Name Address
Oertli-Stiftung Oertli-Stiftung Seestrasse 279 8038 CH-Zürich
Bundesamt für Kultur Sektion Kunst und Design Bundesamt für Kultur Sektion Kunst und Design Hallwylstrasse 15 3003 CH-Bern

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Presenting the Theatrical Past Talk given at a conference My Body – My Tradition? Movement at the Drama School 14.06.2016 Stockholm University, Sweden Strickler Pia;
Wissenschaftsethik in den Kulturwissenschaften Talk given at a conference Der Schauspielunterricht auf der Festplatte. "Forschung am Menschen" mit der Videokamera 27.11.2015 Universität Bern, Switzerland Strickler Pia;
ME MYSELF & AVATAR Individual talk Komparatistik in der Schauspielausbildung 21.10.2015 Zürcher Hochschule der Künste, Switzerland Strickler Pia;
Die Kamera läuft mit – Dokumentation theatraler Arbeit Individual talk Unterricht vor der Linse. Mit der Kamera im Lernraum Theater 20.03.2014 Zürich, Switzerland Strickler Pia; Grange Pascale; Rey Anton;
Tag der Forschung Poster Die polykulturelle Schweiz am Beispiel der Schauspielausbildung 30.01.2014 Zürich, Switzerland Rey Anton; Grange Pascale; Strickler Pia;
International Platform for Performers Training Talk given at a conference Actor Training as an Example of Polycultural Switzerland 10.01.2014 Helsinki, Finland Rey Anton;
Forschungsworkshop Master Campus Theater CH Talk given at a conference Die polykulturelle Schweiz am Beispiel der Schauspielausbildung 22.10.2013 Hochschule der Künste, Bern, Switzerland Strickler Pia;
Actors versus Acting Individual talk Actors versus Acting in Contemporary European Theatre Education 01.10.2013 Penghoa Theatre, Shanghai, China Rey Anton;
body matters!? Körperkonzepte in (der) Theater und Tanz und Film(ausbildung) Individual talk What Can You See? – Schauspielausbildung in einem mehrsprachigen Land 01.03.2012 Zürcher Hochschule der Künste, Schweiz, Switzerland Strickler Pia; Grange Pascale;


Self-organised

Title Date Place

Knowledge transfer events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
ME MYSELF & AVATAR Workshop 21.10.2015 Zürcher Hochschule der Künste, Switzerland
Tag der Forschung Poster 30.01.2014 Zürcher Hochschule der Künste, Switzerland


Communication with the public

Communication Title Media Place Year

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
153366 Reenactment. Sondierungen zu einem theatralen Konzept 01.08.2014 Project funding (Div. I-III)
131244 "Wirkungsmaschine" Schauspieler - Vom Menschendarsteller zum multifunktionalen Spielmacher 01.04.2010 DORE conferences
139420 Evaluationskriterien und -verfahren in der Künstlerischen Forschung am Beispiel der Performativen Künste 01.02.2012 International short research visits

Abstract

Die Schweiz ist ein Sonderfall: ein Land, in dem vier Sprachkulturen existieren. Diese Vielfalt ist ein die schweizerische Identität konstituierendes Phänomen und führt dazu, dass Fachhochschulausbildungen in drei verschiedenen Kulturgebieten angeboten werden. Das Projekt „Die polykulturelle Schweiz am Beispiel der Schauspielausbildung“ nimmt den Schauspieler in der Ausbildungssituation in den Fokus und untersucht anhand von Unterrichtsbeobachtungen Unterschiede und Gemeinsamkeiten unter den in der Schweiz angebotenen Fachhochschullehrgängen für Schauspiel.Die besondere Nähe der verschiedenen Kulturgebiete zeichnet die Schauspielausbildung in der Schweiz aus. Dennoch werden der „Röschti“- und der „Polentagraben“ selten überwunden; man orientiert sich weitestgehend am gleichsprachigen Ausland und nicht an anderen schweizerischen Kulturgebieten. Am Beispiel der Schauspielausbildung an den vier Fachhochschulen Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), Hochschule der Künste Bern (HKB), der Manufacture - Haute Ecole de Théâtre de Suisse romande, Lausanne (HETSR), und der Scuola Teatro Dimitri, Verscio (STD), fragt das vom Institute for the Performing Arts and Film (ipf) der ZHdK initiierte Forschungsvorhaben nach Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen den drei grössten schweizerischen Sprach- und Kulturgebieten. Ausgegangen wird von einer praxisorientierten Kulturdefinition. Damit soll ermöglicht werden, die Praxis des Schauspielunterrichts in den drei Sprachregionen zu vergleichen, beziehungsweise zu unterscheiden. Die Ausbildung von Schauspielerinnen und Schauspielern ist als Beispiel für die Untersuchung besonders geeignet, weil hier in hohem Mass Kultur gelehrt und über Kultur reflektiert wird. Der Schauspieler ist - so die Hypothese - potentieller Vermittler und Transformierer von Kultur. Er verkörpert Konstruktion und Dekonstruktion von kulturellen Werten ebenso, wie er Strategien kultureller Vermittlung zur Schau stellt. Mit der Wahl dieses Untersuchungsrahmens fokussiert das Projekt auf den Menschen in seinem kulturellen Umfeld, der verstrickt ist in „selbstgesponnene Bedeutungsgewebe“ (C. Geertz). Die Leitfragen des Forschungsprojekts sind:Wie werden die Grundfächer der Schauspielkunst an den vier Schauspielschulen gelehrt?Welche Gemeinsamkeiten, Unterschiede oder Eigenarten weisen die vier Schauspielausbildungen auf?Welchen Stellenwert haben unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen innerhalb der Schauspielausbildung in den verschiedenen Kulturgebieten?Welche kulturellen und ästhetischen Werte werden im Prozess der Schauspielausbildung vermittelt?Werden Besonderheiten der kulturspezifischen Theatertraditionen im Rahmen des Unterrichts ersichtlich? Falls ja - welche?Im Zentrum des methodischen Vorgehens stehen die Praxissituationen im Rahmen des Schauspielunterrichts. Je drei Grundaufgaben in den Fächern Stimme/Sprechen, Körpertechnik/Bewegung und Szene/Improvisation werden an den Schulen unterrichtet, dokumentiert und in Kooperation mit Expertinnen und Experten verschiedener Wissenschaftszweige analysiert. Interviews mit Lehrpersonen und Studierenden ergänzen das Datenmaterial. Zu erwarten sind Forschungsresultate, die dem Verständnis kulturbedingter Besonderheiten und Gemeinsamkeiten sowie interkultureller Bezüge in der Schauspielausbildung ebenso wie in einer breit verstandenen kulturellen Praxis in der Schweiz dienen. Als Abschluss des Projekts ist eine dreisprachige Publikation in Buch- und DVD-Form geplant.
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