Projekt

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Anton Webern: Ausgabe sämtlicher Werke

Titel Englisch Anton Webern: Edition of Complete Works
Gesuchsteller/in Schmidt Matthias
Nummer 126789
Förderungsinstrument Projektförderung (Abt. I-III)
Forschungseinrichtung Musikwissenschaftliches Seminar Universität Basel
Hochschule Universität Basel - BS
Disziplinen Musikologie
Beginn/Ende 01.10.2009 - 30.09.2012
Bewilligter Betrag 610'150.00
Alle Daten anzeigen

Keywords (3)

Philology, Critical Edition, Source Studies

Lay Summary (Deutsch)

Lead
Lay summary
Eine historisch-kritische Gesamtausgabe der musikalischen Werke Anton Weberns (1883-1945) ist nach wie vor ein Desiderat in der musikwissenschaftlichen Forschungslandschaft. Webern ist einer der letzten, längst anerkannten Künstler der „Moderne“, der noch nicht mit einer Werkausgabe bedacht wurde. Die Grundlagen für eine unproblematische Editionsarbeit sind gegeben: Die Quellen werden in gut zugänglichen Archiven und Bibliotheken Europas und Nordamerikas aufbewahrt, wovon die Paul Sacher Stiftung, Basel, den grössten Teil beherbergt.

Nach einer ersten Arbeitsphase, die der Einrichtung einer Arbeitsstelle diente und in der die die Hauptbeteiligten an dem Projekt kommunikativ zu vernetzt, der komplette relevante Quellenbestand erfasst und mit einem Editorial Board erste Richtlinien der Editionsarbeit diskutiert wurden, folgen nun prioritär die Erarbeitung von Editionen, die im Horizont eines editorischen Gesamtkonzepts zu reflektieren sind.

Durch die Initiierung einer Webern-Gesamtausgabe wird die internationale Forschung zur Beschäftigung mit bisher vernachlässigten Bereichen seines Schaffens (wie dem Frühwerk und den verschiedenen Fassungen späterer Kompositionen) angeregt. Dabei ist zu erwarten, dass die philologisch gewonnenen Einsichten neuartige analytische und kulturgeschichtliche Untersuchungen fundieren werden. Die Publikation des Gesamtwerks wird zu einer nachhaltigen Veränderung des derzeitigen Webern-Bildes führen.
Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 21.02.2013

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Publikationen

Publikation
Zu Anton Weberns George-Vertonung "Erwachen aus dem tiefsten Traumesschosse". Eine Spurensuche
Ahrend Thomas (2011), Zu Anton Weberns George-Vertonung "Erwachen aus dem tiefsten Traumesschosse". Eine Spurensuche, in Hohmaier Simone (ed.), Jahrbuch 2011 des Staatlichen Instituts für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz, Schott, Mainz, 53-73.
Wechselnde Erscheinung. Sechs Perspektiven auf Anton Weberns sechste Bagatelle
Obert Simon (ed.) (2012), Wechselnde Erscheinung. Sechs Perspektiven auf Anton Weberns sechste Bagatelle, Verlag Lafite, Wien.
"Der unfaßliche Zustand". Fragen an Weberns sechste Bagatelle
Obert Simon (2012), "Der unfaßliche Zustand". Fragen an Weberns sechste Bagatelle, in Obert Simon (ed.), Wechselnde Erscheinung. Sechs Perspektiven auf Anton Weberns sechste Bagatelle, Lafite, Wien, 11-35.
Ausdruck als Musik. Historisch-analytische Bemerkungen zu einer Viola-Gestalt Weberns
Schmidt Matthias (2012), Ausdruck als Musik. Historisch-analytische Bemerkungen zu einer Viola-Gestalt Weberns, in Obert Simon (ed.), Wechslende Erscheinung. Sechs Perspektiven auf Anton Weberns sechste Bagatelle, Lafite, Wien, 59-78.

Zusammenarbeit

Gruppe / Person Land
Felder der Zusammenarbeit
Musik Akademie Basel Schweiz (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Industrie/Wirtschaft/weitere anwendungs-orientierte Zusammenarbeit
Arnold Schönberg Gesamtausgabe, Berlin Deutschland (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
Alban Berg Gesamtausgabe, Wien Oesterreich (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
Library of Congress, Washington DC Vereinigte Staaten von Amerika (Nordamerika)
- Forschungsinfrastrukturen
Universal Edition, Wien Oesterreich (Europa)
- Industrie/Wirtschaft/weitere anwendungs-orientierte Zusammenarbeit
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Musikforschung, Wien Oesterreich (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Forschungsinfrastrukturen
Erich Schmid Edition. Zürich Schweiz (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
The Morgan Library, New York City Vereinigte Staaten von Amerika (Nordamerika)
- Forschungsinfrastrukturen
Paul Sacher Stiftung, Basel Schweiz (Europa)
- vertiefter/weiterführender Austausch von Ansätzen, Methoden oder Resultaten
- Forschungsinfrastrukturen

Wissenschaftliche Veranstaltungen

Aktiver Beitrag

Titel Art des Beitrags Datum Ort
InterNationalität und InterDisziplinarität der Editionswissenschaft Vortrag im Rahmen einer Tagung 15.02.2012 Bern, Schweiz


Kommunikation mit der Öffentlichkeit

Kommunikation Titel Medien Ort Jahr
Medienarbeit: Printmedien, Online-Medien Der junge Webern: Texte und Kontexte Schweizer Musikzeitung, April 2012, S. 60 Deutschschweiz 2012

Verbundene Projekte

Nummer Titel Start Förderungsinstrument
125243 Kompositorische Rezeption der Musik Anton Weberns 01.04.2009 Projektförderung (Abt. I-III)
132093 Anton Weberns Orchesterstücke: Instrumentation und Fassungsproblematik 01.02.2012 Projektförderung (Abt. I-III)
113769 Anton Webern: Ausgabe sämtlicher Werke 01.10.2006 Projektförderung (Abt. I-III)
162871 Anton Webern Gesamtausgabe 01.10.2015 Projektförderung (spezial)
143565 Anton Webern: Ausgabe sämtlicher Werke 01.10.2012 Projektförderung (spezial)
122582 Öffentlichkeit und Diskurs: Die Donaueschinger Musiktage 1921-1926 01.10.2008 Projektförderung (Abt. I-III)

Abstract

Eine historisch-kritische Gesamtausgabe der musikalischen Werke Anton Weberns (1883-1945) (im Folgenden WGA genannt) ist nach wie vor ein Desiderat in der musikwissenschaftlichen Forschungslandschaft und könnte darüber hinaus die musikalische Aufführungspraxis durch wesentliche Impulse bereichern. Webern ist einer der letzten, längst anerkannten Künstler der „Moderne“, der noch nicht mit einer Werkausgabe bedacht wurde. Dabei ist das Profil seines Werks keineswegs so schmal und unproblematisch, wie die Liste seiner 31 publizierten Opera vermuten lässt. Zahlreiche unedierte, als eigenständig anzusehende Fassungen, dazu Jugendwerke und Fragmente sowie in problematischer Form posthum veröffentlichte Werke machen deutlich, dass es sich bei der WGA nicht um einen philologisch unterfütterten „Nachdruck“ der bisher bekannten Werke handelt. Vielmehr lässt es der äusserst vielschichte Werkbestand Weberns dringend geboten erscheinen, in seiner wissenschaftlich-kritisch zu edierenden Gesamtheit der forschenden und musikpraktischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden, da erst dadurch die Stellung eines der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts innerhalb der Musikgeschichte adäquat ersehen und bewertet werden kann. Durch eigene Forschungsarbeiten der WGA sowie durch die Arbeiten im Rahmen der ersten Projektphase (seit Oktober 2006) sind die grundlegenden Bedingungen für eine erfolgreiche Weiterführung des Projekt entwickelt und installiert worden. Um mit der nun folgenden Werkedition darauf aufbauen zu können, gilt es, die Werkeditionen auf mehreren Ebenen zu beginnen bzw. weiterzuführen. Hierfür sind in ihrer Quellenlage unterschiedlich gelagerte Werk-Gruppen ins Auge zu fassen und Editionen vorzulegen, die dann auf ihre Konsistenz mit dem Editorial Board und dem Verlag zu diskutieren sind (erste Probeeditionen werden derzeit erarbeitet; vgl. auch den hier beigelegten Anhang 1). Desweiteren sind die angelegten Datenbanken, die dem leichten Zugriff auf editionsrelevante Daten erleichtern, weiter zu füllen und in einem späteren Stadium online der interessierten Öffentlichkeit zur Nutzung zu übergeben (vgl. den Anhang 2). In formaler Hinsicht gilt es: 1.) die Basler Arbeitsstelle der WGA fachlich-personell auszubauen, damit sowohl die editorische Arbeit intensiviert werden, als auch die Aussenwirkung deutlicher hervortreten kann (dies wurde bereits extern umgesetzt durch die in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eingerichtete Wiener Aussenstelle). Die Antragsteller werden dabei zusätzlich private und öffentliche Stiftungen aus dem In- und Ausland ansprechen. 2.) gilt es, die Zusammenarbeit mit und zwischen der Paul Sacher Stiftung – dem wichtigsten Partner des Projekts, da sie den grössten Teil der Quellen kuratiert –, der Universal Edition als dem editionsbetreuenden Verlag und den Mitgliedern des inzwischen eingesetzten Editorial Board kontinuierlich fortzuführen. Zu den bisherigen Kooperationen sind weitere hinzuzugewinnen, und im stetigen Kontakt mit den quellenbeherbergenden Bibliotheken und Archiven sowie weiteren Forschern ist die Kenntnis über den relevanten Quellenbestand zu differenzieren. 3.) ist es schliesslich unerlässlich, für die späterhin anstehende Drucklegung der Bände die Lukrierung von Sponsorengeldern fortzusetzen. Neben ihrer zentralen Aufgabe der Werkedition versteht sich die WGA als Kompetenzzentrum, in dem philologische, dokumentarische, editorische, kommunizierende, dienstleistende und organisatorische Tätigkeiten vernetzt werden. Die äusseren Rahmenbedingungen für eine unproblematische Fortsetzung der Arbeit an der WGA seit 2006 sind gegeben: Die Paul Sacher Stiftung betreut den grössten Teil des Quellenmaterials, die übrigen Quellen, die sich in gut zugänglichen Archiven und Bibliotheken Europas und Nordamerikas befinden, wurden in Reproduktionen erworben bzw. angefordert, so dass die Basler Arbeitsstelle der WGA für die editorische Arbeit ab Oktober 2009 auf den kompletten Quellenbestand zurückgreifen kann. Durch die Fortführung und den Ausbau der begonnenen WGA wird die internationale Forschung zur Beschäftigung mit bisher vernachlässigten Bereichen von Weberns Schaffen (wie dem Frühwerk und den verschiedenen Fassungen späterer Kompositionen) angeregt: Dabei können die philologisch gewonnenen Einsichten neuartige analytische und kulturgeschichtliche Untersuchungen wesentlich fundieren. Durch die Publikation des Gesamtwerks ist eine nachhaltige Veränderung des derzeitigen Webern-Bildes (und damit weiterer bedeutender Aspekte der Musikhistoriographie des 20. Jahrhunderts) zu erwarten. Der musikwissenschaftliche Universitätsstandort Basel wird mit der weiteren Etablierung der WGA nicht nur durch die enge Zusammenarbeit mit der Paul Sacher Stiftung und die notwendige Vernetzung mit anderen Forschungsinstitutionen aufgewertet; auch die Attraktivität der Institutsarbeit insgesamt wird durch ein solches Projekt mit internationaler Beteiligung und Beachtung als Schwerpunkt im Bereich der „Moderne“ für Forscher und Studierende an Anziehung gewinnen.