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Kontinuität in der affektiven Eltern-Kind-Beziehung: langfristige Auswirkungen auf die produktive Lebensbewältigung der Kinder unter einem dyadenspezifischen Fokus

English title Continuity in affective parent-child relationship: longterm consequences for the successful development of adult children in a dyadic perspective
Applicant Erzinger Andrea B.
Number 129113
Funding scheme Marie Heim-Voegtlin grants
Research institution Institut für Erziehungswissenschaft Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Education and learning sciences, subject-specific education
Start/End 01.02.2010 - 30.06.2012
Approved amount 156'648.00
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Keywords (9)

parent-child relationship; dyads; transmission; family; stability; intergenerational relationship; longitudinal study; parenting; attitudes

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary

Die Familie als primäre Sozialisations- und Erziehungsinstanz stellt ein zentraler Grundpfeiler der menschlichen Beziehungs- und Persönlichkeitsentwicklung dar (Schneewind 2010). Frühere Erfahrungen im Lebenslauf tangieren die Entwicklung langfristig. Einerseits lässt sich dabei von einer hohen Stabilität verschiedenster Eigenschaften über einen langen Zeitraum hinweg sprechen. Andrerseits wird damit eine Weitergabe entsprechender Dispositionen an die nächste Generation begründet (Bengtson & Allen 1993, Caspi et al. 1998). Verschiedene Untersuchungen sind in der Lage aufzuzeigen, dass Erziehungseinstellungen stabile Eigenschaften über lange Zeiträume darstellen und zwischen den Generationen vererbt werden (Schneewind 2001, Albert 2007, Grusec & Kuczynski 1997, Rippl 2004).

Dieses Forschungsprojekt fragt nach der Stabilität mütterlicher und väterlicher Erziehungseinstellungen, insbesondere des Aspekts Druckorientierung in der Erziehung, über mehr als 20 Jahre hinweg. Weiter wird der Frage nachgegangen unter welchen Bedingungen von einer Weitergabe von Erziehungseinstellungen auf die nächste Generation gesprochen werden kann. Genaugenommen ob diese Transmissionsprozesse je nach emotionalem familiären Hintergrund unterschiedlich ablaufen und ob dyadenspezifische Eigenheiten zu finden sind.

Datengrundlage bildet die Schweizer Längsschnittstudie Schuleintritt 1984 – 30 im Jahre 2007, die von rund 200 Familien familiäre und bildungsbezogene Erfahrungen vom ersten Schuljahr bis ins Erwachsenenalter untersucht und so Lebenswege über 23 Jahre hinweg nachzeichnet (Stöckli 1987, 1989, 1997). Hauptinstrument der Untersuchung bildet ein mehrheitlich standardisierter Fragebogen, der zu allen drei Erhebungszeitpunkten von Mutter und Vater getrennt ausgefüllt wurde. Dies ermöglicht die dyadenspezifische Herangehensweise. Im Jahre 2007 wurden neben den Eltern auch die 30jährigen Kinder in die Untersuchung miteinbezogen, ebenfalls mit einem weitgehend standardisierten Fragebogen.

Geplant sind multivariate Auswertungen, insbesondere Regressionsanalysen und Strukturgleichungsmodelle, um Beziehungen mit mehreren abhängigen Variablen darzustellen und Kausalanalysen mit nicht beobachtbaren Konstrukten zu ermöglichen.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Publications

Publication
The changing role of the father in the family
Dette-Hagenmeyer Dorothea E., Erzinger Andrea B., Reichle Barbara (ed.) (2015), The changing role of the father in the family, Routledge, London.
Intergenerational Transmission of Maternal and Paternal Parenting Beliefs: The Moderating Role of Interaction Qualit
Erzinger Andrea B., Steiger Andrea E. (2014), Intergenerational Transmission of Maternal and Paternal Parenting Beliefs: The Moderating Role of Interaction Qualit, in European Journal of Deve lopmental Psychology, 11(2), 177-195.
The changing role of the father in the family
Dette-Hagenmeyer Dorothea E., Erzinger Andrea B., Reichle Barbara (2014), The changing role of the father in the family, in European Journal of Devel opmental Psychology, 11(22), 129-135.
Druckorientierte Erziehungseinstellungen: Stabilität im Lebensverlauf und Transmission zwischen den Generationen
Erzinger Andrea B., Druckorientierte Erziehungseinstellungen: Stabilität im Lebensverlauf und Transmission zwischen den Generationen, Universität Zürich (Hochschulschrift), Zürich.

Collaboration

Group / person Country
Types of collaboration
Reichle Barbara und Dette-Hagenmeyer Dorothea, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg Germany (Europe)
- in-depth/constructive exchanges on approaches, methods or results
- Publication

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie DGPs Talk given at a conference Druckorientierte Erziehungseinstellungen: Stabilität im Lebensverlauf und Transmission zwischen den Generationen 18.09.2016 Leipzig, Germany Erzinger Andrea B.;
16th European Conference of Developmental Psychology Poster Transmission of parenting between mother, father and child: Does it work for sons and daugthers alike? 03.09.2013 Lausanne, Switzerland Erzinger Andrea B.;
16th European Conference of Developmental Psychology Individual talk Transmission of parenting between mother , father and child: Does it work for sons and daugthers alike? 03.09.2013 Lausanne, Switzerland Erzinger Andrea B.;
48. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie DGPs Talk given at a conference Erziehungseinstellungen von Mutter und Vater: Zusammenhänge mit der Lebenszufriedenheit 23 Jahre später. 23.09.2012 Bielefeld, Germany Erzinger Andrea B.;
Forschungskolloquium, Institut für Pädagogische Psychologie und Soziologie, PH Ludwigsburg Individual talk Transmission von Erziehungseinstellungen zwischen den Generationen 25.01.2012 Ludwigsburg DE, Germany Erzinger Andrea B.;
Fachgruppentagung Entwicklungspsychologie Talk given at a conference Familiäre Beziehungserfahrungen aus der Kindheit und Selbstwert im Erwachsenenalter 12.09.2011 Erfurt DE, Germany Erzinger Andrea B.;


Awards

Title Year
Jacobs Fellowships and ERU Best Poster Award 2013

Abstract

Die Eltern-Kind-Beziehung in Kindheit, im Jugend- sowie im Erwachsenenalter ist breit untersucht. Prospektive Längsschnittforschung zur Veränderung dieses Verhältnisses im Lebensverlauf sowie seinen langfristigen Auswirkungen auf die produktive Lebensbewältigung des erwachsenen Kindes existiert bisher wenig. Lebenslauftheoretische Konzepte sprechen von Kontinuität im Sinne einer Interdependenz von Lebensverläufen, daneben aber auch von einem Wandel hervorgerufen durch soziale und biographische Veränderungen im Lebenslauf. Stabilität in sozialen Beziehungen ist für das erfolgreiche Bewältigen alterspezifischer Entwicklungsaufgaben und somit eine produktive Lebensbewältigung unabdingbar.Vor diesem Hintergrund fragt das geplante Forschungsprojekt nach der Kontinuität in der affektiven Eltern-Kind-Beziehung über 23 Jahre hinweg und ihrer Auswirkung auf Selbstwert, Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen und Lebenszufriedenheit. Dabei werden der Unterschied zwischen Mutter und Vater ins Zentrum gestellt und dyadenspezifische Eigenschaften herausgearbeitet. Indem es die Bedeutung beider Elternteile an die langfristige Entwicklung des Kindes herausarbeitet, leistet das Projekt einen gesellschaftspolitisch relevanten Beitrag.
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