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Technische Fachkulturen und Geschlecht: Eine vergleichende Untersuchung der Deutungsmuster in zwei Ingenieurfächern

Applicant Gilbert Anne-Françoise
Number 118097
Funding scheme Project funding (special)
Research institution Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline Sociology
Start/End 01.10.2007 - 30.09.2009
Approved amount 86'296.00
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Keywords (7)

gender; science; technology studies; science and technology studies; engineering culture; ethnography; academy

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Ziele des Projektes: Dieses Forschungsprojekt untersucht den Zusammenhang von Fachkultur und Geschlecht am Beispiel von zwei ausgewählten Ingenieurdisziplinen einer Technischen Hochschule in der Schweiz, Maschinenbau und Materialwissenschaften.

Wissenschaftlicher Rahmen und Methodologie: Angesichts der anhaltenden Untervertretung von Frauen im Ingenieurstudium, geht das Projekt folgenden Fragen nach:

(1) Inwiefern sind die historisch gewachsenen Selbstdeutungen in technischen Disziplinen mit Elementen von "hegemonialer Männlichkeit" verknüpft?
(2) Inwieweit tragen disziplinäre Deutungsmuster, habitualisierte Verhaltensweisen und informelle Arbeits- und Kommunikationsformen zur Reproduktion geschlechtsspezifischer Segregation bei?
(3) Inwieweit geraten tradierte Deutungen in den technischen Fächern derzeit aber auch unter Legitimationsdruck oder konfigurieren sich neu?

Der Begriff der Fachkultur nimmt Wissens- und Kommunikationskulturen in den Blick, deren wesentliche Merkmale implizit bleiben, die für das berufliche Handeln jedoch hoch relevant sind. Im Rahmen von zwei ethnographischen Fallstudien sollen die für das Selbstverständnis des Faches und die Praxis ihrer VertreterInnen zentralen Elemente der jeweiligen Fachkultur rekonstruiert werden. Die Methoden umfassen berufsbiographische Interviews mit Personen der unterschiedlichen Statusgruppen sowie teilnehmende Beobachtung von Interaktions- und Kommunikationssituationen in Lehre und Forschung.
Mit der vergleichenden Analyse von Maschinenbau und Materialwissenschaften wird eine feine Kontrastierung angestrebt, die sich als sehr fruchtbar erwiesen hat. Erste Ergebnisse der laufenden Auswertung legen nahe, dass die noch junge, interdisziplinäre und stärker wissenschaftsorientierte Kultur der Materialwissenschaften im Hinblick auf soziale Diversität offener ist als die traditionsreiche, disziplinär orientierte und stärker industriell verankerte Kultur des Maschinenbaus. Die Positionierung der Fächer im wissenschaftlichen Feld zeigt sich dabei als relevanter Aspekt.

Kontext und Bedeutung des Projektes: Das Forschungsprojekt liefert einen Beitrag zur Grundlagenforschung an der Schnittstelle von 'Science and Technology Studies' und 'Gender Studies'. Es soll zu einem vertieften Verständnis der sozialen und kulturellen Mechanismen führen, die zur Persistenz von geschlechtssegregierten Handlungsfeldern beitragen.
Auf der Grundlage der zwei Fallstudien sollen verschiedene Schauplätze des 'gendering' oder 'de-gendering' von Praxen und Deutungsfiguren im beruflichen Alltag den beiden Disziplinen ausgeleuchtet werden. Daraus können Ansatzpunkte für die Transformation technischer Fachkulturen abgeleitet werden.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
108369 Technische Fachkulturen und Geschlecht: Eine vergleichende Untersuchung der Deutungsmuster in zwei Ingenieurfächern 01.06.2005 Project funding (special)

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