Projekt

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Disembodied Voice (Stimme/Körper/Technik)

Titel Englisch disembodied voice
Gesuchsteller/in Rey Anton
Nummer 135120
Förderungsinstrument Projektförderung (spezial)
Forschungseinrichtung Institute for the Performing Arts and Film Departement Darstellende Künste und Film Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
Hochschule Zürcher Hochschule der Künste - ZHdK
Hauptdisziplin Musik und Theater
Beginn/Ende 01.05.2011 - 31.08.2012
Bewilligter Betrag 192'249.00
Alle Daten anzeigen

Keywords (8)

Performance, Theatre, Sound Technology, Human Voice, Interaction, Perceptual Audio Evaluation, Feature Extraction, Ambisonics

Lay Summary (Deutsch)

Lead
Lay summary

Das Projekt "Disembodied Voice. Stimme/Körper/Technik" untersucht Phänomene der technischen Stimmenmanipulation und deren Einsatzmöglichkeiten im Theater. Das Potential der elektroakustischen Stimmentransformation in Echtzeit und der dreidimensionalen Klangprojektion mit Ambisonics (s. ICST) wird in unterschiedlichen Laborsituationen auf seine bühnenpraktische Anwendung hin erforscht. Der experimentelle Prozess, die Arbeit mit SprecherInnen und die Anpassung der Software, sowie eine Modellinszenierung als Resultat werden gleichermassen dokumentiert und analysiert (Produktionsblog).

Im interdisziplinären Zusammenspiel von Theaterwissenschaft, Soundtechnologie und Theaterpraxis werden Einsatzmöglichkeiten und Wirksamkeiten der mediatisierten Stimme in Bezug auf Akteur, Zuschauer und Theaterraum geprüft. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Wirkung der Stimmenmanipulation auf den Akteur selbst, sowie auf das Potential von spezifischen Stimmmerkmalen für Gestaltung, Interaktion und Klangtransformation im Kontext des Sprechtheaters.

Als Ergebnisse werden neue Erkenntnisse hinsichtlich der Stimme im Diskurs von Performativität und Intermedialität (Theaterwissenschaft), ein erweitertes Ausdrucksspektrum und weiterentwickelte Klangprojektionstechniken, neue Erkenntnisse und Methoden zur Merkmalsextraktion der Stimme sowie Auswirkungen auf Hochschullehre und Theaterpraxis erwartet. Mittels Workshops und einer Tagung werden Studierende sowie Dozierende, Praxisexperten und Wissenschaftler in die Laborsituation des Forschungsprojekts miteinbezogen. Ein Regie-Workshop am Ende bietet ausserdem drei weiteren Regisseuren Gelegenheit, mit dem spezifischen technischen Setting Gegensetzungen zur Modellinszenierung zu liefern.

Die Forschungsergebnisse werden in einer multimedialen Publikation innerhalb der Reihe subTexte sowie in Fachorganen und Ausbildungsberichten veröffentlicht.

Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 21.02.2013

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Projektpartner

Zusammenarbeit

Gruppe / Person Land
Felder der Zusammenarbeit
Prof. Dr. Doris Kolesch (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Austausch von Mitarbeitern
Schauspielhaus Zürich (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Austausch von Mitarbeitern
Opernhaus Zürich (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Austausch von Mitarbeitern

Wissenschaftliche Veranstaltungen



Selber organisiert

Titel Datum Ort
Disembodied Voice. Theater im elektroakustischen Raum 01.06.2012 Zürich

Kommunikation mit der Öffentlichkeit

Kommunikation Titel Medien Ort Jahr
Medienarbeit: Printmedien, Online-Medien Voice Lab Expanded. Stimmen im elektroakustischen Raum ZETT. Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste Deutschschweiz 2012
Medienarbeit: Printmedien, Online-Medien Die Innenwelt der Aussenwelt der Stimme. Entkörperlichte Stimmen: ein Forschungsprojekt ZETT. Das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste Deutschschweiz 2011

Verbundene Projekte

Nummer Titel Start Förderungsinstrument
109849 Interactive Swarm Orchestra 01.08.2006 Projektförderung (spezial)
117864 Brennpunkt Theater mit nicht professionellen Darsteller/innen 01.03.2008 Projektförderung (spezial)
166416 Actor and Avatar 01.07.2016 Interdisziplinäre Projekte
133001 Towards an alliance between performing arts and scientific research 01.01.2012 Sinergia
153366 Reenactment. Sondierungen zu einem theatralen Konzept 01.08.2014 Projektförderung (Abt. I-III)
139420 Evaluationskriterien und -verfahren in der Künstlerischen Forschung am Beispiel der Performativen Künste 01.02.2012 Internationale Kurzaufenthalte
158030 Disembodied Voice 01.02.2015 Publikationsbeiträge

Abstract

Zusammenfassung des Forschungsplanes Das Projekt „Disembodied Voice (Stimme/Körper/Technik)“ untersucht Phänomene der technischen Manipulation der Stimme und deren Nutzbarmachung für das Theater. In einem Experimentierraum von 16 Monaten wird das Potential der elektroakustischen Transformation der Stimme in Echtzeit (Li-ve-Elektronik) und der dreidimensionalen Klangprojektion mit Ambisonics für die praktische Anwendung im Theater systematisch erforscht und am Beispiel einer Modellinszenierung exemplifiziert. Das Forscherteam geht davon aus, dass sich die Bedingungen und das Selbstverständnis von Stimme als einem performativen Element durch moderne Technologien und Medien für ein Theater im 21. Jahrhundert grundlegend ändern und eine neue Auseinandersetzung erfordern. Mit der interdis-ziplinären Vernetzung von Theaterwissenschaft, Soundtechnologie und Theaterpraxis kann das For-schungsvorhaben dazu einen wesentlichen Beitrag leisten, indem Techniken und Tools (Soft- und Hardware) neu- und weiterentwickelt und ihre Einsatzmöglichkeiten und Wirksamkeiten in Bezug auf Akteur, Zuschauer und Theaterraum evaluiert werden. Aufbauend auf angewandte Sprechtechniken mit elektroakustischer Verstärkung und einen systemati-sierten Satz von Klangtransformationsmöglichkeiten befragt das Vorhaben a) die Wirkung der Stimmwendungen auf den Akteur selbst (Selbstverhältnis) b) das Potential von spezifischen Stimmmerkmalen im Kontext von Sprechtheater für Gestaltung, In-teraktion und Klangtransformation Darüber hinaus werden Erkenntnisse erhofft in Hinblick auf die Tauglichkeit von Klangprojektion mit Ambisonics im Theater (Immersion, Sonosphäre). Es werden Techniken der Dokumentation und Diskussion eingesetzt, die eine differenzierte Reflexion des Projektprozesses erlauben. Als Ergebnisse erwarten wir - neue Erkenntnisse für die Theaterwissenschaft zur Frage, welche Art Theatralität entsteht, wenn der physisch präsente Körper des Schauspielers „durch einen Tanz seiner multiplen Stimmkörper“ (Helga Finter) vervielfältigt, disloziert oder absentiert wird - ein erweitertes Ausdrucksspektrum und Klangprojektionstechniken für die Aufführungspraxis (Zu-sammenspiel Regie, Akteure, KomponistInnen) - eine Ausstrahlung in die Praxis von Musik- und Sprechtheater (postdramatisches und performatives Theater, experimentelles Musiktheater, Oper) - neue Erkenntnisse und Methoden zur Merkmalextraktion der Stimme und zur Anwendung von drei-dimensionalen Klangprojektionssystemen im Theater - neue Module für die Tonmeister-, Komponisten- und Schauspielausbildung an Fachhochschulen Nach einer Vorbereitungs- und Entwicklungszeit wird in einer ersten Testphase mit Schauspielstudierenden in mehreren Sessions und mit verschiedenen Settings innerhalb festgelegter Kategorien von Klangtransformation (zeitliche Struktur, Raumposition, Raumqualität, Lautstärke, Interaktion) und mit verschiedenen Mikrophonierungs- und Beschallungsstrategien experimentiert. Das Ziel dabei ist, rele-vante Methoden der Klangtransformation zu ermitteln und als Grundlage für die nächsten Testreihen zu nehmen. Die zweite Testphase startet mit einem bereits adaptierten Soft- und Hardwarepaket und einer definierten Methodologie zur Evaluierung von Sprachwahrnehmung. Das Testdesign ist weitge-hend festgelegt und die Probanden (Schauspieler) durchlaufen 5 Testreihen in einem standardisierten Testprotokoll mit verschiedenen Settings. Die Eindrücke der Probanden werden in einem Produkti-onsblog gesammelt und von der Projektleitung ausgewertet. Anschliessend wird auf der Grundlage der Auswertung beider Testphasen in einem Workshop die Vermittlung an Studierende der Hochschule (ZHdK) erprobt. Gespräche mit Experten aus der Schwei-zer Theaterszene, die dokumentiert und ausgewertet werden, diskutieren Fragen der Theaterpraxis (Regie/Dramaturgie, Ton, Schauspieler, Autoren). Experten fungieren hier wie in der folgenden Phase als Zeugen resp. qualifizierte, in den Forschungsprozess miteinbezogene Zuschauer. In Phase 4 wird mit einem wiederum adaptierten Soft- und Hardwarepacket eine Aufführungssituation entwickelt, mit der die Technologien und Hypothesen für die Praxis überprüft werden. Grundlage der Aufführung soll ein zeitgenössischer Text sein, möglicherweise ein solcher von Elfriede Jelinek: Die Sprachkörper ihrer Texte (Textflächen), denen Intermedialität eingeschrieben ist, böten interessante Möglichkeiten der Medientransformation. Experten aus Theorie und Praxis werden als Zuschauer zum Teil der künstlerischen Forschung gemacht. Ein dreitägiger Regie-Workshop beteiligt drei weitere Regisseure, die Ge-gensetzungen zur Modellinszenierung liefern sollen (künstlerische Befragung). Eine während der Auf-führungsserie abgehaltene Tagung verknüpft Fragen der Theaterpraxis und der Theaterwissenschaft. Nach einer Gesamtauswertung wird das Projekt durch eine multimediale Veröffentlichung der Ergeb-nisse innerhalb der Reihe subTexte des ipf, Publikationen in Fachzeitschriften, einem manual für die Ausbildungspraxis, einem technischen Bericht für Tonabteilungen von Theatern, einer frei verfügbaren Software-Library sowie einem Schlussbericht abgeschlossen.