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Die Erzählungen der "Spagna": Zur Rezeption der karolingischen Legenden in Italien

Applicant Strologo Franca
Number 123105
Funding scheme Marie Heim-Voegtlin grants
Research institution Romanisches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Romance languages and literature
Start/End 01.10.2008 - 30.09.2010
Approved amount 166'824.00
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Keywords (6)

Italiensiceh Literatur; Ritterepos; Ritterroman; Renaissance; karolingische Legenden; Rezeptionsgeschichte

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Im Mittelpunkt des vorliegenden Projekts steht die Analyse von Ritterepen und Ritterromanen zu den karolingischen Legenden in der italienischen Literatur an der Schnittstelle von Spätmittelalter und Frührenaissance. Untersucht werden insbesondere die Werke “Spagna in rima”, “Fatti de Spagna”, “Spagna in prosa” und “Spagna magliabechiana”, die in Vers- und Prosaform die legendären kriegerischen Unternehmungen Karls des Grossen und seiner Paladine in Spanien gegen den Sarazenenkönig Marsilio rühmen.

Die im ganzen christlichen Europa gefeierten Taten Karls des Grossen sind seit dem Rolandslied (La Chanson de Roland) in zahlreichen literarischen Darstellungen in Italien erschienen. Die Erforschung der Rezeption der karolingischen Legenden in Italien zwischen dem Spätmittelalter und der frühen Renaissance wurde erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts von so berühmten Gelehrten wie der Deutsche Leopold Ranke, die Franzosen Gaston Paris und Joseph Bédier oder der Italiener Pio Rajna angegangen. Seither hat die Untersuchung dieses Themas aber trotz der weiteren Studien im 20. Jahrhundert von Forschern wie Michele Catalano, Ruggero M. Ruggieri, Carlo Dionisotti, Giuseppe Guido Ferrero oder Elio Melli keine merkliche Weiterentwicklung erfahren. Bis heute fehlt eine vertiefte - sowohl komparatistische als auch philologische - Studie zur Rezeption der karolingischen Legenden, welche in Italien die Grundlage für die Meisterwerke von Pulci, Boiardo und Ariosto bildeten.

Dieses Projekt untersucht im Konkreten vier Erzählungen aus diesem karolingischen Sagenzyklus: Die „Spagna in rima”, “Fatti de Spagna”, “Spagna in prosa” und “Spagna magliabechiana”. Im Zentrum stehen die bis heute weitgehend ungeklärten Fragen wie die genaue Datierung, die Autorenschaft und die Rekonstruktion der verschiedenen redaktionellen Phasen dieser Werke.

Eine vergleichende Untersuchung der „Spagna“-Erzählungen ist bislang noch nie in systematischer Weise versucht worden und verspricht äusserst interessante Resultate zur Rezeptionsgeschichte der karolingischen Legenden in Italien. Die Untersuchung wird sich die Methoden der modernen Komparativistik zu Nutze machen und dabei auch Handschriften, die erst in den letzten Jahren entdeckt wurden, für diese Textvergleiche heranziehen.

Ziel des Projekts ist die philologische Aufarbeitung und literaturwissenschaftliche Analyse der “Spagna”-Erzählungen, die in der Form von grösstenteils unveröffentlichten Handschriften vorliegen, um dabei zu einem umfassenden geschichtlich-kulturellen Bild der Rezeption und Verbeitung der karolingischen Legenden in Italien zu gelangen und eine seit langem beklagte Forschungslücke in der italienischen Literatur zu schliessen.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

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Number Title Start Funding scheme
151100 "La Spagna" nella letteratura cavalleresca italiana 01.02.2014 Publication grants

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