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Studien zur Übersetzungstechnik Rufins mit ausführlichem Glossar

English title Studies in Rufinus' translation techniques based on an extensive glossary
Applicant Bergjan Silke-Petra
Number 132289
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Theologisches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Religious studies, Theology
Start/End 01.12.2010 - 31.07.2014
Approved amount 313'802.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Religious studies, Theology
Other languages and literature

Keywords (6)

Übersetzungstechnik; lateinisches Christentum; Greek-Latin Translations; Rufin; Origen; Latin Patristics

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Lead: Die kulturelle Identität des lateinischen Christentums hängt an dessen Sprache und Terminologie. Das Projekt ist den Methoden eines bedeutenden Übersetzers griechisch-christlicher Texte ins Lateinische gewidmet und will die Identitätbildung des lateinischen Christentums, sowie den in diesem Prozeß sich vollziehenden Wandel der Vorstellungen detailliert untersuchen.Hintergrund: Die Bedeutung Rufins ergibt sich zunächst aus der Bedeutung der Texte, die er den nachfolgenden Generationen bis ins Mittelalter zugänglich machte (Origenes, Euseb von Caesarea, Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz). Darüber hinaus gab Rufin einen entscheidenen Impuls für die lateinische christliche Literatur überhaupt, da mit den Übersetzungen Vorbilder entstanden, an denen sich das lateinische Christentum literarisch orientieren konnte.Die Art und Weise, wie griechische Theologie dem lateinischen Westen übermittelt und dort rezipiert wurde, ist für das Verständnis der lateinischen Theologie unabdingbar. Kenntnisse über Rufins Übersetzungstechniken sind zudem für die Interpretation der übersetzten Texten von großem Wert, innsbesondere der Texte von Origenes, die zu einem erheblichen Teil nur in der Übersetzung Rufins erhalten und unauflöslich mit dessen Perspektive verbunden sind. Die Erforschung der Übersetzungstechniken Rufins muß sich umfassend mit den Texten befassen, die sowohl in der Übersetzung Rufins als auch im griechischen Original erhalten sind.Ziel: Das Projekt will mit Rufins Übersetzungstechniken den Transfer christlich-theologischer Inhalte und literarischer Formen vom griechischsprachigen in den lateinischsprachigen Kulturbereich unter philologischen Gesichtspunkten untersuchen. Dadurch soll nicht nur einem Desiderat im Hinblick auf die von Rufin übersetzten Texten nachgekommen werden, sondern vor allem untersucht werden, wie sich unterschiedliche Mentalität, religiöse Prägung und kulturelle Hintergründe auf der elementaren Ebene philologischer Übersetzungsarbeit auswirken können.Bedeutung: Für die Fachwelt dürfte die detaillierte Aufarbeitung der Übersetzungstechnik und Phraseologie eines der wichtigsten griechisch-lateinischen Übersetzer der Antike ein unschätzbares Hilfsmittel für die quellenkritische Arbeit an lateinischen Autoren bieten, die unbekannte griechisch-lateinische Quellen benutzen oder auch selbst Textpassagen ins Lateinische übertragen. Von gesellschaftlicher Bedeutung ist das Projekt insofern, als es beiträgt zu Einsichten in die Bedingungen und die Morphologie vergleichbarer Prozesse von Kulturtransfer sowie in die Zusammenhänge von religiöser, nationaler und sprachlicher Identität.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Name Institute

Publications

Publication
Parabiblica latina
Gleede Benjamin (2016), Parabiblica latina, E.J. Brill, Leiden.
Rufinus 1, 2
Gleede Benjamin, Rufinus 1, 2, in Cornelius Mayer u.a. (ed.), Schwabe, Basel.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Julius Maximilians Universität Würzburg, Institut für klassische Philologie Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results

Abstract

Das beantragte Projekt will anhand der lateinischen Übersetzung zentraler Texte des griechischsprachigen Christentums (Euseb v. Cäsarea, Origenes, Basilius, Gregor v. Nazianz) den Transfer christlich-theologischer Inhalte und literarischer Formen vom griechisch- in den lateinischsprachigen Kulturbereich unter philologischen Gesichtspunkten untersuchen. Dadurch soll ein grundlegender Beitrag zu der Frage geleistet werden, wie sich unterschiedliche Mentalität, religiöse Prägung und kulturelle Hintergründe auf der ganz elementaren Ebene philologischer Übersetzungsarbeit an theologischen Texten auswirken können, und wie dementsprechend für spätantike Begriffe das Wesen von Übersetzung überhaupt beschreibbar sein könnte.
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