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Die fotografische Entdeckung einer urbanen Schweiz zwischen 1970 und 1990 oder: wie Bilder von Autobahnen, Wohnblocks und Gewerbegebieten zu ästhetischen Objekten wurden

English title The Photographic Discovery of Switzerland as an Urban Landscape between 1970 and 1990 or: How Images of Highways, Housing Projects and Commercial Areas Became Aesthetic Objects
Applicant Huber Nievergelt Verena
Number 129108
Funding scheme Marie Heim-Voegtlin grants
Research institution Kunsthistorisches Institut Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Visual arts and Art history
Start/End 01.06.2010 - 31.08.2011
Approved amount 54'628.00
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All Disciplines (3)

Discipline
Visual arts and Art history
Swiss history
Architecture and Social urban science

Keywords (5)

History of Photography; Urbanism; Cultural Studies; Aesthetics; Landscape Studies

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Ziele:Mit dem Wirtschaftswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg stieg das Ausmass der Überbauung der Landschaft in der Schweiz wie in anderen europäischen Ländern und in Nordamerika in nie gekanntem Umfang an und es entstanden urbane Landschaften von grosser flächenmässiger Ausdehnung. In der kleinräumigen, bis in die Nachkriegszeit von ländlich-alpinen Bildern geprägten Schweiz führte dieses Phänomen dazu, sich spätestens seit den 1970er Jahren mit einer neuen, hochgradig urban geprägten nationalen Identität zu beschäftigen. Ziel meiner Dissertation ist es, eine Typologie fotografischer Strategien zur Verbildlichung einer solchen urbanen Schweiz zwischen 1970 und 1990 zu erstellen. Kontext und Bedeutung:Die Dissertation leistet sowohl einen Beitrag zum aktuellen Diskurs um Urbanität und Veränderung der Landschaft - dazu gehören zum Beispiel die viel diskutierte Publikation "Die Schweiz. Ein städtebauliches Porträt" des ETH Studio Basel von 2006 oder die politischen Diskussionen um die Lancierung der "Landschaftsinitiative" - als auch zur wissenschaftlich bisher noch wenig aufgearbeiteten neueren Schweizer Fotografiegeschichte. Die Fotografie ist mit ihrer Eigenschaft, einen zeitlichen und räumlichen Ausschnitt der sichtbaren Realität in einer zweidimensionalen Ansicht festzuhalten, im Diskurs um ein neues Bild einer urbanen Schweiz von besonderem Interesse. Wer hat wann welche Fotografien urbaner Landschaften aufgenommen, in welchen Kontexten wurden diese Bilder präsentiert und publiziert? Wie verhalten sich die vorgefundenen Aufnahmen aus der Schweiz zu ähnlichen Fotografien aus anderen Ländern? Die Diskussion dieser Leitfragen ermöglicht es, die historischen Hintergründe von heute weit verbreiteten und im kollektiven Bildgedächtnis verankerten Bildern einer urbanen Schweiz aufzuarbeiten. Wissenschaftlicher Rahmen und Methodologie:Mit meiner Studie verfolge ich einen kontext- und diskursanalytischen Zugang, der die Quellen nicht als isolierte, autonome Bilder versteht. Sie werden vielmehr in ihrem kulturhistorischen Kontext situiert und diskutiert und es wird eine historisch-kritische bildwissenschaftliche Analyse vorgenommen. Ein solch breite, kulturhistorisch orientierte Perspektive auf das Medium Fotografie ermöglicht eine interdisziplinäre Positionierung der Untersuchung, die Fragestellung berührt sowohl kunsthistorische als auch städtebauliche Themenbereiche, der untersuchte Quellenkorpus besteht aus ausgewählten Fallbeispielen aus Zeitschriften, Ausstellungen und Buchpublikationen aus verschiedenen Kontexten, deren Zusammenschau ein facettenreiches Bild einer neu entdeckten urbanen Schweiz entwerfen soll.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Scientific events

Active participation

Title Type of contribution Title of article or contribution Date Place Persons involved
Erster Schweizerischer Kongress für Kunstgeschichte 02.09.2010 Bern


Associated projects

Number Title Start Funding scheme
147593 Von Agglomerationen und Autobahnen. Fotografische Diskurse zur veränderten Siedlungslandschaft der Schweiz zwischen 1960 und 1991 01.07.2013 Publication grants

Abstract

Seit der Nachkriegszeit haben sich in der Schweiz wie in den umliegenden Ländern ehemals voneinander abgegrenzte städtische und ländliche Gebiete in ausgedehnte urbane Landschaften verwandelt. Welche neuen Bildstrategien und -typen haben diese Veränderungen hervorgebracht? Die Fotografie ist in diesem Zusammenhang als dokumentarisches Medium von besonderem Interesse, da sie es ermöglicht, verschiedene Perspektiven auf einen bestimmten Zustand sichtbar zu machen. Im Fall der Schweiz stellt sich ausserdem die Frage, wie sich die verwendeten fotografischen Strategien zur Darstellung urbaner Landschaften zu den Darstellungskonventionen einer ländlich-alpinen Schweiz verhalten. Die Dissertation analysiert bisher kaum wissenschaftlich untersuchtes Quellenmaterial der 1970er bis 1990er Jahre und verfolgt einen kontext- und diskursanalytischen Zugang, der die Fotografien nicht als isolierte Einzelbilder interpretiert, sondern sie dezidiert im Zusammenhang mit dazugehörigen Texten, Publikations- und Präsentationszusammenhängen und kulturhistorischen Kontexten diskutiert. Ziel ist es, einen Beitrag sowohl zum aktuellen Diskurs um Urbanität und Landschaftsveränderung als auch zur Fotografiegeschichte der Schweiz zu leisten.
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