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Muslimische Gemeinschaften und Inkorporationsregimes: Ein Vergleich der Ahmadi- und Alevi- Diaspora in der Schweiz

Applicant Sökefeld Martin
Number 115442
Funding scheme NRP 58 Religions, the State and Society
Research institution Institut für Sozialanthropologie Philosophisch-historische Fakultät Universität Bern
Institution of higher education University of Berne - BE
Main discipline Religious studies, Theology
Start/End 01.10.2007 - 31.07.2011
Approved amount 379'058.00
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Keywords (5)

Islam; diaspora; integration; remiges of incorporation; transnationalism

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Kurzzusammenfassung

Das Projekt untersucht vergleichend die Institutionalisierung von zwei muslimischen Diaspora-Gemeinschaften vor dem Hintergrund der Schweizer Imkorporationsregimes und des transnationalen Kontextes.


Zusammenfassung

Während im öffentlichen Diskurs in der Regel von "dem Islam" in der Schweiz die Rede ist, zerfällt die "muslimische Landschaft" der Schweiz tatsächlich in eine Vielfalt von unterschiedlichen Traditionen und Gemeinschaften. Dazu gehören auch die Ahmadis, die aus Südasien stammen, sowie aus der Türkei eingewanderten Aleviten, deren Institutionalisierung in der Schweiz vergleichend untersucht wird. Beide Gruppen werden nicht von allen anderen Muslimen als solche anerkannt und gelten daher häufig als "heterodox".Die Forschung geht davon aus, dass die Institutionalisierung und "Integration" von eingewanderten Religionsgemeinschaften weniger durch "mitgebrachte" Traditionen bestimmt wird, als durch die "Inkorporationsregimes" der Residenzgesellschaft, die aus dem politischen, sozialen und religiösen Kontext, aus der Migrations- und Integrationspolitik und anderen Faktoren entstehen. Aufgrund der politischen Gliederung der Schweiz sind diese Inkorporationsregimes sehr komplex. Ein zweiter Kontext der Institutionalisierung besteht in transnationalen religiösen Netzwerken, die Diaspora-Gemeinschaften sowohl mit dem Herkunftsland als auch mit anderen Diasporas verbinden.

Ziel der Forschung ist einerseits die Darstellung der Entwicklung der beiden Gemeinschaften in der Schweiz. Andererseits ermöglicht der Vergleich der beiden Gemeinschaften (z.B. in verschiedenen Kantonen) aber eine systematische Analyse Schweizer Inkorporationsregimes für Einwandererreligionen. Darüber hinaus soll die Rolle des transnationalen Kontextes für die Institutionalisierung der Gemeinschaften in der Schweiz untersucht werden.

Angesichts der überwiegend undifferenzierten Betrachtung "der Muslime" in der Öffentlichkeit liefert das Projekt einen Beitrag zu einem differenzierten Bild islamischer Gemeinschaften in der Schweiz. Während die öffentliche Debatte vor allem vom diffusen Bild eines "orthodoxen" Islam bestimmt wird, spielen "heterodoxe" Gemeinschaften in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle, obwohl sie einen beträchtlichen Anteil an "den Muslimen" ausmachen. Die Debatte um die Integration von Migranten, die zur Zeit sehr massiv geführt wird, muss durch die stärkere Thematisierung der Integrationsbedingungen und Inkorporationsregimes, in deren Rahmen Integration stattfindet, ergänzt werden. Dazu leistet das Projekt einen zentralen Beitrag.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

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