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Italianismen im Bündnerromanischen

Applicant Grünert Matthias
Number 116438
Funding scheme Project funding (special)
Research institution Romanisches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Romance languages and literature
Start/End 01.04.2007 - 31.12.2010
Approved amount 153'300.00
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Keywords (8)

Romansh; italianisms; loanwords; lexicology; lexicography; historical linguistics; language contact; Grisons

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Ziele des Forschungsprojekts
Das italienische Lehngut im bündnerromanischen Wortschatz soll möglichst umfassend dargestellt werden. Dazu muss der bündnerromanische Wortschatz hinsichtlich der Problematik der Abgrenzung zwischen Italianismen, Entlehnungen aus weiteren Sprachen und aus dem Latein ererbtem Wortgut untersucht werden: In welchen Fällen haben wir es mit eindeutigen Italianismen zu tun? Welche Fälle lassen eine Interpretation als Erbwort und als Italianismus zu? In welchen Fällen sind neben dem Italienischen weitere Gebersprachen plausibel (Latein, Französisch, Deutsch)?
Die Italianismen sollen nach Varietäten (in Bezug auf die Geber- und die Empfängersprache) und nach historischen Schichten klassifiziert werden: Welche Entlehnungen entstammen der italienischen Gemeinsprache und welche oberitalienischen Dialekten? Welche Entlehnungen sind im Bündnerromanischen schriftsprachlich und welche sind umgangssprachlich? Welche sind gemeinbündnerromanisch und welche haben eine beschränkte regionale Verbreitung? Welche sind an soziale Gruppen oder an Fachsprachen gebunden? Welche Gruppen von Entlehnungen sind seit wann belegt? Welche sind nicht mehr gebräuchlich?

Kontext und Bedeutung
Eine umfassende Untersuchung der Italianismen im Bündnerromanischen erlaubt es, die Stellung des Bündnerromanischen im Spannungsfeld zwischen dem deutschen Einfluss (der bisher ausführlicher beschrieben wurde) und dem Einfluss aus der benachbarten Romania genauer zu charakterisieren.
Angesichts der schwankenden - auch ideologisch bedingten - Konjunktur des italienischen Einflusses im Bündnerromanischen ist die genauere Einschätzung dieser Komponente wichtig für die bündnerromanische Sprachgeschichtsschreibung sowie im weiteren Sinne für die bündnerische und schweizerische Kulturgeschichtsschreibung.
Bedeutung kommt der Untersuchung auch in forschungspraktischer Perspektive zu: Für die noch bevorstehende Redaktionsarbeit beim Dicziunari Rumantsch Grischun, dem umfassenden historischen Wörterbuch des Bündnerromanischen, das ungefähr in der Mitte seiner Publikation steht, ist eine Klärung des Gegenstandes von grossem Interesse.

Wissenschaftlicher Rahmen und Methodologie Ausser den historischen Wörterbüchern des Bündnerromanischen werden einerseits nicht edierte und bisher nicht berücksichtigte Wörterbücher und Glossare aus dem 17.-19. Jh. einbezogen, andererseits Beiträge zu den metasprachlichen Diskussionen vom Beginn des 20. Jh. bis in die 1930er Jahre, in denen die Entlehnung von Wortgut aus dem Italienischen ausgiebig thematisiert wird. Die nicht edierten Wörterbücher und Glossare ermöglichen in verschiedenen Fällen eine genauere Datierung, eine (bessere) Dokumentation der Überlagerung von erbwörtlichen und entlehnten Formen bzw. von aus verschiedenen Sprachen entlehnten Formen und können Entscheide für oder gegen eine Interpretation als Italianismus nahe legen. Wo möglich wird das Bild unter Rückgriff auf Primärquellen verfeinert.


Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

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