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Edition des Briefwechsels zwischen Eugen Bleuler und Sigmund Freud

English title Edition of the correspondence between Eugen Bleuler and Sigmund Freud
Applicant Boschung Urs
Number 124483
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Medizingeschichte der Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline General history (without pre-and early history)
Start/End 01.08.2009 - 31.05.2011
Approved amount 79'045.00
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Keywords (10)

psychonanalysis and psychiatry; International Psychoanalytical Association; Freud letters; Freud; Sigmund; Bleuler; Eugen; psychonanalysis; history of; psychiatry

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Gegenstand des Projekts ist die Edition des Briefwechsels zwischen Eugen Bleuler (Zürich) und Sigmund Freud (Wien) durch Dr. Michael Schröter. Erhalten sind 54 Briefe Bleulers und 25 Briefe Freuds von 1898-1937. Eine Ausgabe dieses Materials gilt seit langem als Desiderat. Sie wurde möglich, nachdem Bleulers Erben die Briefe Freuds freigegeben haben.Am intensivsten war die Kommunikation 1910-1914. Sie betraf den neugegründeten psychoanalytischen Verein, dessen Abschließung nach außen Bleulers Wissenschaftsverständnis widersprach, so dass er die Mitgliedschaft ablehnte. In einer anderen Brief-Gruppe von 1905 schickte er eigene Traumprotokolle nach Wien und bat Freud, ihm bei deren Deutung zu helfen: ein Selbstversuch zur Nachprüfung psychoanalytischer Annahmen.Neben der Edition soll eine Einleitung erarbeitet werden, in der die Beziehung zwischen Bleuler und Freud, die Annäherung wie die spätere Distanzierung, auf einer breiteren Quellenbasis (Briefe und Oral History Interviews) dargestellt wird, als es bisher geschah. Bleulers Bedeutung für die Freud-Rezeption am Burghölzli wird dadurch aus dem Schatten Jungs, in dem sie vielfach steht, heraustreten.Durch die Abwendung Bleulers verlor die Freud-Schule ihren einzigen Zugang zur akademischen Welt; ihr Weg in die Selbstisolierung war damit besiegelt. Diese Entwicklung bedeutete für ihre Zukunft eine schwere Hypothek und hat vielleicht auch die akademische Medizin eines innovatorischen Impulses beraubt. Soziologische Faktoren (die Verwurzelung der Psychoanalyse in der nervenärztlichen Praxis) spielten dabei eine Rolle. Die Weichen aber wurden im Bruch zwischen Bleuler und Freud gestellt, und das Schlüsseldokument für dieses Schlüsselereignis ist die Korrespondenz der beiden.Das Projekt soll die Bleuler- und die Freud-Forschung stärker miteinander verzahnen als bisher. Im Sinne dieser Kooperation wird Dr. Bernhard Küchenhoff vom Burghölzli einen eigenen Beitrag erarbeiten, der den spezifisch theoriegeschichtlichen Aspekt der Geschichte, einschließlich der fortdauernden Bedeutung der Psychoanalyse in Bleulers Werk nach 1913, behandelt und der in die geplante Publikation aufgenommen wird.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

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Abstract

Gegenstand des Projekts ist die Edition des Briefwechsels zwischen Eugen Bleuler (Zürich) und Sigmund Freud (Wien). Erhalten sind 54 Briefe Bleulers und 25 Briefe Freuds von 1898-1937. Eine Ausgabe dieses Materials gilt seit langem als Desiderat. Sie wurde möglich, nachdem Bleulers Erben die Briefe Freuds freigegeben haben.Am intensivsten war die Kommunikation 1910-1914. Sie betraf den neugegründeten psychoanalytischen Verein, dessen Abschließung nach außen Bleulers Wissenschaftsverständnis widersprach, so dass er die Mitgliedschaft ablehnte. In einer anderen Brief-Gruppe von 1905 schickte er eigene Traumprotokolle nach Wien und bat Freud, ihm bei deren Deutung zu helfen: ein Selbstversuch zur Nachprüfung psychoanalytischer Annahmen.Neben der Edition soll eine Einleitung erarbeitet werden, in der die Beziehung zwischen Bleuler und Freud, die Annäherung wie die spätere Distanzierung, auf einer breiteren Quellenbasis (Briefe und Oral History Interviews) dargestellt wird, als es bisher geschah. Bleulers Bedeutung für die Freud-Rezeption am Burghölzli wird dadurch aus dem Schatten Jungs, in dem sie vielfach steht, heraustreten. Durch die Abwendung Bleulers verlor die Freud-Schule ihren einzigen Zugang zur akademischen Welt; ihr Weg in die Selbstisolierung war damit besiegelt. Diese Entwicklung bedeutete für ihre Zukunft eine schwere Hypothek und hat vielleicht auch die akademische Medizin eines innovatorischen Impulses beraubt. Soziologische Faktoren (die Verwurzelung der Psychoanalyse in der nervenärztlichen Praxis) spielten dabei eine Rolle. Die Weichen aber wurden im Bruch zwischen Bleuler und Freud gestellt, und das Schlüsseldokument für dieses Schlüsselereignis ist die Korrespondenz der beiden.Das Projekt soll die Bleuler- und die Freud-Forschung stärker miteinander verzahnen als bisher. Im Sinne dieser Kooperation wird Dr. Bernhard Küchenhoff vom Burghölzli einen eigenen Beitrag erarbeiten, der den spezifisch theoriegeschichtlichen Aspekt der Geschichte, einschließlich der fortdauernden Bedeutung der Psychoanalyse in Bleulers Werk nach 1913, behandelt und der in die geplante Publikation aufgenommen wird.
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