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Demokratiequalität in den Schweizer Kantonen

Applicant Vatter Adrian
Number 117661
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Politikwissenschaft Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline Political science
Start/End 01.03.2008 - 31.05.2010
Approved amount 205'315.00
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Keywords (2)

Democracy Theory; Swiss Cantons

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, ein Instrument zu entwerfen, mit welchem die Qualität der Demokratie in den Schweizer Kantonen gemessen werden kann. Die Frage nach Demokratiequalität und deren Messung gewinnt insbesondere im Rahmen der Debatten um Globalisierung und Internationalisierung der Politik sowie der zunehmenden Legitimationskrise des demokratischen Staates an Bedeutung (Betz 2003; Mény and Surel 2000; Pharr and Putnam 2000; Scharpf 1999). Dabei stehen insbesondere subnationale Einheiten im Fokus, da diese insbesondere in föderalistischen Staaten ganz besonders dem Standortwettbewerb ausgesetzt sind. Mit der zunehmenden Internationalisierung der Politik geht zudem auch eine Rückbesinnung auf unmittelbarere Politikbeteiligung einher. Hier bilden die Kantone den primären Handlungsrahmen für mehr Bürgernähe (Amna and Montin 2000; Beetham 1996; Ladner and Bühlmann 2007). Die in der Literatur zur Krise der Demokratie prominent debattierte Beobachtung der Legitimationskrise (Habermas 1992; Morlino 1998; Weil 1989) macht schliesslich auch vor subnationalen Einheiten nicht halt: politische Apathie, abnehmendes politisches Vertrauen und schwindende Unterstützung des politischen Systems lassen sich auch auf regionaler Ebene ausmachen (Bühlmann 2007a; Ladner and Bühlmann 2007) und mindern so auch die Qualität kantonaler Demokratien. Es dürfte deshalb von Interesse sein, die Kantone hinsichtlich ihrer Demokratiequalität zu beurteilen. Nicht zuletzt kann ein solcher Vergleich auch mögliche Schwächen und Stärken aufdecken und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen.Die Idee der Demokratie-Messung ist nicht neu. Allerdings eignen sich die bisherigen entwickelten Indizes (für eine Übersicht vgl. Gaber 2000; Munck and Verkuilen 2002) nicht für die wesentlich feinere Messung von Demokratiequalität. Darüber hinaus gibt es bisher keinerlei Bestrebungen, Unterschiede in der Qualität demokratischer Settings in subnationalen Einheiten zu messen. Die Kantone der Schweiz bieten in ihrer institutionellen, kompositionellen und strukturellen Vielfalt ein ideales Untersuchungsfeld. Die Untersuchung der Unterschiede in der Demokratiequalität in den Schweizer Kantonen dürfte deshalb nicht nur Befunde hervorbringen, welche von grosser wissenschaftlicher und praktischer Relevanz sein dürften, sondern die Analysen in Form eines ‚most similar case design' können auch einen substanziellen Beitrag zur internationalen Demokratieforschung leisten. Das Projekt gliedert sich in drei Phasen. Die erste Phase ist der Entwicklung des Instrumentes gewidmet, das - im Gegensatz zu den bestehenden Messversuchen von Demokratie - in der Lage sein soll, die feinen qualitativen Unterschiede von demokratischen Regimen zu messen. Hier lehnt sich das Projekt stark an ein bereits bestehendes Projekt an, das im Rahmen des NCCR Democracy die Demokratiequalität verschiedener Länder messen will. Diese Anlehnung verspricht fruchtbare Synergien. In der zweiten Phase werden sekundäranalytisch die benötigten Daten beschafft, die dem Instrument als Basis dienen. In der dritten Phase wird in Quer- und Längsschnittvergleichen die Demokratiequalität in den Kantonen untersucht. Hier sollen die Analysen nicht nur zu einem Demokratiequalitäts-Ranking der Kantone führen, sondern mit den Befunden sollen auch Mängel in institutionellen Designs aufgedeckt und Reformvorschläge gegeben werden.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

Associated projects

Number Title Start Funding scheme
130135 Demokratiequalität in den Schweizer Kantonen: Versammlungs- und Urnendemokratien im Vergleich 01.06.2010 Project funding (Div. I-III)

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