Projekt

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Kompositorische Rezeption der Musik Anton Weberns

Gesuchsteller/in Schmidt Matthias
Nummer 125243
Förderungsinstrument Projektförderung (Abt. I-III)
Forschungseinrichtung Musikwissenschaftliches Seminar Universität Basel
Hochschule Universität Basel - BS
Disziplinen Musikologie
Beginn/Ende 01.04.2009 - 31.03.2012
Bewilligter Betrag 264'123.00
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Keywords (8)

Reception, Source Studies, Music Analysis, Musical Reception, Musical Aesthetics, Historical Musicology, New Music, Compositional Technique

Lay Summary (Deutsch)

Lead
Lay summary
Die Wirkung der Musik Anton Weberns auf spätere Komponistengenerationen bleibt einer der spannenden, weil kontroversen Fälle der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Insbesondere in den 1950er Jahren erfuhr Weberns Werk eine Resonanz, die in ihrer Breite und Tiefe als Sonderfall in der kompositorischen Rezeptionsgeschichte bezeichnet werden muss. Die Bezeichnung der zu dieser Zeit dominierenden Tendenz westeuropäischer Musik als „Postwebernismus“ entspricht partiell der tatsächlichen Bedeutung der Musik Weberns für die damals sich entwickelnden Grundlagen des seriellen Denkens. Gleichwohl sind bis heute, trotz der beträchtlichen Quantität und Qualität wissenschaftlicher Studien, die vor allem seit den 1990er Jahren entstanden sind, mehrere grundsätzliche Aspekte dieser Rezeption nicht adäquat erforscht worden.
Das Forschungsprojekt zielt auf eine detaillierte und systematische Untersuchung der kompositorischen Webern-Rezeption (d. h. der Wirkung seines Werkes auf die Produktion späterer Werke) in mehreren Regionen – Westeuropa, USA und Osteuropa – und in verschiedenen Zeiträumen. Obwohl sich die aufschlussreichssten Entwicklungen in den 1950er und 1960er Jahren zeigen, bleiben die zeitlichen Grenzen der Forschung offen, da im Fall der ebenfalls zu untersuchenden Rezeption zu Lebzeiten seitens der Studenten Weberns (wie beispielsweise Hanns Eisler und Stefan Wolpe) Erkenntnisse zu erwarten sind, die bereits den 1920er und 1930er Jahren entstammen. Ausgangshypothese ist dabei, dass bei einer solch ort- und zeitübergreifenden Forschung die ausserordentliche Vielfalt der Wirkung Weberns auf die folgenden Komponistengenerationen deutlich zum Tragen kommen und dabei das Webern-Bild in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts insgesamt neu beleuchtet wird. Insbesondere wird sich durch eine breite Sichtweise die bislang im Zentrum der akademischen Forschung stehende Rezeption von Seiten der Darmstädter Schule neu einordnen, d.h. relativieren lassen.
Das Projekt profitiert von einer engen Zusammenarbeit mit der Paul Sacher Stiftung (wo die Handschriften mehrerer im Zentrum des Vorhabens stehender Komponisten aufbewahrt werden) und versteht sich als begleitende Forschungsaktivität zu der am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Basel bereits etablierten Ausgabe der Sämtlichen Werke Weberns. Die Ergebnisse der Untersuchung werden am Ende des Projekts in drei verschiedenen Publikationen zusammengefasst und dargestellt: einer monographischen Studie, dem Bericht eines in Basel zu veranstaltenden internationalen Symposiums und eines Sammelbands mit Komponistengesprächen.
Direktlink auf Lay Summary Letzte Aktualisierung: 21.02.2013

Verantw. Gesuchsteller/in und weitere Gesuchstellende

Mitarbeitende

Publikationen

Publikation
Bruchstücke der Webern-rezeption. Die unveröffentlichten analysen von Pierre Boulez.
Cavallotti Pietro (2011), Bruchstücke der Webern-rezeption. Die unveröffentlichten analysen von Pierre Boulez., in Camilla Bork u.A. (ed.), Ereignis und Exegese. Musikalische Interpretation - Interpretation der Musik, 695-707.

Wissenschaftliche Veranstaltungen



Selber organisiert

Titel Datum Ort
Komponisten-Gespräche. Kompositorische Rezeption der Musik Anton Weberns 25.05.2010 Basel

Verbundene Projekte

Nummer Titel Start Förderungsinstrument
132093 Anton Weberns Orchesterstücke: Instrumentation und Fassungsproblematik 01.02.2012 Projektförderung (Abt. I-III)
126789 Anton Webern: Ausgabe sämtlicher Werke 01.10.2009 Projektförderung (Abt. I-III)

Abstract

Die Wirkung der Musik Anton Weberns auf spätere Komponistengenerationen bleibt einer der spannenden, weil kontroversen Fälle der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Insbesondere in den 1950er Jahren erfuhr Weberns Werk eine Resonanz, die in ihrer Breite und Tiefe als Sonderfall in der kompositorischen Rezeptionsgeschichte bezeichnet werden muss. Die Bezeichnung der zu dieser Zeit dominierenden Tendenz westeuropäischer Musik als "Postwebernismus" ist nicht nur ein von der Publizistik erfundenes Etikett, sondern entspricht partiell der tatsächlichen Bedeutung der Musik Weberns für die damals sich entwickelnden Grundlagen des seriellen Denkens. Gleichwohl sind bis heute, über sechzig Jahre nach dem Tod Weberns und trotz der beträchtlichen Quantität und Qualität wissenschaftlicher Studien, die vor allem seit den 1990er Jahren entstanden sind, mehrere grundsätzliche Aspekte dieser Rezeption nicht adäquat erforscht worden. Das vorliegende Forschungsvorhaben zielt auf eine detaillierte und systematische Untersuchung der kompositorischen Webern-Rezeption (d. h. der Wirkung seines Werkes auf die Produktion späterer Werke) in mehreren Regionen - Westeuropa, USA und Osteuropa - und in verschiedenen Zeiträumen. Obwohl sich die aufschlussreichssten Entwicklungen in den 1950er und 1960er Jahren zeigen, bleiben die zeitlichen Grenzen des beantragten Forschungsprojektes offen, da im Fall der ebenfalls zu untersuchenden Rezeption zu Lebzeiten seitens der Studenten Weberns (wie beispielsweise Hanns Eisler und Stefan Wolpe) Erkenntnisse zu erwarten sind, die bereits den 1920er und 1930er Jahren entstammen. Ausgangshypothese ist dabei, dass bei einer solch ort- und zeitübergreifenden Forschung die ausserordentliche Vielfalt der Wirkung Weberns auf die folgenden Komponistengenerationen deutlich zum Tragen kommen und dabei das Webern-Bild in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts insgesamt neu beleuchtet wird. Insbesondere wird sich durch eine breite Sichtweise die bislang im Zentrum der akademischen Forschung stehende Rezeption von Seiten der Darmstädter Schule neu einordnen, d.h. relativieren lassen. Das beantragte Projekt wird von einer engen Zusammenarbeit mit der Paul Sacher Stiftung profitieren können (wo die Handschriften mehrerer im Zentrum des Vorhabens stehender Komponisten aufbewahrt werden) und versteht sich als begleitende Forschungsaktivität zu der am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Basel bereits etablierten Ausgabe der Sämtlichen Werke Weberns. Die Ergebnisse der Untersuchung werden am Ende des Projekts in drei verschiedenen Publikationen zusammengefasst und dargestellt: einer monographischen Studie, dem Bericht eines in Basel zu veranstaltenden internationalen Symposiums und eines Sammelbands mit Komponistengesprächen.