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Die normative Wirkung des Gesundheitsbegriffs von der Revision des Eugenik-Schutzgesetzes 1995 bis zum Gesundheitsförderungsgesetz 2007

Applicant Steineck Raji C.
Number 135056
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Ostasiatisches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Other languages and literature
Start/End 01.04.2012 - 31.03.2015
Approved amount 160'672.00
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All Disciplines (3)

Discipline
Other languages and literature
Philosophy
Sociology

Keywords (5)

health; eugenics; health policy; Japan; discourse analysis

Lay Summary (German)

Lead
Gesundheit ist ein wertvolles menschliches Gut. In fortgeschrittenen Industrienationen wie Japan wandelt sie sich aber auch zu einer Norm, auf die Mitglieder der Gesellschaft verpflichtet und an der sie gemessen werden. Die Festlegung einer Pflicht aller Staatsangehörigen, sich um ihre Gesundheit zu kümmern, im Gesundheitsförderungsgesetz von 2001 ist ein Indiz dafür.
Lay summary

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Wir vollziehen den Wandel des Begriffs "Gesundheit" von dem Inbegriff eines Ziels, das man erstrebt, zum Begriff einer Norm, die einen verpflichtet, für Japan anhand der Entwicklung im Zeitraum von 1995 bis 2001 nach. Dabei untersuchen wir im Einzelnen, wie im Rahmen von zwei Gesetzgebungsprozessen die Akteure über Gesundheit sprechen, und welche Aussagen in die normativen Texte (Gesetze, Erlasse, Ausführungsbestimmungen) eingehen. Das Eugenikgesetz von 1995 stand noch im Kontext des "alten" Gesundheitsbegriffs: die Gesundheit der Bevölkerung war ein Gut, das es zu schützen galt. Im Gesundheitsförderungsgesetz von 2001 wird Gesundheit zu etwas, was man macht. Die Individuen werden damit auf die  Herstellung und Konservierung ihrer Gesundheit verpflichtet. Im Hintergrund steht die Steigerung der Kosten im Gesundheitssystem, die einerseits mit der Alterung der Bevölkerung, andererseits mit der Einführung neuer, aufwendiger medizinischer Technologien einhergehen.

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Das Projekt ist primär diskursanalytisch angelegt. Es will am Beispiel der Entwicklung in Japan zeigen, was unter Umständen auch in Europa an Veränderungen in der Wahrnehmung und Bedeutung von Gesundheit möglich ist.

Direct link to Lay Summary Last update: 11.12.2012

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
Ethics, Morality, Rinri: Notes on the Terminologies and Taxonomies of Doing/Being Good
Raji C. Steineck (2013), Ethics, Morality, Rinri: Notes on the Terminologies and Taxonomies of Doing/Being Good, in Rövekamp Frank, Bosse Friederike (ed.), 11-26.

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Expertentagung Medical Humanities Talk given at a conference Die normative Wirkung des Gesundheitsbegriffs in Japan 26.03.2013 Bern, Switzerland Hüllein Thomas;
EAJS PhD Workshops: 8th PhD Workshop Talk given at a conference The Normative Effects of the Health Concept on Bioethical Expert Debates and Legal Initiatives in Japan 31.05.2012 Newcastle upon Tyne, Great Britain and Northern Ireland Hüllein Thomas;


Communication with the public

Communication Title Media Place Year
Talks/events/exhibitions Scientifica - Zürcher Wissenschaftstage German-speaking Switzerland 2012

Abstract

Das vorliegende Projekt untersucht einen Teilaspekt des Gesundheitsdiskurses in Japan in der Zeit von 1995 bis 2007. Diese Zeitspanne ist begrenzt von zwei Ereignissen, die beide auf juristisch-administrativer Ebene wirksam sind und thematisch einen Wechsel in der Vorstellung davon, was Gesundheit in Japan bedeutet, markieren.Mittels diskursanalytischer Verfahren wird im Rahmen des vorgeschlagenen Projekts ermittelt, wie genau sich der Wandel von der bisherigen Gesundheitsvorstellung, die sich bereits zu Zeiten der Meiji-Reformation in Japan etablierte, zu der aktuellen Gesundheitsvorstellung anbahnte und letztlich vollzog. Exemplarisch werden dazu vor allem die Revision des Mutterschutzgesetzes (vormals Eugenikschutzgesetz) 1995, das von der japanischen Regierung unterstützten Projektes „Gesundes Japan 21“ sowie das Gesundheitsförderungsgesetz aus dem Jahr 2007 analysiert.Im Verlauf des Projektes soll gezeigt werden, wie sich die Vorstellung eines Rechts auf Gesundheit wandelt in die Vorstellung einer Pflicht, auf die eigene Gesundheit zu achten, und sie zu erhalten. DieserUmschwung ist von zentraler Bedeutung für jede führende Industrienation, die sich mit einer enorm überalterten Bevölkerung und den damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Problemen konfrontiertsieht. Deshalb lässt sich am Beispiel der Entwicklung in Japan zeigen, was unter Umständen auch in Europa an Veränderungen in der Wahrnehmung und Bedeutung von Gesundheit möglich ist.
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